Meine neue Kamera

Man mag es mir heute bei der Flut an Fotos, die ich so jeden Tag produziere, kaum glauben, aber meine allererste Kamera besaß ich erst mit 22. Ich kaufte sie mir in Japan, um alles, was ich während meines Austauschjahres dort erlebte, für Familie und Freunde festzuhalten. Davor sah ich nie so richtig, wofür ich Fotos machen sollte. Ja, die Denkweise kann ich inzwischen auch nicht mehr nachvollziehen 😄

Ich weiß gar nicht mehr, was das für eine Kamera war – da ich mich mit Kameras überhaupt nicht auskannte, habe ich jemanden mit Ahnung wählen lassen -, aber ich habe sie geliebt. Und seit ihr bin ich begeisterte Hobbyknipserin mit latentem Speicherplatzmangel 😄 Irgendwann kam mir die Kamera abhanden – verloren, geklaut, ich weiß es nicht.  Seitdem bin ich durch einige digitale Kameras gegangen, mit denen ich nicht so zufrieden war, bis ich dann 2013 an der Sony Cyber-shot DSC-RX100 hängen blieb. So ein kompaktes Ding mit so vielen Funktionen und so schönen Photos! Fast alle Photos, die ich auf diesem Blog verwende, sind mit meiner Sony geschossen. Der Rest stammt aus meinem iPhone – welche das sind, das merkt man an der Qualität bestimmt ganz schnell 😛 Egal, wie gut die Handykameras werden, mit so „richtigen“ Kamera können sie irgendwie einfach doch nicht mithalten 😉

So war ich mit meiner kleinen Sony eigentlich zufrieden, doch eine Sache kann sie nicht: Sich mit der Qualität der Bilder messen, die mein Papa so macht. Gut, mein Papa fotografiert auch mit einer Spiegelreflexkamera. Und das seit ich denken kann. Stelle ich mir meinen Papa vor, dann hat er eigentlich immer eine Kamera um den Hals hängen oder vor dem Auge kleben 😄 Da spielt also viel Übung mit rein. Aber dass Spiegelreflexkameras einfach mal mehr draufhaben, ist ja nun auch kein Geheimnis. Und so habe ich mir nach vielem Hin und Her und Überlege und Abgewäge ein neues „Spielzeug“ ins Haus geholt:

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Die allerneuste Canon, die EOS Kissx9i. Als ich sie zum ersten Mal in den Händen hielt, hatte ich das Gefühl, von einem Trabi auf einen Ferrari umgestiegen zu sein O_o Es ist nicht so, dass ich überhaupt keine Erfahrung mit digitalen Spiegelreflexkameras habe, aber die, die ich bisher ganz selten mal benutzt habe, ist eine abgelegte Kamera meines Papas, die nun auch schon 10 Jahre auf dem Buckel hat. Übrigens auch eine Canon, weshalb ich mich ebenfalls für ein Modell dieser Marke entschied, denn so kann ich die Objektive benutzen, die mir mein Papa ab und an vermacht 😛

Und? Hat sich der Kauf gelohnt? Machen wir doch mal einen ganz stümperhaften Qualitätsvergleich mit den allerersten Photos, die ich mit meiner neuen Kamera gemacht habe. Es waren natürlich Hamsterbilder 😛

iPhone-Kamera: Das Bild wird leider etwas unscharf durch das Herangezoome. Auch innerhalb des geschossenen Fotos kann man nicht zu sehr zoomen bevor Tama nur noch aus Pixeln besteht. Die Farben sind ganz schön verblasst und die arme Tama ist verschwommen. Meine iPhone-Kamera ist allerdings die einzige Kamera, die ich wirklich immer dabeihabe, in Rente wird sie also vorerst nicht gehen 😉

Sony-Kamera: Die Farben sind strahlender und alles wirkt viel klarer. Man sieht irgendwie sofort, warum ich meine Sony so mag, oder? Leider ist die Kamera im Zoom nicht ganz so gut und hat sich mehr auf den Fressnapf als auf den Hamster konzentriert. Das hat mir leider schon viele Makro-Aufnahmen versaut 😦 Näher heranzoomen ging auch nicht, da wurde aus Tama leider ein verschwommener Klecks. Das ist so mit das größte Manko an meiner eigentlich wirklich guten Sony.

