Ein etwas ominöser Handwerker

So lange, wie ich gefühlt auf ihn gewartet habe, so schnell war er auch schon wieder vorbei: mein Sommerurlaub. Eine Woche ist einfach nicht genug, und doch ist man hier in Japan ja fast schon ausverschämt, wenn man sich die komplette Woche auch tatsächlich am Stück nimmt. Nun gut, man muss mit dem arbeiten, was man hat, und wir haben versucht, das meiste aus dieser Woche in punkto Erholung rauszuholen – von irgendwas muss man den Rest des Jahres ja zehren können.

Dabei war der Beginn der Woche erst einmal gar nicht so schön. Seit Samstag regnete es fast ohne Unterlass, und am Montag traf uns dann auch noch ein Taifun und machte das Chaos perfekt. Drei Tage, in denen wir unsere vier Wände kaum verließen. Wie mich das ärgerte, war ich doch gerade erst mehr als eine Woche Zuhause quasi „eingesperrt“, weil mich eine hartnäckige Erkältung niedergerafft hat. Am Montag zumindest war es jedoch absolutes Glück, dass wir das Haus nicht verließen, denn ganz plötzlich tröpfelte Wasser aus unserer Klimaanlage die Wand herunter. Regenwasser. Unsere Klimaanlage war irgendwo durchlässig und beförderte den Regen direkt in unser Schlafzimmer. Das Wasser lief die Wand herunter schön in die beiden Steckdosen direkt unter der Klimaanlage hinein. Wie gesagt: Gut, dass wir da waren, denn wer weiß, was passiert wäre, wenn wir nicht sofort den Strom im Schlafzimmer ausgeschalten hätten.

Nun standen wir da, mit Handtüchern bewaffnet, die nach wenigen Minuten schon klatschnass waren – so viel kam da aus der Wand gesuppt. Dass an diesem Tag während eines Taifuns jemand kommt und den Schaden behebt, würde nicht passieren, das wussten wir. Also raus mit uns in den Sturm und das Leck gesucht. Der Außenschlauch war ein Stück eingerissen, da musste das Wasser herkommen. Wir holten unsere stärksten Verbündeten – Plastiktüten und Klebeband – und bekamen das Problem fürs Erste in den Griff. Nun galt es, jemanden zu finden, der das professionell macht, am besten noch vor dem nächsten Taifun, der ja monströse Ausmaße haben soll. Kei googelte ein wenig und fand dann einen Reparatur-Service in der Nähe – je näher, desto höher die Chance, dass sie schnell kommen können, dachten wir uns.

Der Herr am Telefon versprach dann auch, am nächsten Morgen früh zwischen 8 und 12 Uhr vor unserer Tür zu stehen – er würde uns morgen noch mal die ganz genaue Uhrzeit durchgeben. Wunderbar, wir waren beruhigt. Wir hatten zwar für den nächsten Tag einen Ausflug geplant und waren dafür auch bei den Schwiegereltern angekündigt, aber dann musste alles eben ein wenig nach hinten verschoben werden.

Am nächsten Morgen warteten wir dann auf den Anruf. Und warteten. Und warteten. Gegen 11 Uhr wurde es Kei zu bunt und er rief selbst bei dem Herrn an, der uns daraufhin mitteilte, es wäre ein Kunde mit absolutem Notfall dazwischengekommen, er würde es erst am Abend zu uns schaffen. Wie reizend. Nicht nur, dass der Herr es offensichtlich nicht für nötig gehalten hat, uns Bescheid zu sagen, sind wir mit unserem Loch, das Regenwasser in die Steckdosen tröpfeln lässt, bitte kein Notfall??? Wir waren zuerst da!!! Kei erklärte, dass es abends nicht gehen würde, denn wir sind nicht Zuhause – wir haben unseren Ausflug nun schon auf später verschoben, keine Chance, dass ich den absage in der Hoffnung, der Herr kommt dann wirklich am Abend und es kommt nicht wieder ein anderer Kunde dazwischen. Der Herr meinte jedoch, dass er die Reparatur auch in unserer Abwesenheit durchführen könne, denn es sei ja ein Außenschaden. Super, das wäre natürlich perfekt. Als Kei jedoch fragte, wie die Bezahlung dann geregelt werden würde – bar vorbeibringen oder Überweisung – bat uns der Herr am Telefon doch allen Ernstes um Folgendes:

