Was lasse ich mir eigentlich so nach Japan schicken?

Von Familie und lieben Freunden kriege ich immer mal wieder kleine Carepakete zugeschickt und revanchiere mich dankerfüllt dann natürlich auch immer mit Päckchen vollgestopft mit japanischen Süßigkeiten, Flaschensöckchen und wirksamen Mückenvernichtungsschweinen. Aber was lasse ich mir eigentlich so nach Japan schicken? Letzte Woche trudelte ein Päckchen meiner Schwester bei mir ein, und der Inhalt ist ein schöner Querschnitt vieler der Dinge, die ich mir regelmäßig zuschicken lassen, weil sie hier nur schwer bis gar nicht zu bekommen sind. Für jeden, der in Deutschland lebt, sind das natürlich absolute Alltagsgegenstände:

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Was haben wir denn da für feine Sachen? Weihnachten steht vor der Tür, also ist es ein sehr süßes Päckchen mit vielen saisonalen Süßigkeiten geworden – was man so als „saisonal“ bezeichnen kann, wenn es das Zeug schon ab September im deutschen Handel gibt 😛 Stollen, Zimtsterne, Lebkuchen und Marzipankartoffeln en masse: Bei der japanischen Kette Kaldi Coffee Farm kann man nach Halloween einiges an importierten Weihnachtssüßigkeiten & Co. abstauben, allerdings ist die Auswahl begrenzt und die Sachen sind ziemlich teuer. Der kleine Stollen da oben? Kostet bei Kaldi rund 10 Euro. Die „nicht-saisonalen“ Haribos sind bei mir das ganze Jahr über übrigens gern gesehen 😛

DSCF1972Bleiben wir beim Essen: Nutella! Gibt es in Japan auch, aber nur in winzig, mit anderer Rezeptur, und dann für rund 7 Euro für … jetzt ganz ehrlich, ich glaube, das da auf dem Bild waren so 175 ml. Ja, ich bin auch immer wieder aufs Neue geschockt und habe deshalb einen kleinen Nutellavorrat in der Küche angehamstert. So schnell muss ich mich frühstückstechnisch also erst mal nicht umorientieren 😛 Habt ihr übrigens gehört, dass das Nutella-Rezept in Deutschland jetzt auch verändert wurde? Weniger Kakao, mehr Zucker und Magermilchpulver. Skandal! 😮 Vielleicht machen meine beiden Nutella-Gläser nach alter Rezeptur jetzt eine schöne Wertsteigerung mit 😛

Aber kommen wir zurück zum Thema! Als nächstes haben wir Tütensuppen! Tomatensuppe und Rindfleischsuppe mit Klößchen und Hochzeitssuppe und eigentlich alles an Suppen, was man in eine Tüte stopfen und mir zuschicken kann. Sie gehen schnell und helfen ein wenig gegen Heimweh :3

Okay, weg vom Essen, hin zu : Einem Vorrat an Deo. Wer auch anderen Japanblogs folgt, dem wird vermutlich schon aufgefallen sein, dass das ein großes Problem für viele Auswanderer in Japan ist. Japanische Deos aus der Drogerie sind im Prinzip einfach nur zarte Duftwässerchen, die mit so einer richtigen Ladung Ausländerschweiß einfach nicht umgehen können. Richtig wirksame Deos, wie man sie von zu Hause kennt, gibt es hier allenfalls als Import im Costco, wieder zum entsprechenden Preis, und ein Costco ist halt auch nichts, wo man mal schnell nach Arbeit mal reinhuschen kann, um aufzustocken. Ich bring mir lieber immer einen fetten Vorrat aus Deutschland mit und lass mich dann verteilt über das Jahr noch zusätzlich in Päckchenform beliefern. Warum Japan keine vernünftigen Deos hat? Es heißt ja, der Japaner produziere generell weniger Schweiß und brauche daher so etwas nicht, aber gerade im Sommer morgens und abends in der Rushhour in der Bahn erscheint mir dieses Argument nicht immer ganz so überzeugend …

Last, but not least: Unterhaltungsmedien auf Deutsch. Der Amazon JP Kindle Store hat seit einiger Zeit ein paar deutsche Bücher im Angebot, aber als günstig kann man die oft leider nicht bezeichnen, und so lasse ich mir doch immer wieder gerne deutschsprachigen Lesestoff in gedruckter Form zuschicken. An deutsche DVDs kommt man hier meines Wissens nach erst gar nicht ran. Das Tolle aber: Japan und Deutschland teilen sich einen Regionalcode. Hat man also deutsche DVDs, kann man sie ohne Probleme auf seinem japanischen DVD-Player oder auch seiner Playstation abspielen. Allerdings gilt das nur für DVDs! Deutsche Blurays kann ich hier leider nicht gucken orz Wer hat sich die Scheiße denn wieder ausgedacht???