Canon: Hamster scharf, Fressnapf unscharf – so gehört es sich! 😛

Und der Hamster bleibt auch scharf, egal, wie nah ich heranzoome. Selbst im fertigen Bild muss ich schon extrem Zoomen, um ein paar Pixel rund um Tamas Po zu erkennen 😛 Während ich zudem mit der Sony fast in den Käfig klettern musste, um so nah an Tama ranzukommen, konnte ich mit der Canon und ihrem tollen Objektiv entspannt aus der Ferne knipsen ohne es dem Hamster halb in die Fresse drücken zu müssen 😛 Dass die beiden Bilder hier von weiter weg fotografiert wurden als das Bild mit der Sony-Kamera macht die Qualität für mich nur noch beeindruckender 😮

Aber das sind natürlich bisher nur Spielereien 😉 Die Kamera hat so viele Funktionen, ich weiß gar nicht, wann ich die alle ausprobieren soll. Außerdem hatte ich leider noch nicht so wirklich eine Möglichkeiten, die Kamera mal draußen durch einen ersten Funktionstest zu jagen. Aber für Golden Week sind ein paar Ausflüge geplant, wo ich das ganz schnell ändern werde – und bis dahin muss ich halt weiter am Hamster üben 😛

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Die Jagd nach der vollen Blüte

Zwischen Ende März und Anfang April gibt es in Japan kein wichtigeres Thema als die Kirschblüte. Der Wetterbericht informiert täglich über den Stand der Blüten, Starbucks und Co. bringen einen mit Sakura Latte und zartrosafarbenen Flaschenüberziehern schon mal in die richtige Stimmung, …

 

… im Freundeskreis werden die ersten Saufparties unterm Kirschbaum geplant und die Fotografen unter uns machen sich bereit, ihre Feeds mit Bildern der Kirschblüte zu überschwemmen 😉

Dabei ist es manchmal gar nicht so einfach, die Blüte in ihrer vollen Pracht zu erwischen. Je nach Wetterlage liegt NHKs Voraussage manchmal um Tage daneben, regionale Unterschiede gibt es ja auch, und manchmal fällt die Kirschblüte wie die letzten zwei Tage einfach mal sprichwörtlich ins Wasser.

Auch letztes Wochenende hatten Kei und ich nicht wirklich Glück bei unserem hanami-Versuch (hanami 花見, Blütenschau). Nicht nur das Wetter wollte nicht mitspielen, nein, auch die Kirschblüten waren einfach mal noch gar nicht bereit und die meisten Bäume standen gerade mal in der Knospe. Geschickt geknipst kann man das natürlich ein wenig anders aussehen lassen 😛

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„Aber was soll’s? Wir haben ja noch das nächste Wochenende“, dachten wir uns hoffnungsfroh, ohne auch nur die leiseste Ahnung zu haben, dass selbiges Wochenende komplett verregnet sein würde. Dabei hätten wir es wissen müssen, denn Kirschblüten scheinen die magische Fähigkeit zu haben, das Wetter um sich herum zu versauen 😛

Aber wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg, und wenn ich kein hanami bei schönem Wetter am Wochenende haben kann, dann eben in der Woche im Shinjuku gyoen 新宿御苑 zusammen mit Kollegen. Pizza, Decke, Seiteneingang und das hanami-Lunch kann starten 😉

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Schön, oder? Tja, so hätten wir es alle gern und so kann man es auf Photos schnell mal darstellen. Die Realität sieht meist jedoch so aus:

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Ein Baum in Blüte und Milliarden von Leuten darunter. Aber was will ja niemand wirklich sehen 😛

DSC07065 So schnell, wie die Kirschblütensaison begonnen hat, neigt sie sich auch schon wieder dem Ende zu. Viele Regionen befinden sich bereits in der sakura fubuki-Phase (桜吹雪 Kirschblütenregen, auch 花吹雪 hanafubuki genannt), in der die Blütenblätter wie Schnee von den Bäumen regnen. Ein wundeschönes Ereignis mit seinem eigenem, verdammt schwer mit der Kamera einzufangenden Reiz, über den ich letztes Jahr zwar auch schon kurz geschrieben hab, aber über den ich bei Zoomingjapan einen viel ausführlicheren Beitrag mit vielen wunderschönen Bildern gefunden habe 😉

