[Unterwegs] Das Katzencafé „Miysis“

In meinem Blogpost allgemein zu Katencafés schrieb ich damals:


Kei liebt Katzencafés, ich selbst hingegen kann mit ihnen auch nach mehreren Besuchen eher wenig anfangen. Wer gerne Katzen beobachtet, für den ist das sicher was, aber mir sind die Katzen zu übersättigt, was menschlichen Kontakt angeht. Wenn man sie nicht gerade mit Leckerlis anlockt, wollen die meisten einfach nur in Ruhe gelassen werden, denn Kontakt zu Menschen haben sie jeden Tag mehr als genug und ich kann die Fellbälle daher auch gut verstehen. Und nur fürs Angucken sind mir Katzencafés dann aber doch ein wenig zu teuer.


Seitdem wollte ich hier eigentlich Katencafés, die mir gefallen haben, vorstellen, fand aber bisher nicht unbedingt viele, die mir zusagten. Und jetzt haben wir zu Keis Geburtstag also ein Katzencafé gefunden, das mir nicht nur generell von der Atmosphäre und dem Umgang mit den Katzen her gefiel, sondern in dem ich zum allerersten Mal schmusewilligen Katzen begegnete. Meine gesamte Welt wurde auf den Kopf gestellt O_o

Die Rede ist vom Cat Café Miysis in Yokohama, das wir nur durch Zufall fanden, denn eigentlich hatten wir ein anderes Katzencafé im Auge, doch das hatte geschlossen. Und im Nachhinein war das gar nicht so schlimm.

DSC08106

Das Katencafé Miysis beherbergt ausschließlich Katzen, die aus Tierheimen oder von der Straße gerettet wurden. Die meisten sind ältere Katzen, einige mit gut behandelbaren Krankheiten – in jedem Fall Katzen, die im Tierheim als „schwer vermittelbar“ gelten würden -, und viele der Katzen im Café stehen frei zur Adoption.

Preislich liegt das Café eher auf der etwas teureren Seite mit ab 1600 Yen (rund 12 Euro) für 70 Minuten und einem Drink – Zeit immer verlängerbar. Nur an Wochentagen gibt es ein Sonderpack für 3700 Yen (rund 28 Euro) mit dem man so lange im Café bleiben kann, wie man will. Und zum Glück waren wir an einem Wochentag da 😉

Zu Anfang bekommt man eine kurze Einführung, wird vor eventuell kratzwütigen Katzen gewarnt und dann geht es auch schon los.

Das Café hat viele Sitzmöglichkeiten, kleine Decken, mit denen man seine Klamotten ein kleines Bisschen vor den Katzenkrallen schützen kann – nicht, dass ich zu Anfang gedacht hätte, dass wir das brauchen – und im Winter wunderbar warme Heizteppiche, die bei den Stars des Ladens natürlich voll angesagt waren.

DSC08143

Und während wir da so auf unseren Bänken vor unseren Getränken saßen und ich schon auf einen Tag Katzen-nur-angucken eingestellt war, passierte plötzlich das, was mir in einem Katzencafé wirklich noch nie passiert ist:

DSC08094 DSC08105 DSC08097

Die Katzen kamen von selbst zum Kuscheln an. Und zwar nicht nur diese eine. Wir waren in all den Stunden, die wir im Café verbrachten, nicht eine Sekunde ohne kuschelbedürftige Katze. Manchmal waren es sogar zwei, drei oder vier von ihnen XD