„Auf Google Maps habe ich gesehen, dass Sie einen Außenbriefkasten haben. Packen Sie das Geld in einen Umschlag, versiegeln Sie den gut und befestigen Sie dann eine Schnur an den Umschlag. Den Umschlag packen Sie dann in Ihren Briefkasten und lassen die Schnur ein Stückchen herausbaumeln. Dann kann ich das Geld rausziehen, sobald ich fertig bin.“

Ich war sicher, mich verhört zu haben, aber nein, Keis Gesichtsausdruck bestätigte, dass ich richtig gehört hatte. Hallo??? Wir wollten keinen Drogendeal abwickeln, sondern unsere Klimaanlage repariert haben! Gibt’s denn so was? Das kam natürlich auf keinen Fall infrage! Der Herr wollte aber partout nicht, dass wir das Geld vorbeibringen oder überweisen – wegen der Gebühren und so, sagte er – also zogen wir uns erst mal zur Beratung zurück. Als wir erneut anriefen, um den Auftrag zu canceln – wir würden uns einfach einen anderen Handwerker suchen, für den ich nicht Geld in meinem Briefkasten verstecken muss -, konnten wir den Herrn aber einfach nicht mehr erreichen.

Wir beschlossen, endlich unseren Ausflug für den Tag anzutreten. Es war bereits spät und wir hatten mit dem Mist genug Zeit vergeudet. Der Herr wird uns schon zurückrufen, wenn er unsere Anrufe sieht. Ohne Zeit und Art der Bezahlung ausgemacht zu haben, wird er ja nicht plötzlich hier auftauchen und einfach so unsere Klimaanlage reparieren, oder? Oder?

Als wir gegen 17 Uhr einen Anruf erhielten, war genau das passiert. Allerdings hatte er sich nun doch dazu bereit erklärt, uns die Bezahlung per Überweisung entrichten zu lassen. Die Details seien im Briefkasten. Wir wussten beide zu diesem Zeitpunkt wirklich nicht mehr, was wir zu der ganzen Geschichte noch sagen sollten. Gut, dass wir erst mal keinen neuen Handwerker rausgesucht hatten.

Als wir Zuhause ankommen, war alles wie angekündigt: Klimaanlage repariert und Überweisungsdetails im Briefkasten. Schnell gab Kei die Überweisung in Auftrag, aber bis jetzt werden wir das Gefühl nicht los, damit irgendeinen seltsamen Mafia-Deal eingegangen zu sein …

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Wenn der Postmann dreimal klingelt?

Postsendungen in Deutschland erhalten fühlte sich für mich immer an wie ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Postboten. „Lieferung in 3 – 5 Tagen“ hieß es in der Bestellbestätigung meist, und besagter Postbote kam natürlich immer genau dann, wenn bei uns niemand Zuhause war. Warum auch nicht. An ein verpasstes Päckchen schloss sich dann immer eins von vier Szenarien an:

a) Das Päckchen wurde beim Nachbarn abgegeben.*
b) Das Päckchen wurde in eine Packstation gebracht, die, aus welchem Grund auch immer, irgendwo in der Pampa stationiert ist.
c) Das Päckchen wurde wieder mitgekommen und der Postbote kommt an einem anderen Tag wenn keiner Zuhause ist noch mal vorbei. Maximal 3x, dann geht die Sendung wieder zurück. Aber nur keinen Stress!
d) Die XBox One wird bei Regen einfach vor die Tür gestellt – der Gartenzaun reicht bestimmt, um neugierige Leute abzuhalten – oder der 768-Seiten-Band von Harry Potter in die Öffnung des Briefkastens gekloppt, so dass sie sich verbiegt. Nein, ich denke mir das gerade nicht aus.

*In meinem letzten halben Jahr vor meinem Umzug nach Japan war ich selbst beliebte Postlagerungsstelle in unserem Wohnviertel, da ich an meiner Masterarbeit schreibend fast immer Zuhause war … nur für meine eigenen Päckchen natürlich so gut wie nie.

Ich war eigentlich mit keiner der mir angebotenen Lösungen jemals so richtig zufrieden.