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[Unterwegs] Auf den Kōbōyama

Kei und ich haben ein Hobby, das wir leider immer wieder sträflich vernachlässigen. Die Rede ist vom Bergsteigen. Wann immer meine Freundin Flo in Japan ist, schaffen wir es auf wenigstens einen Berg während ihres Aufenthalts. Manchmal auch zwei. Ist sie nicht da, lassen wir das trotz aller guten Vorsätze doch arg schleifen. Man merkt, wer die Zugkraft hinter unterem Hobby ist, was? 😉 Dabei haben wir bei den Bergtouren trotz der Anstrengung doch immer irrsinnig viel Spaß. Wie kriegen uns nur einfach selbst nur nicht so richtig motiviert 😄

Doch nun haben wir … vielleicht … ganz eventuell … diese Hürde zum ersten Mal geknackt und haben uns, ganz aus Versehen, zu unserer ersten Wanderung nur zu zweit aufgemacht. Ihr habt richtig gelesen: aus Versehen. Denn als wir den Kōbōyama 弘法山 ins Auge fassten, da gingen wir davon aus, dass es wieder so ein lauer Spaziergang mit anschließendem Picknick im Park auf der Berg“spitze“ werden würde, wie wir ihn auf dem Azumayama im Januar hatten. Tja, wer Beschreibungen lesen kann, ist klar im Vorteil 😄

DSC06997Den Kōbōyama kann man von verschiedenen Bahnhöfen in Kanagawa aus besteigen. Wir entschieden uns für die Route vom Bahnhof Hadano 秦野 aus. Von dort ging es erst einmal wieder quer durchs verschlafene  inaka 田舎, stark ländliches Gebiet, wie eigentlich bei jeder Bergtour. Und dann standen wir am Fuß des Berges und Gott war ich froh, dass ich geistesgegenwärtig meine Wanderschuhe angezogen hatte, auch wenn ich nicht wirklich erwartet hatte, diese zu brauchen. Doch der Weg hier hatte es an einigen Stellen schon gut in sich und war uneben genug, um mit weniger geeigneten Schuhen sicher ein paar Probleme darzustellen. Die Hälfte des Weges Waldboden durchs Gestrüpp, die andere Hälfte Treppen, die uns gut ins Schwitzen brachten. Nach gut einer halben Stunde erreichten wir das erste Plateau. Nicht die Spitze des Kōbōyamas, wie wir zu Anfang fälschlich angenommen hatten, nein, eine große Grasfläche namens Asamayama 浅間山, wortwörtlich „seichter Zwischenberg“, und genau das war er auch 😄 Hier konnte man sich gemütlich ins Gras fallen lassen und sich für den weiteren Aufstieg stärken mit all den Köstlichkeiten, die man sich geistesgegenwärtig unten im konbini gekauft hat 😛

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Eigentlich ist dieser Abschnitt auch ein fantastischer Aussichtspunkt für den Fuji-san (behauptet der Stein auf dem Photo). Eigentlich, weil das mit mir im Schlepptau immer bedeutet, dass sich der Fuji halb hinter einer Wolke versteckt oder, wie in diesem Fall, gleich gar nicht zeigt.

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Dieser Berg und ich … Diese Story ist eigentlich mal einen eigenen Blogpost wert.

Nach unserem Mittag und der Feststellung, dass wir uns ja noch gar nicht auf der Spitze vom Kōbōyama befanden, packte uns der Ehrgeiz und wir stiefelten zusammen mit einem Haufen rüstiger und sehr viel besser ausgerüsteten Damen und Herren den ausgeschriebenen Wanderpfad entlang. Wir entschieden uns, die Strecke bis zum Bahnhof Tsurumakionsen 鶴巻温泉 zu laufen, denn auf der kommt man auf insgesamt drei Bergspitzen, von der die vom Kōbōyama die höchste ist. Wenn schon, denn schon! Unterwegs gibt es auch einiges zu sehen: Schreine, seltsame Brunnen, Hunde, niedliche ältere Herrschaften, die ihre Ernte am Bergpfadrand verkaufen – ja, wir haben zugeschlagen! Kürbismarmelade kriegt man nicht überall 😄

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Es war echt schön, mal wieder so in der Natur unterwegs zu sein.