DSC08107 DSC08108 DSC08125 DSC08135 DSC08140

2018-02-26 13.11.44Kei und ich waren ganz verzaubert! Da renne ich jahrelang durch die Gegend und erzähle, dass ich Katzencafés nicht wirklich mag, weil die Katzen dort immer einfach nur in Ruhe gelassen werden wollen, und dann das! Besonders, wenn man sich auf einen der Heizteppiche setzte, konnte man sich vor Katzen kaum retten XD Sie kuschelten sich an uns, schliefen auf unserem Schoß ein und schnurrten, was das Zeug hielt. Da wir an einem Wochentag dort waren, waren nur wenige andere Gäste im Café und wir hatten dadurch fast alle Katzen nur für uns – am Wochenende mag das anders aussehen. Dass sich die Katzen ausschließlich auf die Stammgäste – und das schienen die anderen Gäste vor Ort zu sein – im Laden konzentrieren, wie es auf einigen Reviewseiten bemängelt wurde, kann ich persönlich nicht bestätigen – eventuell ist auch das ein Wochenendphänomen. Die Katzen wirkten alles in allem tiefenentspannt, gepflegt und gut versorgt. So kann ich dieses Katzencafé daher wirklich uneingeschränkt empfehlen. Nur ein kostenloser Drink zum Eintrittspreis mag im Vergleich zu anderen Katencafés etwas geizig wirken, aber keine Sorge: Ihr werdet zu beschäftigt sein, um sogar dieses eine Getränk auszutrinken. Versprochen! 😛

DSC08139

Advertisements
Veröffentlicht unter Unterwegs | Verschlagwortet mit , , , | 14 Kommentare

Was der Frühlingssturm mit sich bringt

Draußen stürmt und regnet es, während ich an meinem freien Tag eingekuschelt unter dem ausgeschalteten kotatsu sitze, denn mit dem Frühlingssturm kam die Wärme, und plötzlich brauche ich in der Wohnung nicht mal mehr die Klimaanlage zum Heizen. Auch wenn die Temperaturen morgen noch einmal kurzfristig nach unten schnellen sollen, kann man also sagen: Der Frühling ist endlich da! Lange hat er auf sich warten lassen, denn letzte Woche lief ich noch in Winterjacke durch die Stadt. Und auch wenn ich die den Frühling ankündigenden Stürme wirklich nicht zu schätzen weiß – gestern fegte mir der Wind fast die Wäsche vom Balkon und vorhin musste ich mit unter dem Arm geklemmten Schirm durch den Regen nach Hause flitzen, weil es einfach zu stürmisch war, um einen Schirm aufzuspannen -, freue ich mich doch darauf, was der Frühling uns (hoffentlich) zu bieten hat: die Kirschblüte, ein paar Wochen ohne die lästige Klimaanlage – mein Hals wäre dankbar -, und Temperaturen und hoffentlich auch das Wetter, um endlich mal wieder was draußen zu unternehmen. Denn obwohl wir auch dieses Jahr versuchten, uns im Azumayaka-Park 吾妻山公園 auf den Frühling einzustimmen, gelang das trotz wunderschöner nanohana-Blüte …

IMG_8255 IMG_8259

…nur bedingt, weil es einfach so arschkalt war, dass dieses Mal aus Jacke ausziehen und schön Picknick machen leider nichts wurde.

2018-02-12 12.16.51

Ein fröstelndes Nagarazoku wartet darauf, dass sich die Wolke vor dem Fuji verzieht. Spoiler: Es wartete vergebens.

Trotzdem immer wieder ein schöner Ausflug, auch wenn der Park im Vergleich zum Vorjahr voller wirkte. Trotzdem wollen Kei und ich es dieses Jahr unbedingt versuchen, zur Kirschblüte herzukommen. Ein paar frühblühende Kirschblüten konnten wir übrigens sowohl im Azumayama-Park, …

IMG_8291

… als auch auf einem Ausflug mit Freunden aus Berlin am Wochenende nach Odaibai bewundern.

DSC08208

Ist es da ein Wunder, dass ich den Rest des Wochenendes eifrig dazu genutzt habe, meine Winterklamotten wegzuräumen und meine Frühlingsklamotten hervorzuholen? Na ja, nicht alle. Ein paar warme Pullis und meine Winterjacke habe ich für alle Fälle doch noch in Reichweite gelassen – ich bin ja nicht lebensmüde 😛

Veröffentlicht unter Über Japan | Verschlagwortet mit , , | 9 Kommentare

Berlin 2017 – Auflüge & Co. (Teil 2)

Der Neujahrswechsel bedeutet für uns ja eigentlich immer, dass es bald zurück nach Japan geht, doch dieses Jahr fielen die Feiertage im Januar so günstig, dass wir die erste Januarwoche nun auch noch in Berlin waren. Und die verbrachten wir mit noch ein paar mehr Ausflügen.