Auf dem Foto nicht vertreten, aber in Päckchen an mich auch immer gerne gesehen: deutsches Brot – meist in der Form von Pumpernickeln -, deutsche Medizin – besonders Schmerzmittel, denn die japanische Medizin ist für LAPPEN dosiert und ich bin kein LAPPEN -, und Backzutaten wie Vanillezucker und Puddingpulver, für die man hier sonst ein Bein, zwei Nieren und seine Unschuld verkaufen muss.

Eher nicht regelmäßig, aber ich habe mir in meiner Verzweiflung auch schon Schuhe nach Japan schicken lassen. Es ist in den letzten Jahren etwas besser geworden, aber manchmal ist es mit Größe 39 und aufwärts immer noch ein Kreuz, in Japan passende Schuhe zu finden. Und BHs. Genau das Päckchen von meiner Mama damals wurde natürlich vom Zoll kontrolliert. Zum Glück waren beide BHs bei Ankunft noch da, wo sie hingehörten 😛

Was ich mir inzwischen nicht mehr schicken lasse: deutsche Taschentücher. Irgendwann erwähnte ich mal, dass japanische Taschentücher nur aus einer Lage bestehen und keinem halbwegs herzhaften Schnäuzen standhalten – und dem ist auch immer noch so -, und seitdem waren viele, viele, viele Päckchen an mich ausgestopft mit unzähligen Packungen Tempo-Taschentüchern. Nur „leider“ bin ich gar nicht so oft krank, dass ich die so schnell aufbrauche, wie mir Vorrat geliefert wurde, und inzwischen habe ich so viele Packungen, ich könnte unsere Wände mit ihnen verkleiden XD Hmmm, vielleicht wäre das in Anbetracht der mangelnden Wärmedämmung hier gar nicht mal so verkehrt … 😛

Eine (vermutlich) unvollständige Liste, die vielleicht einigen als Inspiration gereicht, wenn sie sich mit der Frage herumschlagen „Was schicke ich nur meinen Lieben in Japan zu?“ Oder auch für diejenigen, die sich oft in der „Alle wollen wissen, was ich nach Japan geschickt haben will, aber mir fällt nichts ein!“-Situation wiederfinden, denn Hand aufs Herz, so mit der Pistole auf der Brust ist das manchmal gar nicht so leicht 😮 Umgekehrt tipp ich vielleicht irgendwann mal eine „Frequently Requested Zeugs aus Japan by meinen Lieben in Germany“-Liste zusammen. Vielleicht irgendwann 😉

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Die schnieke Rolltreppe ist fertig!

Erinnert sich jemand noch an meinen Post vom letzten Jahr, in dem ich erwähnte, dass die Treppe des Todes auf dem Weg vom Bahnhof Tōkaidaigakumae hoch zur Tōkai-Universität durch eine Rolltreppe ersetzt wird? Wie in dem Post angekündigt, waren Kei und ich auch dieses Jahr wieder auf dem Unigründungsfest und haben im Zuge dessen doch mal die neue Rolltreppe begutachtet:

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Ganz schick, oder? Natürlich ist nicht die ganze Treppe ersetzt worden – den Stau in dem Fall will ich mir lieber nicht vorstellen – aber Mann, die Wocheneinkäufe damals 2007/2008 wären um einiges einfacher gewesen, wenn es da schon diese Rolltreppe gegeben hätte XD

Der Rest war wie immer – wir genossen das Herbstlaub, leckeres Essen und ein wenig Nostalgie.