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Auch wenn man dafür auf keinen Fall so gut ausgerüstet sein muss, wie einige der anderen Damen und Herren. Ein gutes Paar Wanderschuhe ist ausreichend für diesen Berg!

Kei und ich haben beim Bergsteigen eigentlich immer so viel Spaß, dass ich hoffe, dass dieser Ausflug für uns jetzt quasi so der Durchbruch war, uns dann doch mal öfters auch nur zu zweit aufzuraffen, ohne dass uns Flo in den Arsch treten muss 😛

DSC07009Wie der Name verrät, kommt man beim Bahnhof Tsurumakionsen an einem onsen 温泉, einer heißen Thermalquelle vorbei. Da wir nicht mit einer ausgewachsenen Bergtour gerechnet haben, waren wir für das onsen leider gar nicht vorbereitet. Aber selbst wenn, weiß ich nicht, ob ich diesen Schritt ohne andere weibliche Begleitung schon gehen mag 😛

Übrigens soll der Kōbōyama ein guter Ort für die Kirschblüte sein. Wir waren natürlich viel zu früh da und hatten gar keine Kirschblüten erwartet, aber siehe da, ganz verschüchtert zeigten sich doch ein paar einzelne 😉

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[Restaurant] Das Final Fantasy Eorzea Café

3 Jahre hat es also gedauert, bis ich es endlich in Angriff genommen habe, aber nun kann ich sagen: Ich war im Final Fantasy Eorzea Café in Akihabara! Sogar zum Valentinstag ♡

Das Final Fantasy Eorzea Café ist eines der wenigen permanenten Themenrestaurants, in denen ich bisher war – der Rest waren zum Großteil Pop ups, die nach einer Weile wieder verschwinden (so z.B. das Chibiusa Café neben der Sailor Moon-Ausstellung letztes Jahr, oder das Dragon Quest Super Light-Café vor zwei Jahren). An so ein permanentes Restaurant gehe ich persönlich dann doch mit einer etwas anderen Erwartung ran, denn erstens hatten die ja jetzt eine Weile Zeit, sich zu etablieren, und zweitens muss es ja auch einen Grund haben, warum sie sich doch vergleichsweise lange halten können. Die Vorrede mag den einen oder anderen schon vermuten lassen: Ich fand unseren Besuch leider nur so mittelmäßig.

Um das Restaurant besuchen zu können, muss man erst einmal Tickets erwerben, die 1000 Yen (rund 8 Euro) pro Person kosten. Zwar erhält man dafür vor Ort ein Getränk pro Person umsonst, da das teuerste Getränke aus der Liste jedoch 750 Yen nicht überschreitet, bezahlt man immer noch mindestens 250 Yen pro Person drauf. Man kann es als Sitzplatzgebühr verstehen, aber ich finde es etwas dreist, denn zusätzlich kommen auch noch mal  etwas mehr als 300 Yen Bearbeitungsgebühren hinzu.

Spricht man kein Japanisch, könnte sich die Ticketreservierung auf der Homepage zudem etwas schwierig gestalten, denn Englisch gibt es leider nicht. Man kann auch natürlich auch einfach am Wunschtag vor Ort erscheinen und sich anstellen in der Hoffnung, eine der Restkarten zu erhalten, aber eine Garantie auf einen Platz gibt es dann nicht. Die vorbestellten Tickets müssen dann übrigens noch im Lawson der Wahl abgeholt werden. So viel Aufwand für einen Restaurantbesuch O_o Aber gut, zum Valentinstag soll es ja mal was Besonderes sein! 😉

S__17907718 Bei der Reservierung entscheidet man sich für ein bestimmtes Zeitfenster von rund 3 Stunden, in denen man erscheinen und gehen kann, wann man will. Zu Beginn wählt man seine Jobklasse und erhält einen entsprechenden Untersetzer.