DSC07833Mit meinen Eltern fuhren wir für einen Neujahrsspaziergang zum Askanierturm am Werbellinsee, wo wir gerade noch zusehen konnten, wie ein Neujahrsblasen-Event zu Ende ging und alles abgebaut wurde. Wie auch letztes Jahr in den Heilstätten in Beelitz bewiesen wir also wieder unser perfektes Timing 😛 Aber wir waren eh zum Spazieren da!

Mit dem Werbellinsee verbinde ich viele Familie- und Klassenausflüge, sowie die erste einwöchige Klassenfahrt meines Lebens, von der mich meine Eltern nicht tränenüberströmt abholen mussten XD Kei wollte mir kaum glauben, als ich ihm von dieser deutschen Unart, Grundschüler mit ihren oft verhassten Mitschülern für eine Woche ins Ferienlager zu schicken, erzählte 😛 Macht man wohl in Japan nicht, hätte mir als Kind auch nicht gefehlt.

2018-01-01 21.42.40 DSC07837
DSC07843 DSC07855

Während der Großteil unseres Urlaubs natürlich daraus bestand, so viel deutsches bzw. in Japan nicht erhältliches Essen wie möglich in uns hineinzustopfen – selbstgekocht, gekocht bekommen und auch in Restaurants -, …

2017-12-23 09.17.02 2017-12-30 18.38.51 DSC07687 DSC07768 2018-01-02 12.25.43 2018-01-03 18.39.24 DSC07917 DSC07916

… wollte Kei eines Abends ein japanisches Ramen-Restaurant in Berlin besuchen. Um mal zu gucken. Okaaay O_o Aber unter meinen Freunden hier finden sich natürlich mehr als genug Leute, die sich da gerne anschließen, und so fanden wir uns in großer Runde inklusive Hündchen – ich finde es so toll, dass Hunde hier an SO vielen Orten erlaubt sind XD – im Takumi Nine im Prenzlauer Berg ein. Und was soll ich sagen?

2018-01-04 18.14.19 2018-01-04 18.16.16
2018-01-04 18.23.50 2018-01-04 18.23.25 2018-01-04 19.39.37

Es schmeckte exakt wie in einem japanischen Ramen-Restaurant. Was ich mir so auf Besuch in Deutschland nicht unbedingt gewünscht habe XD Aber was tut man nicht alles für seine bessere Hälfte? 😛

2018-01-06 09.38.15Das Essen am folgenden Abend war da schon wieder eher nach meinem Geschmack, denn wir besuchten mit meinen Eltern zum ersten Mal in meinem Leben das Restaurant in der Kuppel des Fernsehturms. Kein billiger Spaß. Man bezahlt nämlich nicht nur sein Essen, sondern muss auch den Eintritt in den Fernsehturm bezahlen, denn vor und nach dem Besuch im Restaurant kann man sich frei in der Kuppel bewegen. Aber es lohnt sich. Die Aussicht war fantastisch – auch wenn es durch die Fenster schwierig war, schöne Bilder zu machen – und das Essen wirklich köstlich. Mit Kürbis gefüllte Ravioli *nomnomnom*

2018-01-06 09.37.58 2018-01-06 09.37.17 DSC07898
DSC07906 2018-01-06 01.06.36 2018-01-06 09.36.41 DSC07902 DSC07905

2018-01-07 01.46.31Und damit war unser Urlaub auch schon wieder vorbei. 2 Wochen, die sich lang anfühlten und doch wie im Flug vorbeigingen. Den letzten Abend verbrachten wir mit Brettspielen, viel zu viel Alkohol gegen den Kummer und richtig guter Tiefkühlpizza. Hat mir die gefehlt! Ich weiß, Urlaub in Berlin ist nicht gleich Leben in Berlin, und ich erinnere mich daran, wie oft mir diese Stadt auf den Sack gegangen ist, als ich noch hier gewohnt habe, aber während meines Urlaubs benimmt sie sich meist so tadellos, dass ich immer ganz wehleidig werde, wenn es an den Rückflug geht ^.^; Aber das bringt das Auswandern wohl einfach mit sich …

Veröffentlicht unter In Berlin | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Berlin 2017 – Auflüge & Co. (Teil 1)

DSC07648Wenn wir meine Familie über Weihnachten und Neujahr besuchen, ist meine Mama schon Wochen vorher am Planen, wohin wir welche Ausflüge unternehmen könnten. Leider will das Wetter da nicht immer so mitspielen, aber wir haben an Sonnenstunden genutzt, was Berlin hergeben wollte, und uns aus dem Rest des Wetters einfach nichts gemacht. Wie heißt es so schön? Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung!