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Das Wetter ist endlich schön genug, um von einem goldenen Herbst zu sprechen, und ich hoffe, das bleibt für eine Weile so. Mir hat die Sonne die letzten Wochen doch wahnsinnig gefehlt :3

So viel aus der Kategorie: Viel passiert gerade nicht, aber ich wollte was schreiben XD Hier, nehmt ein Katzenfoto 😛

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The kotatsu-life

Das Wetter derzeit macht keinen Spaß. Wenn überhaupt beschränkt sich das gute Wetter auf Wochentage, die man ja doch eher im Büro verbringt, während sich nun inzwischen der zweite Taifun an einem Wochenende über uns hinwegschiebt und Regen und Luftfeuchte mit sich bringt. Draußen weicht man sofort durch, drinnen kriegt man die Wäsche nicht trocken, und irgendwie zieht der ständige Regen die Laune ordentlich runter. Dabei wären die Temperaturen perfekt, um mal wieder ein wenig was in der Natur zu unternehmen. Mein einziger Lichtblick dieser Tage: unser kotatsu – ein beheizbarer Tisch mit Kuscheldecke.

2017-10-29 18 26 11Eigentlich wollte besonders Kei keinen kotatsu haben, denn sie sollen Stromfresser sein und sind außerdem so gemütlich, dass man, einmal unter ihnen, einfach zu nichts mehr kommt. Doch dann überließ uns eine Kollegin von mir freundlicherweise ihren großen Kaffeetisch, und siehe da, als sie ihn uns brachte, stellte sich heraus, dass dieses trojanische Pferd eigentlich ein ganz fescher kotatsu ist XD

Nun ja, wo wir ihn haben, haben wir natürlich auch eine entsprechende kotatsu-Decke bei Nitori bestellt, und da die Temperaturen an einigen Tagen schon recht niedrig waren, den kotatsu auch schon eingeweiht. Und was soll ich sagen: Es ist göttlich :3 「こたつは人間をダメにする」sagt der Japaner gern – „Unter dem kotatsu wird der Mensch nutzlos“ -, aber macht das bei diesem Wetter wirklich einen Unterschied? 😛

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Auf Englisch nennt man einen Schwarm Krähen „a murder“ …

Als ich letztes Jahr von unserer Müllkalenderumstellung berichtete, erwähnte ich u.a. auch das Raben- und Katzenproblem, das man an einigen Müllsammelplätzen mit dem sogenannten brennbaren Müll hat. Während sich das normalerweise eher auf ein, zwei freche Raben und Katzen beschränkt, die oft mit viel Erfindungsreichtum die guten Essensreste unter dem Netz hervorholen, bildet sich einen an anderen Tagen auch manchmal folgendes Bild:

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2017-10-20 08.54.12Ein ganzer Schwarm Krähen, der sich genüsslich über die Mülltüten hermacht, die hier intelligenterweise alle, wie man gut sehen kann, AUF dem Schutznetz abgestellt wurden O_o Das war ein Spektakel, sage ich euch. Zwischendurch mischten auch ein paar Katzen mit, die jedoch im Angesicht von so viel geballter Krähenpower low profile fuhren. Was man hier nämlich nur erahnen kann: Japanische Krähen sind verdammt groß. Und ich musste da jetzt also lang, denn ich musste ja zur Arbeit. Und je näher ich kam, desto weniger gefiel den Krähen dieser Fakt. Zuerst zog man sich auf den Zaun noch ganz nah am Müll zurück, doch schon bald wurden mir von den umliegenden Stromleitungen aus bitterböse Blicke zugeworfen.

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Eigentlich stehe ich ja total auf Krähen und weiß, dass sie Menschen nicht angreifen, aber hier huschte ich dann doch ganz schnell mit aufgespanntem Schirm durch, damit die Herrschaften sich schnell wieder an ihr Festmahl machen konnten, bevor sie noch auf andere Gedanken kommen. Das Fernsehen hat mir beigebracht, wie das sonst enden kann 😛 Und wie die Straße am Abend ausgesehen hat! Berliner Partymeile ist nichts dagegen. Leute, deckt euren verdammten Müll ab!

 

 

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[Unterwegs] Okinawa-Spezial: Schneeweiße Strände und smaragdenes Wasser

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Hier war es die letzten Wochen ruhig. Kei und ich flogen zum ersten Mal in unserem Leben nach Okinawa und hatten mit Vorbereitung und Dasein und Nachbereitung neben Arbeit alle Hände voll zu tun. Aber es war ein Urlaub, den ich lange nicht vergessen werde :3

Okinawa ist Japans südlichste Präfektur und setzt sich aus mehreren großen und kleinen Inseln zusammen. Sie gehörten nicht immer zu Japan. Bevor sich die japanischen Truppen auf den Inseln breitmachten, war das heutige Okinawa ein eigenständiges Königreich namens Ryūkyū mit eigenständiger Sprache und Kultur. An Sehenswürdigkeiten wie der Burg Shuri 首里城, in der früher die Herrscher Ryūkyūs residierten, lässt sich das auch noch erkennen.