Ich Japan bestellen wir natürlich auch öfters was und sind sogar noch viel weniger Zuhause als ich und meine Familie in Deutschland. Eigentlich verpasse ich fast jedes Päckchen, das mir geliefert wird, wenn ich nicht vorher schon das Lieferdatum festlegen konnte. In Japan schließt sich jedoch nur ein mögliches Szenario an ein verpasstes Päckchen an, und mit dem kann ich ganz wunderbar arbeiten:

Man erhält einen solchen Zettel, ruft entweder die angegebene Nummer an oder geht online, um einen Termin auszumachen, zu dem das Päckchen erneut vorbeigebracht werden soll. Und wir reden hier nicht von „irgendwann nächste Woche zwischen 8 Uhr morgens und 6 Uhr abends“, nein, nein. Ein festes Datum, und der Zeitraum lässt sich auf einen von zwei bis drei Stunden festlegen. Vormittags, 12 – 14, 14 – 17, 17 – 19 und 19 – 21 Uhr, meine Damen und Herren. Lieferung natürlich auch Samstags und Sonntags, und die Postboten sind zuverlässig! Hat man gebucht, kommen sie, und wenn ihnen ein Taifun im Nacken sitzt.

Und was wenn man einen Tag und eine Uhrzeit festgelegt hat und wider Erwarten doch außer Haus war? Dann kriegt man noch mal einen Zettel und kann einen neuen Termin festlegen. Vorbei die Zeiten, an denen ich versuchen musste, den Nachbarn abzufangen, um endlich an mein Päckchen zu kommen! Vorbei die langen Spaziergänge in irgendwelche zwielichtigen Ecken, um die Packstation zu finden. Für die Postboten, da bin ich mir sicher, kein Zuckerschlecken (immerhin müssen die auch um 21 Uhr noch liefern), aber für mich als Päckchenempfänger geht es einfach nicht praktischer.

Und als kleines Extra obendrauf gibt es Spaß mit der Absenderzeile auf dem Zettel. Der wird nämlich immer von den Postboten ausgefüllt, und was ich da schon für Schreibweisen von Namen gesehen habe! Das „Pet ro“ da oben soll meine Mama „Petra“ sein – so close! Ich hatte da auch schon mal einfach 海外 kaigai – Ausland – stehen – da bleibt es spannend😛

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Ganz allein fang ich sie mir?

Vorletzten Freitag kam das Mobilespiel „Pokémon Go“ auch in Japan endlich auf die Handys und hat eingeschlagen wie eine Bombe. Seitdem scheint hier alles im Pokémon Go-Fieber zu sein, auch wenn die anfängliche Begeisterung hier und da schon leicht abgeebbt hat. LEICHT!

Spielen tun hier vor allem Leute über 20 und nur sehr wenige Kinder. Das begrüße ich irgendwie, denn das Spiel ist ja nun mal für teure Smartphones gemacht, damit müssen Kinder nicht unbedingt durch die Gegend rennen. Manchmal sehe ich eine Eltern-Kind-Kombi mit dem Smartphone von Mama oder Papa auf Pokémon-Jagd – eine schöne Familienaktivität, muss ich sagen😉

Natürlich hab ich mich auch gleich mal vom Fieber anstecken lassen, und mit mir fast alle meine Kollegen – berufsbedingt wäre alles andere aber auch eine Schande😛 Am meisten spiele ich dabei auf dem Weg zur Arbeit oder mit Kollegen zusammen in der Mittagspause. Bei mir Zuhause in der Gegend sieht es nämlich leider mau aus mit Pokéstops und Pokémon-Arenen. Wer hingegen in Tōkyō wohnt, der braucht sich teilweise nicht mal aus seiner Wohnung zu bewegen, um konstanten Zugriff auf einen Pokéstop zu haben.

Vergleich Tōkyo und nicht-Tōkyō. Ob diese Imbalance dem Spiel auf Dauer gut tut, wird sich zeigen. Ich gehöre jetzt eher nicht zu den Leuten, die extra zum Pokémon Go-Spielen irgendwo hinfahren, und spiele daher doch weniger als ich zu Anfang gedacht habe. In meiner Gegend scheine ich zudem auch nur Dodus fangen zu können:

Das wird natürlich schnell langweilig, auch wenn ich dadurch inzwischen ein wahnsinnig starkes Dodri habe😛

Ein Pikachu habe ich bisher noch nicht fangen können, aber auf  meinem Arbeitsweg und in meinen Mittagspausen habe mir inzwischen schon die gesamte Erstausstattung von Team Rocket zusammengefangen. Da ich mich bei Arenakämpfen genauso anstelle wie ein Team Rocket, ist das nur passend😛