Am Abend des Tages nach unserer Ankunft fuhren wir zum Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz, um uns die Beleuchtung dort anzusehen und uns mit Weihnachtsmarktsfutter vollzustopfen. Der Weihnachtsmarkt strahlte richtig, und ich nutzte die Gelegenheit, der Gedächtniskirche zum ersten Mal in meinem Leben einen Besuch abzustatten. Trotz all der Weihnachtsstimmung konnte ich die zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen nach letztem Jahr inklusive einem extra großen Aufgebot an Polizeit aber natürlich nicht übersehen …

DSC07657 DSC07658 DSC07662

Ein wenig mehr Berlin gab es dann noch auf einer Sightseeingtour durch Mitte mit meinen beiden Lieblingsexkommilitoninnen, unterbrochen von einem fantastischen Mittagessen in unserer Zufallsentdeckung – einem dänischem Restaurant -, und getoppt von einem außer Kontrolle geratenem Schuhkauf. Was soll ich sagen? In Japan kann ich eben nicht einfach mal so Schuhe kaufen gehen.

DSC07744 DSC07750 DSC07749 DSC07765 DSC07779 DSC07780 DSC07768 DSC07766 DSC07774 DSC07776 DSC07777

DSC07705Mit meinen Eltern wurde es dann noch richtig nostalgisch, denn wir besuchten ein paar Orte, die mir aus meiner Kindheit mehr als gut bekannt sind. Ein Ausflug führte uns an den Müggelsee mit Müggelturm. Gut, auf dem Müggelturm selbst war ich laut Aussage meiner Eltern das letzte Mal mit einem Jahr – allzu sehr erinnere mich daran also nicht mehr 😛 Aber an den Müggelsee trieb es uns öfters; zum Spazieren oder auch zum Baden – letzteres zu dieser Jahreszeit natürlich keine Option XD Der Müggelturm hatte eindeutig schon bessere Tage gesehen, aber sein Treppenhaus und die Mülleimer (!) auf dem Gelände lösten krasseste N(O)stalgie in mir aus. Genauso wie der Eisclown auf der Speisekarte des Restaurants 😛 Im Anschluss ging es dann noch durch die Altstadt, bis uns der Regen zurück ins Auto scheuchte.

DSC07715 DSC07706 DSC07711 DSC07713 DSC07720 DSC07722 DSC07727 DSC07729

Ein sehr fotolastiger Eintrag, der auch schon ziemlich lang ist, also komme ich zu den Ausflügen & Co. nach dem Jahreswechsel in einem zweiten Teil. Selbiger war übrigens wie immer vollgestopft mit Familientraditionen und viel zu viel Essen – wie Weihnachten auch 😛 Und genau dafür fliegen wir auch jedes Mal zu dieser Jahreszeit hin 😉

DSC07679 DSC07793 2018-01-01 19.45.10 2018-01-01 19.44.22

Veröffentlicht unter In Berlin, Uncategorized | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 5 Kommentare

Berlin 2017 – Die Flüge

2018-01-23 15.58.45Die ganze Woche war es eisig kalt – kälter als in Deutschland wohlgemerkt – und der Schnee vom Montag schmilzt nur langsam, da kündigt der Wetterbericht doch glatt neuen Schneefall für die nächste Woche an. Ich hoffe, es bleibt bei Schneeregen. So sehr mich die Aussicht auf schneefrei auf Arbeit doch freut, ganz unbeschäftigt bin ich im Büro dann doch nicht, und ZWEI Tage schneefrei nachzuarbeiten, resultiert dann leider doch nur in Überstunden. Aber wenigstens kann so ein eiskaltes Wochenende unter dem kotatsu dazu genutzt werden, um ein paar Blogposts abzuarbeiten 😉