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Am Ende des Zweiten Weltkrieges dann lieferten sich japanische und amerikanische Truppen auf Okinawa erbitterte Schlachten, die auch unter den Zivilisten viele Opfer forderten. Eine Vielzahl an Museen und Gedenkstätten erinnern an diese traurige Geschichte. Wir besuchten z.B. das Himeyuri-Friedensmuseum ひめゆり平和祈念資料館, in dem es um das Schicksal der Schülerinnen einer staatlichen Mädchen-Oberschule geht, die sich plötzlich als Sanitätstrupp im 2. Weltkrieg wiederfanden.

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Gerade das Innere des Museums ist durch die detaillierte Darstellung ein Stimmungsdämpfer, das gebe ich zu, aber die Ausstellung ist sehr interessant und ich kann sie nur empfehlen. Als ich mit meinem europäischen Gesicht umringt von Japanern vor einer Wand von Bildern der 134 getöteten Schülerinnen und Lehrer stand, hab ich mir allerdings gewünscht, ich hätte ein T-Shirt mit der Aufschrift „Nicht Amerikaner!“ an orz Man kann es drehen und wenden, wie man will, auf Okinawa denken die meisten beim Anblick eines westlichen Gesichts erst einmal „Amerikaner!“, und das kommt nicht von ungefähr. Japan zog im 2. Weltkrieg den Kürzeren, verlor Okinawa für die folgenden 25 Jahre an die amerikanische Besatzungsmacht, und auch heute noch, lange nach der Rückgabe Okinawas an Japan, sind immer noch 20% der Präfektur amerikanisches Militärgebiet, und dementsprechend viele Amerikaner laufen hier auch rum. Und auch wenn vermutlich kaum jemand auf den Inseln etwas gegen amerikanische Besucher hat, so sind die Militarbasen auf Okinawa ein ständiger Streitpunkt, denn es sind nicht nur 20% Gebiet, das von den Einwohnern nicht betreten werden darf, sondern vor allem all die Unannehmlichkeiten, die so eine Militärbasis mit sich bringt, wie Flugzeuglärm – und der ist nicht ohne, kann ich euch sagen, denn wir wohnen auch in der Nähe so einer amerikanischen Militärbasis und wissen daher, was die Leute in Okinawa tagtäglich ertragen.

Was mir von unserem Urlaub auf Okinawa jedoch am meisten im Gedächtnis geblieben sind, sind weder Ryūkyū noch die 2. WK-Geschichte und auch keine Amerikaner, sondern die atemberaubend schönen Strände und das tiefblaue Wasser. Viel hatte ich davon schon gehört und auf Bildern gesehen, aber es so mit eigenen Augen zu sehen ist doch noch mal was anderes. Gerade das Wasser war wirklich SO schön, es lässt sich kaum in Worte fassen.

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Bereits am ersten Tag fanden wir einen Strand, an den es uns über die Zeit unseres Aufenthalts mehrmals zog: den Emerald Beach エメラルドビーチ in Motobu 本部町. Der hatte nämlich nicht nur – wie der Name verspricht – smaragdgrünes Wasser, sondern auch schneeweißen Sand UND kaum Menschen auf ihm!

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Der Strand befindet sich nämlich im *lufthol* „Okinawa Commemorative National Government Park Ocean Expo Park“, und das Ziel der meisten Leuten, die hier herkommen, ist nicht der Strand, sondern das Okinawa-Churaumi-Aquarium. Und obwohl wir letzteres auch besuchten …

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… hinterließ der Strand doch einen deutlich bleibenderen Eindruck bei mir (Das Aquarium war, bis auf ein riesiges Becken, auch gar nicht so groß, wie ich erwartet hatte …) XD Man konnte Sonnenbetten und -schirme mieten, die Duschen waren umsonst, Schließfächer gab es für 100 Yen – was will man mehr? 😉 Als wir auf einem der umliegenden Parkplätze zum ersten Mal die 500 Yen berappten, eröffnete uns der freundliche Parkplatzwärter von seiner Sonnenliege aus, dass es kostenlos zu unserem Parkplatz zwei Leihfahrräder geben würde. Als wir erwähnten, dass wir die gar nicht brauchen würden, grinste er nur, sagte „Nehmt erst mal und dankt mehr später!“, und führte uns dann zu einem Weg, der uns quer durch einen wunderschönen Baumpfad und später vorbei am Meer führte. Eine ganz tolle Route, die auch auf den alten Klapperdingern ohne Gangschaltung viel Spaß machte XD