Eigentlich sollte man auch pro bestelltem Essen bzw. Getränk jeweils einen weiteren Untersetzer erhalten, aber das blieb bei uns aus. Den Grund dafür erfuhren wir erst am Ende beim Bezahlen. Man hätte einfach keine Untersetzer mehr. Die 11 für uns noch ausstehenden Untersetzer könnten wir uns beim nächsten Besuch abholen. Wir mögen doch bitte den Social Media-Kanälen des Restaurants folgen, um zu erfahren, wann man wieder eine Ladung Untersetzer erhalten hätte. Geht’s noch??? O_o Ich soll mich nicht nur SELBST darüber informieren, wann im Laden etwas verfügbar ist, das mir quasi zusteht, nein, ich soll dann auch noch mal extra nach Akihabara kommen, um mir es mir abzuholen? Also mal ehrlich: So sehr will ich diese komischen Untersetzer dann doch nicht haben!

DSC06912Na ja, kommen wir zurück zum Abend selbst. Nachdem wir unsere Jobklassen gewählt hatten, durften wir uns einreihen und bekamen einen Zettel mit Stift und ein Tablet. Der Zettel hatte die Getränke aufgelistet, aus denen wir unseren kostenlosen ersten Drink auswählen durften, aber da uns das niemand erklärte, standen wir erst mal da und guckten wie die Schweine ins Uhrwerk. Mit dem Tablet hätten wir beim Anstehen schon bestellen können, damit alles nachher etwas schneller geht, aber unseres funktionierte leider nicht. Das wurde vom Staff zum Glück schnell behoben.

Nachdem wir das Restaurant betreten durften, war ich erst einmal überrascht davon, wie klein es war. Keine 15 Tische gab es dort – kein Wunder, dass die Tickets immer so schnell ausverkauft sind. Ich mochte jedoch die Deko und generelle Atmosphäre der Einrichtung.

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Nachdem man uns ein neues Tablet gebracht hatte, ging es ans wilde Bestellen. Leider war auch das Menü nur auf Japanisch vorhanden – nicht sehr touristenfreundlich :/

Beim Essen bin ich nicht ganz so sicher, was ich davon halten soll. Einiges war thematisch dekoriert, anderes hingegen pupsschnöde und hatte nur einen fancy Namen. Da ich selbst nicht Final Fantasy 14 spiele – bin nicht so der MMO-Fan – weiß ich nicht, ob es sich dabei um Essen handelt, das so im Spiel vorkommt. Am niedlichsten gestaltet waren wie immer die Desserts 😉 Lecker war alles, auch die Getränke, da habe ich nichts zu meckern.

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Der Staff war freundlich und zuvorkommend, allerdings hat mir ein wenig die Final-Fantasy-Atmosphäre gefehlt. Wenigstens ein Cosplay darf man in so einem Restaurant vom Staff doch erwarten, oder? Da hatten die Damen im Alice-im-Wunderland-Restaurant ja mehr Authentizität 😛

Am Ende waren wir pappsatt und kugelrund bei rund 8000 Yen (etwa 66 Euro), was für zwei Leute in einem Themenrestaurant zum Valentinstag schon mal geht 😉 Ich hatte jetzt auf keinen Fall den furchtbarsten Restaurantbesuch aller Zeiten, bezweifle aber, dass ich dem Final Fantasy Eorzea Café noch mal einen Besuch abstatte – auch nicht, um noch meine ausstehenden Untersetzer abzuholen 😛

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[Unterwegs] Dem Frühling auf der Spur

So schön unser Urlaub in Berlin auch war, Glück mit dem Wetter hatten wir in den 2 Wochen wahrlich nicht. Die Spanne reichte von arschkalt und bewölkt bis zu arschkalt und regnerisch – nicht mal Schnee hatten wir! Schweinerei!