Der großen Serverüberlastungen, die in Amerika und Europa passiert sind, scheinen bisher entweder ausgeblieben zu sein oder ich habe sie nicht mitbekommen. Die größte Belastung müssen bisher meine Batterien ertragen, denn die sind in der Tat in Nullkommanichts runter, wenn man etwas länger spielt. Und eine Tauschfunktion hat das Spiel bisher auch nicht – darauf warten wir alle im Büro gespannt (und darauf spielt auch der Blogtitel an :P)

 

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Vom Löwen gebissen

Ich will mich über den Sommer dieses Jahr gar nicht beschweren, doch er lässt einen irgendwie erstaunt zurück. Viel Regen bringt er, und Temperaturen, die man oft als wirklich angenehm bezeichnen kann. Gestern hatten wir zwischendurch gerade einmal 23 Grad hier, und die sind auch mit der hohen Luftfeuchte ganz wunderbar zu ertragen. Für japanische Verhältnisse also eigentlich gar kein richtiger Sommer. Und ja, ich gebe es zu, das Übermaß an Regen nervt. Aber wisst ihr, was diese Tage ganz viel Spaß macht? Sommerfeste! Denn während man sich sonst immer in einen schwitzigen Schweißblop verwandelt, wenn man sich die Straßen an den Fressbuden entlangschiebt, kann man so ein Fest derzeit richtig genießen. Nur die Eisverkäufer, die dürften das ganze gar nicht so toll finden😛

Gestern nutzten wir also die Gelegenheit und besuchten ein lokales Sommerfestival, das sich als viel größer herausstellte, als wir zu Anfang angenommen haben. Ich würde es als größer als das tanabata-Festival in Hiratsuka einschätzen, und das wird eigentlich immer als eines der Größten bezeichnet. Ich rede vom kamimizo-Festival 上溝祭り in Sagamihara.

Es handelt sich um ein Fest mit langer Tradition, das seit der Edo-Zeit Bestand hat. Highlight sind der Umzug der geschmückten Festwagen, dashi 山車, und der mikoshi 御輿.

Aber MEIN persönliches Highlight waren die Löwentänze, shishmai 獅子舞, die aufgeführt wurden, denn ich hatte schon viel davon gehört, aber noch nie einen gesehen.

Die Löwen bewegen sich zur Musik aus Flöten und Trommeln, und wenn sie sich den Zuschauern nähern, dann schnell den Kopf hinhalten, denn der Biss eines Löwen soll Unglück vertreiben. Viele ließen sich selbst „beißen“, noch mehr Leute hoben ihre Kinder dem Löwen entgegen, und eine Person wollte auch seinen Hund segnen lassen, aber das arme Tier war von der gruseligen Maske so gar nicht begeistert und biss dem Löwen in die Nase ^^;

Shishimai sieht man oft, aber nicht ausschließlich auf Festen zum Jahreswechsel. Ihren Ursprung sollen sie in China haben. Die Gestaltung der Masken, der Tanz und die Begleiter der Löwen (bei uns zum Beispiel ein Fuchs, sehr viel öfters aber nur ein oder mehrere Löwen allein) variieren nicht nur von Region zu Region, sondern auch je nach Schule – Wikipedia schreibt etwas von 9000 Variationen dieses Tanzes! Da muss ich mir dieses Jahr doch glatt noch ein paar weitere anschauen gehen :3

Ich bin wirklich froh, dass wir uns gestern zu diesem Fest aufgemacht haben. Es war wolkig, dafür aber von der Temperatur her wahnsinnig angenehm – das muss das erste Sommerfest gewesen haben, bei dem ich nicht geschwitzt habe! Das Fest hatte trotz seiner Größe eine tolle Lokalatmosphäre, und matsuri-Essen ist eh ungeschlagen auf meiner Liste ganz weit oben. Definitiv mein erstes Highlight dieses Sommers :3

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[Unterwegs] Das Katzencafé „Temari no Ouchi“

Über Katzencafés in Japan allgemein habe ich hier schon einmal einen Beitrag geschrieben, aber bisher noch gar keine vorgestellt, die ich empfehlen kann, oder? Dann fang ich doch mal mit dem Katzencafè an, das wir im Anschluss an die Sailor Moon-Ausstellung in Roppongi besucht haben: das Temari no Ouchi てまりのおうち* in Kichijōji 吉祥寺. Zum Großteil war der Besuch als kleines Dankeschön an Kei gedacht, weil er sich mit mir die Sailor Moon-Ausstellung gegeben und danach auch noch ohne ein Wort der Beschwerde eine halbe Stunde lang mit mir am Chibiusa-Café angestanden hat😛 (Ja, ich mache anderen Leuten an MEINEM Ehrentag Geschenke! Bin ich nicht toll? :P) Aber auch ich hatte meinen Spaß im Café, auch wenn ich beim Katzenfanatikerlevel nie an meinen Mann herankommen werde😉