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Am dritten Tag in Okinawa entschieden wir uns, eine der kleineren abgelegenen Inseln zu besuchen, die man noch mit dem Auto erreichen kann. Wenn man schon rent-a-car hat, was auf Okinawa übrigens spottbillig ist, sollte man es auch ausnutzen 😉 Wir besuchten die Insel Ko’uri 古宇利島, die für eine ihrer Felsformationen berühmt ist.

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Da der linke Fels wie ein Herz aussieht, wird das Gebiet „Heart Rock Beach“ genannt. Für mich sahen beide übrigens aus wie Walflossen 😛

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Ich habe keine Ahnung, wie Kei dieser menschenleere Schnappschuss gelungen ist, aber Gott, wäre es echt mal so menschenleer gewesen, dieser Strand wäre ein wahr gewordener Traum gewesen XD

Da dieser Strand und jeder andere auf der Insel jedoch vor Touristen nur so explodierte und es zudem wirklich unerträglich heiß war, hielt es uns nicht wirklich lange auf der Insel und wir flüchteten zurück an den Emerald Beach XD

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Ich glaube, kulturell habe ich aus dem Urlaub nicht viel mitgenommen – es war aber auch absolut nicht das Wetter dafür. Es war so unerträglich heiß und schwül, man hat es teilweise wirklich nur im Wasser ausgehalten. Während ich mich am Strand und im Wasser in Okinawa verliebte, setzte mir die Hitze überall sonst wahnsinnig zu. Der Schweiß lief uns nur so in Bächen herunter und oft suchten wir ganz schnell wieder Schutz in unserem klimatisiertem Auto. Okinawa kulturell zu erkunden würde ich eher in einer anderen Saison empfehlen. Obwohl es dieses Jahr für einen Oktober wohl auch ganz ungewöhnlich heiß gewesen sein soll. Na juhu, dass wir dabei sein durften orz Obwohl zählen Shisa シーサー zur Kultur? Dann habe ich ORDENTLICH kulturell was mitgenommen:

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Shisa sind Wächterstatuen, die neben den Hauseingang oder auf das Dach gestellt werden, um Unglück abzuwenden. Von der Funktion her sind sie also wie komainu 狛犬, nur nicht auf Schreine beschränkt. Ha, und da behaupte ich hier doch glatt, ich hätte mich kulturell nicht gebildet in Okinawa 😛

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[Unterwegs] Nagano-Spezial: Shopping, ein See und dann schon Rückfahrt

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Sowohl linke Spur als auch Schlange für das Nikkokisuge-Feld in der kirigamine-Hochebene O_o

Ich hatte es im letzten Post schon angedeutet, aber nachdem wir Nagano am Donnerstag und Freitag quasi für uns hatten, wurde die Gegend am Samstag urplötzlich von einem Schwall Touristen überschwemmt. Ich glaube, ich habe Tateshina noch nie so voll gesehen. Das gute Wetter tat sein Übriges, und plötzlich musste man überall stundenlang anstehen, nur um einen Parkplatz zu bekommen. So hatten wir uns den Abschluss unseres Sommerurlaubs aber nicht vorgestellt. Da vergeht einem dann doch leider schnell die Lust. Unseren Versuch, das Nikkokisuge-Feld in der kirigamine-Hochebene vom Vortag an diesem Tag noch mal bei schönen Wetter zu sehen, gaben wir nur erst nach 20 Minuten auf, weil sich die linke Spur in die Parkplatzschlange verwandelt hatte und wir da erst wieder auskamen, als zwei Polizisten sich erbarmten und den Verkehr regelten. Dann halt nicht!