DSC06848Nach unserer Rückkehr wollten wir also erst einmal die Sonnenspeicher auffüllen, und ein wenig den Frühling einläuten ist auch nie verkehrt. Dass die Rapsblumen, die nanohana (菜の花) auf Japanisch im Azumayama-Park (吾妻山公園) gerade in voller Blüte standen, kam uns daher nur natürlich nur recht 😀

Der Azumayama-Park liegt in Ninomiya (二宮町) in der Präfektur Kanagawa (神奈川県) und ist vom Bahnhof Ninomiya fußläufig erreichbar. Wie das Kanji 山 verrät, liegt der Park auf der Spitze eines Berges, aber eines wirklich nur kleinen Berges und der Aufstieg sollte weder größere Probleme bereiten noch Wanderkleidung brauchen 😉 Die Rapsblumen blühen von Mitte Januar bis Mitte Februar, aber durch die tolle Aussicht lohnt sich ein Besuch in dem Park eigentlich das ganze Jahr über.

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Da ich da war, war der Fuji-san natürlich eingewolkt, aber das ist ja nichts Neues. Ich und dieser Berg, ey … Aber alleine die Tatsache, dass ich auf einem Berg stehend das Meer sehen kann, begeistert mich immer wieder aufs Neue 😉

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Auch zur Kirschblütenzeit soll der Park laut Homepage nicht enttäuschen. Auf der Rückseite des Berges bekamen wir ein sogar im Januar schon ein paar von den richtig früh blühenden zu sehen!

Eine weitere Attraktion:

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Die entspannteste schottische Faltohrkatze, die ich je oben auf einem Berg getroffen 😛 Anscheinend bringt ihr Besitzer sie regelmäßig mit in den Park und Chami-chan (チャミちゃん) hat sich auf Instagram schon zu einer beliebten Touristenattraktion gemausert.

Mitte Januar und in der Mittagssonne konnten wir unsere Jacken ausziehen und kurzärmlig unsere mitgebrachten Köstlichkeiten verspeisen. Der Park war nicht leer, aber auch nicht überfüllt und wir fanden problemlos einen Platz mit wunderschöner Aussicht für unser Picknick. Ich glaube, ich weiß, wo wir dieses Jahr hanami machen 😉

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Dem Unglücksjahr den Teufel austreiben

„Sag mal, hast du dieses Jahr nicht dein Unglücksjahr?“, war der erste Satz, den Kei nach unserer Ankunft zurück in Japan zu mir sagte. Was für ein Start ins neue Jahr, ey 😄

Unter dem Begriff yakudoshi 厄年 fasst man in Japan die Unglücksjahre zusammen, die jeden bis zu vier Mal im Leben heimsuchen: Frauen im Alter von 19, 33, 37, 61 Jahren, und Männer mit 25, 42 und 61. Das ist aber nett, dass wir Frauen nicht nur ganze  VIER Mal damit gestraft sind, nein, wir dürfen in unseren 30igern da auch gleich zwei Mal durch. Na danke!

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Ein etwas älteres Photo aus dem Jahr 2008 – aus irgendeinem Grund ist es das aktuellste dieser Aufsteller, das ich habe 😄

Die Jahre werden übrigens nach dem so genannten kazoedoshi-System, 数え年, gezählt, nach dem man bei seiner Geburt bereits ein Jahr alt ist. An jedem Schrein gibt es eine Übersicht über die diesjährigen Unglücksjahrgänge, und am wenigstens verwirrt man sich selbst, wenn man da nicht auf die Altersangabe guckt, sondern auf die Jahreszahl der Geburt.

Und was macht man nun, wenn man von so einem Unglücksjahr betroffen ist? Man geht zu einem Schrein seiner Wahl, lässt ordentlich Kohle springen und sich das dort das Unglücksjahr mit einer Zeremonie austreiben. Es gibt einfach nichts, was man an einem Schrein in Japan für Geld nicht kaufen könnte 😛

Eine von Keis Kolleginnen erzählte Horrorstories von stundenlangen Anstehen an den großen und beliebten Schreinen, also entschieden wir uns, einen etwas abgelegenen, kleineren aufzusuchen. Unsere Wahl fiel auf den Kasuga-Schrein, 春日神社, in Yokohama, einem Ableger des Kasuga-Großschreins, 春日大社, in Nara. Und weil Nara für seine Rehe bekannt ist, versprach man auch am Ableger Rehe – yay!