* „Haus von Temari“ – Temari war die erste Katze, die im Katzencafé wohnte😉

Mir hat besonders die Atmosphäre des Katzencafés gefallen. Kuscheliges Licht, niedrige Holztische mit Sitzkissen, eine wahnsinnig hohe Decke und ein paar niedliche Gimmicks, die Wald- und Wiesenstimmung erzeugen sollten.


Anders als in den Katzencafés, die wir bisher besucht haben, wird einem ein fester Tisch zugewiesen. Man kann sich natürlich trotzdem frei im Café bewegen, hat aber immer einen festen Platz, an den man zurückkommen kann. Dadurch wirkte das Café, obwohl es gut ausgelastet war, gar nicht mal so voll.

An einem Wochentag bezahlt man 1200 Yen (rund 10 €), am Wochenende 1600 Yen (rund 14 €) pro Person. Getränke und Essen kosten extra, dafür kann man so lange bleiben, wie man möchte, ohne eine zusätzliche Gebühr bezahlen zu müssen. Wir blieben rund 3 Stunden und waren am Ende ungefähr beim gleichen Preis, den wir sonst im Katzencafé hier um die Ecke mit Getränke-Flatrate, dafür aber Verlängerungsgebühr bezahlen.

Dann kommen wir doch mal zum Wichtigsten: zu den Katzen😀 Insgesamt gibt es 29 Katzen in allen Farben, Größen und Altersstufen im Laden. Laut Staff arbeiten sie in Schichten, es sind also nie alle Katzen auf einmal draußen. Direkt neben unserem Tisch hatte es sich der Kater Tsukushi in einem der Kuschellöcher in der Wand gemütlich gemacht und blieb dort auch für die gesamte Zeit unseres Besuches, ließ sich Fotografieren und auch streicheln :3

Die übrigens Katzen stolzierten frei durchs Café und kamen umso williger zu einem, je mehr man sie ignorierte😛 Ob sich so ein Besuch für einen lohnt oder nicht hängt dabei sowieso stark davon an, was man sich von ihm erhofft. Ein paar kuschelige Katzen beobachten/fotografieren, die eventuell mal nahe an einem vorbeistreifen, aber ansonsten lieber Abstand halten? Ja, super, kann man hier haben. Oder erwartet man eher ausgedehnte Kuscheleinlagen mit schmusebedürftigen Katzen? Dann wird der Besuch wohl eher enttäuschen. Wie ich immer zu sagen pflege: Ein Katzencafébesuch macht am meisten Spaß, wenn man nicht hauptsächlich für die Katzen kommt ^^;

Und manchmal, wenn man ganz ruhig dasitzt, sich auf sein Gespräch und seinen Kuchen konzentriert und so tut, als könnten einen die Katzen nicht weniger interessieren, dann kommt so ein Fellball (Opera war ihr Name) schon mal von selbst zu einem und legt sich zum Schlafen auf den Tisch.

Und manchmal, wenn man sich ein fettes Stück Kuchen mit so viel Sahne bestellt hat, dass sie fast vom Teller kleckert, dann kommt ein kleiner Munchkin angelaufen und versucht, einem die Sahne vom Teller zu stibitzen😉

(Man bekommt sogar einen extra Schirm zu seiner Bestellung dazu, um den Kuchen vor dem Munchkin zu beschützen XD)

Berührungsängste hatten die Katzen also wirklich keine und wirkten darüber hinaus einfach absolut tiefenentspannt, was sicher auch damit zu tun hatte, dass sie viele, viele unerreichbare Rückzugsorte hatten. Diese riesige Wand, z.B.:

Wer also gar keinen Bock mehr hat, der klettert einfach hier hoch und legt sich in die Sonne😉 Die Katzen wirkten sauber und gesund, es war kein Uringeruch zu vernehmen (da hatten wir mal ein ganz schlimmes in Shinjuku, das war kaum zu glauben O_o) – ich hatte also wirklich nichts zu meckern😉 Wer mal hin möchte, sollte allerdings über eine Reservierung nachdenken. Wir waren an einem Wochentag da und hatten vermutlich einfach nur Glück mit dem Timing, denn der Laden füllte sich nach unserer Ankunft ratzfatz und danach war Warteliste angesagt. Am Wochenende kann es nur schlimmer sein -.-‚