2017-07-15 12.18.08Wir gingen stattdessen auf dem Bauernmarkt einkaufen. Dieses Mal waren wir besser vorbreitet und hatten unsere riesige Costco-Kühltasche mitgebracht, die wir auf dem Markt fröhlich mit Obst, Gemüse und Kühlpacks vollstopften 😛 Nein, es ist kein Gerücht: Obst und Gemüse schmecken in Nagano einfach besser. Besonders bei Tomaten, die hier in den Supermärkten doch oft eine eher hellrote Farbe haben und dementsprechend wässrig schmecken, merkt man das. Wir hielten uns also nicht zurück. Und in der Costco-Tüte kam alles trotz der unglaublichen Hitze in Kantō unbeschadet bei uns zu Hause an 😉

Nach dem Shoppen brauchten wir erst einmal eine Stärkung. Wir fuhren in eine Gegend in Tateshina, deren Namen ich immer vergesse, aber in der es viele kleine Läden mit Krimskrams und einen Bäcker mit einem richtigen Steinofen gibt!

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Während wir uns auf der Terrasse über unsere Brote hermachten, überlegten wir, wie wir den restlichen Tag gestalten sollten und beschlossen, einfach etwas ziellos durch die Gegend zu fahren, denn so richtig nach Hause wollten wir beide noch nicht.

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Wer findet den Fuji? 😛

Beim Fahren kamen wir dabei an dem Mishaka-See 御射鹿池 vorbei, der berühmt ist für die Spiegelung seiner umliegenden Bäume im Wasser und den ich als mögliches Ausflugsziel auch im Hinterkopf hatte, und ergatterten mit ganz viel Glück sogar einen Parkplatz.

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IMG_7643Für die bestmögliche Spiegelung muss das Wasser natürlich komplett ruhig sein, wir hatten aber etwas Wind. Der See bot dennoch einen schönen Anblick, auch wenn ich froh bin, dass der Pensionsbesitzer uns vor unserer Abfahrt noch sagte „Erwartet nicht zu viel, dann ist er am schönsten!“ XD Denn SO krass schön, wie mir viele Internetseiten und Instagramposts bei meiner Vorabrecherche weismachen wollten, war er dann auch wieder nicht. Hoch leben die Filter 😛 Und nachdem wir dann auch noch von aufgebrachten Bienen verfolgt wurden, eilten wir zurück in unser Auto und entschieden, dass es jetzt auch langsam okay wäre, uns auf Richtung Heimat zu machen XD

Dort erwartete uns die drückende Hitze, die sich auch die nächsten zwei Monate einfach nicht mehr verkrümeln wollte. Letzte Woche war es zwar immer noch warm, aber weniger drückend, doch der Taifun, der sich extra eines unserer wenigen langen Wochenenden dieses Jahr ausgesucht hat, um über uns hinwegzuziehen, brachte erst zwei Tage lang starken Regen und dann heute eine erbarmungslose Hitze, bei der man sich wieder in den August zurückversetzt fühlt. Ich hoffe, der Sommer verabschiedet sich jetzt langsam wirklich mal! Ich will Herbst! Goldenen, bitte!

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Vom Abschiedsspaziergang

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[Unterwegs] Nagano-Spezial: Beim nächsten Mal dann

DSC07378Im Anschluss an den Zenkō-Tempel ging es endlich nach Tateshina in unsere Pension. Der Temperaturunterschied war nicht zu verachten, und nach einer erfrischenden Dusche gingen wir ganz pflichtbewusst unserer Lieblingsbeschäftigung nach: Adele rund um den Megami-See ausführen und uns dann am guten Pensionsessen vollfressen. So lassen sich Sommerferien aushalten 😉

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An diesem Donnerstag Abend vor dem langen Wochenende waren wir noch die einzigen Gäste in der Pension und hatten daher endlich mal wieder Zeit, uns ausgiebig mit den Pensionsbesitzern zu unterhalten. Es beeindruckt mich wahnsinnig, wie viel die beiden mit ihren Kindern zusammen schon in der Welt herumgereist sind. Klar, wenn man sein eigener Boss ist, kann man sich schon mal 2 Monate am Stück freinehmen. Hach, da fängt man an, von seiner eigenen Pension zu träumen. Und am nächsten Tag sieht man, mit was für Leuten man sich dann rumschlagen muss, und schon wirkt der eigene Bürojob ohne jeglichen Kundenkontakt doch gar nicht mehr so schlecht 😛

Für den Freitag hatten wir eigentlich eine Bergwandertour eingeplant, doch das Wetter wollte so gar nicht mitspielen. Es regnete immer wieder in Strömen. In der Hoffnung, es würde vielleicht doch noch irgendwann aufhören, stiefelten wir erst mal los, mussten uns aber schnell eingestehen, dass uns die Tour so auch einfach keinen Spaß machen würde, und drehten nach 20 Minuten wieder um. Was will man auch oben auf einem Berg, wenn man vor lauter Regenwolken nichts sehen kann? Beim nächsten Mal dann.