Unser Berlin-Urlaub 2017 – wie habe ich mich darauf gefreut! Auch dieses Mal wieder projektbedingt über Weihnachten/Neujahr, was mich natürlich für die Feiertage freut, aber ich muss wirklich mal wieder im Sommer nach Deutschland, sonst hab ich am Ende ein ganz verkorkstes, graues Bild von meiner Heimat XD

Nach dem doppelten Umsteigedesaster im Winter 2016 in München sowohl auf Hin- als auch auf Rückflug, wollte ich dieses Mal ganz unbedingt über einen kleinen Flughafen fliegen. Einem, bei dem man von Gate zu Gate nicht länger als 30 Minuten braucht. Und damit stand die Wahl eigentlich schon fest: Helsinki, denn hier habe ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht, auch wenn man die Sitzmöglichkeiten an den einzelnen Gates ruhig etwas ausweiten dürfte. Aber was nimmt man nicht in Kauf, um nicht wie letztes Mal in München zu seinem Anschlussflug RENNEN zu müssen.

2017-12-21 21.38.29

In der schummrigen Bar des Nikkō Narita Hotels konnten wir den Abend ganz entspannt ausklingen lassen.

Mit Helsinki standen dann auch unsere Fluggesellschaft – Finnair – und unser Abflughafen – Narita – fest. Über letzteres war ich nicht ganz so begeistert, denn Narita liegt so unmöglich weit draußen, dass ich immer Angst habe, es am Morgen des Abflugs nicht pünktlich hinzuschaffen. Aber wir übernachten dann den Abend vorher einfach immer in einem Hotel am Flughafen, da ist mir die Sorge auch genommen.

Finnair ist inzwischen auch auf den Trend aufgesprungen, Sitzplatzreservierungen vor dem Check-in einen Tag vor Abflug nur noch kostenpflichtig durchzuführen. Wem egal ist, wo er sitzt, der kann natürlich bis zum Check-in warten, wer aber gerne neben seinem Partner sitzen will, der muss in den sauren Apfel beißen und zwischen 17€ (unbeliebte Mittelplätze) bis 90€ (Economy Comfort ganz vorne) pro Person pro Sitzplatz pro Flug hinblättern. Da ist man schnell mal bei über 100€ Mehrkosten, aber da inzwischen fast alle Fluglinien auf diesen Zug aufgesprungen sind, kommt man woanders vermutlich kaum billiger weg. Kei und ich haben jedenfalls letztes Jahr hart gearbeitet und viele, viele Überstunden geschoben und uns so einfach mal mit Economy Comfort für den jeweils langen Hin- und Rückflug belohnt. Bei den Kurzflügen zwischen Helsinki und Berlin waren wir so früh dran, dass wir jeweils die Sitzplätze an einem der Notausgänge reservieren konnten. Inzwischen muss man dafür bestätigen, dass man Finnisch (bei Finnair) oder Englisch spricht, und das Kabinenpersonal prüft nach und setzt zur Not um – so geschehen mit einem Paar neben uns, das sich erst von einem anderen Herren übersetzen lassen musste, was die Dame da von ihnen wollte. Finde ich aber nicht schlecht – im Notfall MÜSSEN die Leute auf den Sitzen einfach mal die Anweisungen verstehen können.

Nun die große Frage: Haben sich die Mehrkosten für Economy Comfort gelohnt? Einfache Antwort: JA! Man erhält in Economy Comfort bei Finnair 8 bis 13cm mehr Beinfreiheit, die man definitiv merkt. Einfach mal die Beine nach vorne ausstrecken können, das ist schon was. Angeblich erhält man auch bessere Kopfstützen, aber da ich eh immer auf Keis Schulter wegpenne, kann ich dazu nicht viel sagen 😛 Die Sitze befinden sich ganz vorne in der Economy Class-Kabine, und so ist man bei allen Mahlzeiten einer der Ersten, die bedient werden. Außerdem bekommt man geräuschunterdrückende Kopfhörer für das Entertainment-System – auch nicht schlecht! Ob man die dafür anfallenden Mehrkosten tragen möchte, muss jeder für sich selbst entscheiden, aber bei einem 10stündigen Flug lohnt es sich schon, finde ich.