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Natürlich regnete es, als wir ankamen. Zum Glück gab es ein Zelt, in dem wir zusammen mit allen anderen auf die so genannte yakuyoke-Zeremonie, 厄よけ – Abwehr von Unheil -, warten konnten. Dachten wir zumindest, doch im Laufe der 15 Minuten, die wir nach Anmeldung warten mussten, leerte sich das Zelt weiter und weiter, bis es am Ende nur noch Kei und ich waren. „Ich werde da doch wohl am Ende nicht alleine bei meiner Zeremonie sitzen???“, dachte ich leicht panisch, da erschien schon der Priester und ja, es waren in der Tat nur er und ich. Und Kei, den ich einfach mit in die Zeremonie zerrte. Der Priester schien nichts dagegen zu haben – vermutlich hat er sich eh schon Gedanken gemacht, wie die Ausländerin wissen soll, wann sie sich verbeugen muss 😛

Und dann ging es los. So eine yakuyoke-Zeremonie besteht aus einem Gebet, das der Priester rezitiert und in dem er die Götter um Schutz für das Unglücksjahr der Anwesenden, die mit vollem Name und ADRESSE vorgelesen werden, bittet. Zwischendurch wird mit einem so genannten haraegushi 祓串 gewedelt – einem hölzernen, mit Papierstreifen verzierten Stab, um es mal ganz unpoetisch auszudrücken. Das Ritual ist in wenigen Minuten vorbei, kostet aber ab stolze 5000 Yen (rund 40€). Dafür bekommt man im Anschluss an die Zeremonie noch ein paar Schutzgegenstände mit nach Hause. Für mich gab es ein ofuda, お札, ein Amulett, das Zuhause aufgestellt wird, und einen Glücksbringer für unterwegs. Je mehr man sich die Zeremonie kosten lässt, desto mehr Gegenstände bekommt man am Ende mit.

DSC06761 Im Anschluss testeten wir den Erfolg gleich mal aus und zogen Orakel, おみくじ omikuji. Und siehe da: Ich bekam „großes Glück“, 大吉 daikichi. Kei hingegen zog mal wieder nur „kleines Pech“, 凶 kyō, und musste sein Orakel am Schrein den Göttern überlassen. Hat das Ritual von vorher etwa mein Unglücksjahr auf Kei übertragen? 😛

Am Ende gingen wir noch die Rehe suchen. Das Ganze war leider kein so schönes Erlebnis. Als Ableger des großen Schreins in Nara bin ich davon ausgegangen, dass die Rehe wie in Nara auch frei auf dem Gelände herumlaufen durften. Dem war nicht so. Sie waren in viel zu großer Zahl in einem viel zu kleinen, unglaublich dreckigen Käfig eingesperrt. Da verging einem wirklich alles. Und das in einem Schrein, in dem mir keine 15 Minuten vorher noch stolz erzählt wurde, dass ein Reh damals die Gottheit von Nara hierher getragen habe und Rehe daher als Boten der Götter angesehen werden würden. Behandelt man so etwa Götterboten???

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Japan und Tiere, ey …

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Berlin 2016 – Beobachtungen

Kommen wir zum vorerst letzten Beitrag in meiner Berlin-Reihe: eine Sammlung von Dingen, die mir aufgefallen sind. Eine etwas random Liste, aber die Sachen haben sonst auch einfach wirklich nirgends hingepasst 😛

Alle Plastiktüten kosten jetzt

ALLE. Nicht nur die, die man im Kaufland noch schnell aufs Band wirft, weil man gemerkt hat, dass man seine Einkaufstaschen Zuhause liegengelassen hat. Nein, auch die kleine Plastiktüten bei H&M, in die die Socken kommen. Ich habe das überhaupt nicht mitbekommen, aber diese Entwicklung ist eine Reaktion auf den Versuch der Regierung, den jährlichen Plastikmüll zu reduzieren. Ich kann das echt nur begrüßen. Wie sorglos hier in Japan gerade Plastikmüll produziert wird, lässt mir manchmal wirklich die Kinnlade runterklappen.