Unschlüssig, wie wir den Tag nun verbringen sollten, fuhren wir erst mal durch die Gegend und kamen an einem riesigen Feld orangefarbener Blüten vorbei. Nikkokisuge ニッコウキスゲ heißen diese und gehören zu den Lilien. Wir passten einen Augenblick ab, wo der Regen mal kurz aufhörte und gingen uns das Ganze aus der Nähe anschauen. Leider war der Regen einem dichten Nebel gewichen. Irgendwie passend, wo die Gegend, in der wir waren, kirigamine kōgen 霧ヶ峰高原, Hochebene des Nebelgipfels, heißt. Die Fotos, die ich dort gemacht, haben so zwar auch ihre ganz eigene Atmosphäre, aber wie schön muss das Feld bei Sonnenschein aussehen, dachte ich mir die ganze Zeit.

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Aber wozu nur träumen, wenn man noch einen ganzen Samstag vor sich hat, für den schönes Wetter vorhergesagt wurde? Wir suchten die Hochebene früh am Morgen des nächsten Tages also noch mal auf … und hätten uns im Anschluss selbst ohrfeigen können. Wo man am Tag davor noch kostenlos und ohne Probleme parken konnte, kostete der Parkplatz nun nicht nur plötzlich 1000 Yen (rund 8 Euro) für eine Stunde, sondern man musste sich auch mindestens 1.5 Stunden in einer Schlange anstellen und auf einen Parkplatz warten. Wie konnten wir ein langes Wochenende mit gutem Wetter nur so unterschützen? Natürlich würde es halb Japan in die Hochebene Naganos ziehen wie die Motten zum Licht. Auch hier galt also: Beim nächsten Mal dann.

Aber zurück zum Freitag: Auf unserem Weg zurück nach Tateshina kam dann doch noch einmal die Sonne hervor. Für unsere Wandertour war es nun schon zu spät, also was macht man mit so einem angebrochenen Tag? Wir besuchten den gosensui-Naturpark, 御泉水自然園, in dem wir im Mai schon waren. Den ryōsen-Wasserfall ließen wir dieses Mal aus Zeitgründen aus, obwohl er im Juli durch das Mehr an Wasser einen beeindruckenderen Anblick bieten soll als im Mai. Tja, hätte sich das Wetter mal früher entschieden 😛 Später zurück im Pensionszimmer fiel uns auf, dass wir ein paar schöne „Natur im Mai und Juli“-Vergleichsbilder zustande gebracht hatten, die vielleicht noch einmal besser erklären, warum ich in einem meiner letzten Einträge zu Tateshina sagte, dass die Gegend im Mai einigen Leuten vielleicht nicht unbedingt viel zu bieten habe.

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Für mich haben beide Jahreszeiten ihren Reiz. Natürlich ist die Gegend grüner sehr viel fotogener, im Mai hingegen bin ich ohne jeglichen Mückenstich und nächtliche Grashüpfer-Evakuierungsmanöver davongekommen.

Der Berg, den ihr auf den Bildern aus Tateshina ab und an im Hintergrund seht, ist übrigens der Berg Tateshina, 蓼科山 tateshinayama.

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Der Pensionsbesitzer erzählte uns beim Abendbrot, dass der Berg Tateshina weiblich sei, obwohl Berge in Japan immer männlich sind, denn er würde so aussehen wie eine Frau, die sich auf die Seite gelegt hat. Ja, genau wie bei Moana … äh, Vaiana! Und er ist einer der wenigen Berge, die ich kenne, bei denen man das Kanji 山 im Namen tatsächlich mal –yama statt –san liest! Bestiegen haben wir den Berg noch nicht, weil ihn unser Bergsteigebuch als „Fortgeschritten“ einstuft. Aber wenn ich mal so drüber nachdenke, kann er kaum anstrengender als der Berg am Shirakoma-See sein. Bleibt wohl nur zu sagen: Beim nächsten Mal dann 😛

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