Temari no Ouchi – Homepage: Klick

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[Unterwegs] Die Sailor Moon-Austellung in Roppongi Hills

Die Ausstellung findet inzwischen nicht mehr statt und daher wird der Artikel niemandem mehr helfen, sich zu entscheiden, ob sich ein Besuch lohnt oder nicht, aber nun war ich schon mal da, da will ich auch berichten😛 Ich rede von der Sailor Moon-Ausstellung, die bis Mitte Juni in den Roppongi Hills stattgefunden hat und über die viele andere Japan-Blogs schon sehr viel früher geschrieben haben ^^;

Viel hatte ich über die Ausstellung in Roppongi Hills also schon gehört, vor allem, dass sie an Feiertagen und Wochenende zum Brechen voll sein soll. Ganz durch Zufall lag mein Geburtstag im Ausstellungszeitraum, und da Kei und ich sowieso schon beschlossen hatten, dass man einen so wichtigen Tag nicht mit Arbeit verschwenden dürfe (😛 ), erwarben wir also zwei Tickets für den entsprechenden Tag. Mit 1800 Yen (rund 15 €) pro Nase kein billiges Vergnügen, die Erwartungen waren also hochgesteckt. Leider kann ich nicht sagen, dass sie erfüllt wurden …

Für einen Wochentag war es immer noch erstaunlich voll. Ich will mir gar nicht erst vorstellen, was am Wochenende dort losgewesen sein muss.

Der erste Raum der Ausstellung war der schickste und in ihm Photos auch noch erlaubt. Es gab Bilder und Aufsteller der Sailor-Kriegerinnen, Sailor Moons Waffen in Neuauflage als Spielzeug, ähm *hust* als Sammlerstück zu bestaunen, und Serenity und Endymion in fast lebensgroßer Ausführung.

Die nachfolgenden Räume waren leider weniger beeindruckend, und Photos waren auch nicht mehr erlaubt. Da hätten wir zum einen den Raum, in dem Merchandise aller Art zu Sailor Moon ausgestellt war. Es tut mir leid, aber das Ganze wirkte, als hätte ein fanatischer Sailor Moon-Fan seinen Keller ausgeräumt und alles einmal in die Ausstellung gekippt. Einige Sachen sahen so schrecklich aus, in einem Spielzeugladen wäre ich davon ausgegangen, dass es eine billige Fälschung der echten Produkte sei. Aber wenigstens hatten Kei und ich so etwas zu lachen ^.^

In einem anderen Raum hatte man das erste Kapitel des Mangas koloriert ausgestellt. Inwiefern das jetzt nötig gewesen ist …? Ich kann mir nur wenige Leute vorstellen, die Manga und/oder Anime nicht kennen und dann so eine Ausstellung besuchen, aber gut.

Der Raum zum Anime hatte die Charakterskizzen vieler in Sailor Moon vorgekommener Charaktere, das fand ich wiederum sehr interessant. Leider auch hier keine Photos erlaubt -.-

Zwischendurch gab es irgendwo ein Bild von Sailor Moon mit einem Autogramm der großen Naoko Takeuchi herself. Ein nettes Gimmick😉

Es gab auch einen Raum, in dem Artworks von Naoko Takeuchi ausgestellt waren. Fassen wir die Auswahl der Bilder mal so zusammen: Ich besitze exakt EIN Artbook von Sailor Moon, ein einziges. Ein sehr dünnes sogar, wenn ich es mal mit meinen anderen Artbooks vergleiche. Und trotzdem kam jedes Bild, das man in diesen Raum der Ausstellung gepackt hatte, in diesem Artbook vor. Es gab nicht ein, nicht EIN einziges Bild, das ich nicht auf diesem Artbook kannte. Das ist an und für sich auch schon wieder eine Leistung.

Alles in allem liest man sicher heraus, dass ich mir die Ausstellung etwas spannender und auch größer vorgestellt habe. Ich hätte es nach der Captain Tsubasa-Austellung vor zwei Jahren ahnen sollen können, aber die Tickets dafür waren wenigstens nicht so teuer.