Hotspots sind rar gesät

Das mit den Hotspots muss Berlin hingegen noch mal üben. Es war wirklich ein Kreuz, unterwegs Internet zu finden, und war dann mal ein Hotspot vorhanden, funktionierte das Ganze irgendwie nicht ganz so, wie gewollt. Bei Hunkemöller hat man nur an einer ganz bestimmte Stelle neben der Tür Internet bekommen. In der U-Bahn funktionierte es nur an Bahnhöfen, an denen man sich in der Bahn sitzend jetzt nicht wirklich lange aufhält. Der Hotspot in der Straßenbahn wollte gleich gar nicht verbinden. Am besten funktionierte noch der im H&M. Also hieß es immer ganz old school, bevor ich das Haus verließ, Straßenkarten abfotografieren und mich später durchfragen. Da wird man irgendwie nostalgisch 😛 Einen Vergleich diesbezüglich zu Japan habe ich leider nicht, da ich hier natürlich ein Smartphone mit schickem Datenvolumen habe 😉

Und was ist mit Tee?

Für eine Teenation hat Japan eine ziemlich lausige Auswahl an Tee, wenn ihr mich fragt. Gut, den Standard – grüner Tee in allen Formen, Mugicha (Gerstentee) & Co. – gibt es in vielen Varianten und sie sind meistens alle gut, aber was, wenn man mal so einen leckeren Früchtetee wie Türkischen Apfel trinken will? Oder Bock auf Minze mit Honig hat? Oder auf so was hier:

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Tja, dann steht man in Japan ein wenig auf verlorenem Posten. Man kann natürlich die gängigen Importläden abklappern, aber meistens kann ich froh sein, wenn ich irgendwo mal Hagebuttentee bekomme. Oder man bestellt sich auf Amazon Tee, der in Deutschland keine 2 Euro kosten würde, für umgerechnet 10 Euro und rechtfertigt es damit, dass das eben mal der kleine Luxus für den Monat ist. Damit ich das für eine Weile nicht tun muss, hab ich mir natürlich einen ausladenden Vorrat mitgebracht 😉

Doppelglas, Fußbodenheizung und Isolierung sind schon geil

Am zweiten Tag in Deutschland fiel in meinem alten Kinderzimmer, das Kei und ich für unseren Urlaub belagerten, die Fußbodenheizung aus. Was in Japan unseren grausamen Tod durch Erfrieren bedeutet hätte, war hier ein weitaus geringeres Problem, als wir zuerst befürchtet haben. Es wurde und wurde einfach nicht kalt in dem Zimmer. Fröstelten wir etwas, wurde ein Jäckchen übergezogen oder die Zimmertür aufgemacht, damit die Wärme der anderen Zimmer hereinströmen konnte. Das war so ein Kontrastprogramm zu unserer Wohnung hier in Japan, die in 2 Minuten auf quasi Außentemperatur runterkühlt, sobald man die Klimaanlage abschaltet. Generell konnten wir im Haus meiner Eltern durch die Macht der Fußbodenheizung kurzärmlig herumrennen. Kein Vergleich zum Doppel- und Dreifachzwiebellook mit noch mal extra Decke und einer Wärmfläsche, die es hier in Japan teilweise braucht, um sich IN DER WOHNUNG warmzuhalten.

Berlin ist noch mehr multikulti …

… als es damals schon war, als ich weggezogen bin. Und ich liebe es! So viele verschiedene Kulturen und Sprachen auf einem Haufen – wieder etwas, das sich so krass von meinem Alltag in Tokyo abhebt, dass es mir auf Schritt und Tritt auffiel. Eine wahnsinnig vielfältige Auswahl für Mittagessen und Abendbrot ist dabei nur einer der Vorteile 😉

Mit Hund ist alles besser

Aufwachen ist besser!

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Frühstück ist besser!

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Draußen rumrennen ist besser!

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Auf der Couch vor dem Fernseher gammeln ist besser!

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Schlafen ist besser!

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Will sagen: Will mir nicht vielleicht jemand einen Hund schenken? Und eine Wohnung, in der ich ihn halten kann? 😛

Im nächsten Beitrag sind wir dann wieder zurück in Japan und vertreiben Dämonen aus meinem Unglücksjahr … oder so 😉

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