Ein Besuch im Chibiusa-Café durfte dann aber natürlich nicht fehlen (der Merchandise-Laden im Anschluss an die Ausstellung war so überfüllt, dass wir ihn übersprungen haben). „Nur“ 30 Minuten mussten wir anstehen – nichts im Vergleich zu 3, 4 Stunden, die man laut einer Kollegin am Wochenende warten muss und der einen Stunde, die viele, die sich nach uns einreihten, ausharren mussten – bevor man uns an unseren winzigen Tisch geleitete. Das Essen war ganz lecker, wunderschön anzusehen und vollkommen überteuert – also so, wie ich es von Restaurants dieser Art gewohnt bin😛 Aber 4 Stunden würde ich dafür jetzt nicht anstehen …


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[Unterwegs] Der Katzentempel in Setagaya

Vor einer Weile lud uns eine Freundin nach Setagaya 世田谷 zur Wohnungseinweihung ein, und wir nahmen die Gelegenheit war, einem Tempel in der Nähe, der schon lange auf meiner Liste stand, einen Besuch abzustatten. Nach Setagaya komme ich so sonst nämlich eher nicht, und nur für den Tempel allein lohnt sich die Fahrt dann auch wieder nicht.

Der Tempel, von dem ich rede, ist der Gotokuji 豪徳寺 – einigen vielleicht durch Blogposts und Photos als der Tempel mit den vielen maneki neko 招き猫, winkenden Katzen, bekannt.

So eine maneki neko hat sicher jeder schon mal gesehen, und sei es im Asialaden um die Ecke. Hier im Gotokuji sollen sie ihren Anfang genommen haben. Eine Legende* erzählt von einem General aus dem 17. Jahrhundert, der von einer Katze eingeladen im Tempel Schutz vor einem Sturm suchte. Zum Dank wurde seine Familie zu Schirmherren des Tempels und rettete ihn vor der drohenden Schließung. Figuren einer Katze mit winkender rechter oder linker Pfote wurden zu Glücksbringern, die Geld, Kundschaft, Glück oder anderes anlocken sollten. Alles wegen einer kleinen Katze, die sich vermutlich nur hinter den Ohren gewaschen hat😛

* Es gibt noch verschiedene andere Legenden zum Ursprung der maneki neko, aber das würde hier den Rahmen sprengen. Wikipedia hilft weiter.

Der Tempel ist etwa 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof Gotokuji entfernt. Das Gelände ist erstaunlich groß und grün mit vielen hohen Bäumen, bepflanzt, die wunderbaren Schatten bieten ^^v


Denn als wir den Tempel besuchten, war es wahnsinnig heiß, doch unter den Bäumen ließ es sich tatsächlich aushalten.

Die Stelle, an der die maneki neko aufgestellt sind, ist dann jedoch überraschend klein. 5 Meter lang vielleicht. Das hat man in den meisten Artikeln zu den Tempeln doch unter den Tisch fallen lassen ^^;

Aber dort ist dann auch an Katzen aufgestellt, was geht. Maneki neko in allen Größen, von winzig klein bis dekadent riesig, reihen sich aneinander. Je größer die Katzenstatue, desto größer die Chance, dass der entsprechende Wunsch von den Göttern erfüllt wird, heißt es. Das hat natürlich überhaupt gar nichts damit zu tun, dass die kleinen Katzen 300 Yen (rund 2,60 €) kosten, die großen aber schon 5000 Yen (rund 45 €)😛 Der Platz war allerdings so voll gestellt mit Katzenfiguren, dass man schon kreativ werden musste, um noch eine aufstellen zu können (einige waren es, siehe Photo).  Jedoch vermute ich, dass ein kräftiger Wind ausreicht, um ein paar von den sehr leichten Katzenstatuen zu zerscheppern und Platz für neue zu schaffen, also am besten mal nach einem Taifun oder so hingehen😛 Ich habe mich derweil mit einem shuin 朱印 (Schrein- bzw. Tempelstempel) zufrieden gegeben:

Aus mir absolut unverständlichen Gründen ist auf dem shuin keine Katze abgebildet T_T

Zusammenfassend also: Ein interessanter Besuch, wenn man sowieso in der Gegend ist und ein halbes Stündchen extra Zeit hat. Nur für den Tempel bzw. die maneki neko allein ist der Bereich, an dem sie aufgestellt sind, vermutlich zu klein, als dass sich der Weg extra nur dafür lohnen würde😉

 

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