Bildschirmfoto 2018-01-28 um 19.36.23

Finnair Homepage

Generell war ich mit dem Service bei Finnair zufrieden. Auf der wahnsinnig übersichtlich gestalteten Homepage kann man vor Flug alles möglich auswählen und hinzubuchen – es gibt eine unglaubliche Anzahl an Menüoptionen, die von vegan über koscha bis hin zu Dingen reichen, von denen ich noch nie gehört habe -, und hat man seine Mailadresse registriert, wird man über Check-in, Wetterlage und Flugstatus auf dem Laufenden gehalten.

Was ich beim Flug ganz toll fand, war eine Anzeige auf dem Bildschirm, die einen darüber informiert, wie viel Zeit schon vergangen ist und wann es das nächste Mal was zum Futtern geben würde. Warum haben das nicht alle Fluglinien? Nichts finde ich schlimmer, als hungrig im Ungewissen darüber zu sein, wann ich was zum Schnabulieren kriege! Außerdem kann man so gut Klozeiten und ähnliches abpassen. In 30 Minuten landen wir? Super, packen wir doch schon mal zusammen!

2018-01-07 19.28.41

Mit dem Essen war ich übrigens auch sehr zufrieden – auf dem Rückflug gab es Köttbullar, da kann man wirklich nicht meckern! :3 Aber ich bin auch generell kein sonderlich wählerischer Mensch 😉

2018-01-07 18.27.45

Ein Ärgernis hatten wir allerdings doch: Beim Check-in für unseren Rückflug wurden wir gefragt, ob wir unsere Sitzplätze noch einmal überprüfen wollen würden. Ich klickte ja, kam zur Sitzplatzübersicht und sah, dass zwei bessere als die von uns gewählten Plätze frei waren und wählte beide aus. Ein Pop-up fragte mich, ob die ursprüngliche Sitzplatze storniert werden solle, und als ich das bestätigte, wurde ich auf eine Seite weitergeleitet, auf der man meine Kreditkarteninformationen wissen wollte, um die neuen Sitzplätze in Rechnung zu stellen. Da die alten Sitzplätze bereits gecancelt waren, hatte ich keine andere Wahl, als die 140€ zu bezahlen, den hätten wir bis zum nächsten Tag gewartet, hätten Kei und ich ganz sicher nicht nebeneinander sitzen können. Da 140€ nun aber auch kein Pappenstiel sind, rief Kei bei Finnair an, um sich zu beschweren – man hätte uns ja wenigstens warnen können, dass bei einer Sitzplatzänderung Gebühren anfallen würden – und siehe da, wir bekamen zwar keine Erklärung, was der Käse sollte, aber die Abbuchung wurde storniert. Nächstes Mal bin ich mit so was dann aber doch vorsichtiger …

2018-01-07 14.51.23Aber bis auf diesen Zwischenfall habe ich mich bei Finnair eigentlich ziemlich gut aufgehoben gefühlt. Da wir ja selbst wenn der Hauptstadtflughafen irgendwann mal fertig sein SOLLTE trotzdem keine Direktflüge nach Japan bekommen sollen, wird es wohl mein bevorzugter Umsteigeflughafen bleiben. 20 Minuten inklusive Pass- und Sicherheitskontrolle – das muss man erst mal schlagen. Und wunderschöne Sonnenuntergänge bei Landung gibt es inklusive :3

Veröffentlicht unter Flug-Erlebnisse | Verschlagwortet mit , , | 8 Kommentare

So kann es auch gehen

2018-01-22 08.36.49

Die Odakyū-Linie weiß jetzt schon, dass es heute Nachmittag zu ausfällen und Vespätungen kommen wird …

Ich hatte ja heute so keinen Bock auf diesen Tag. Der Wetterbericht kündigte heftigen Schneefall an, und das kann in der Region Kantō immer nur eins bedeuten: Verkehrschaos. Am liebsten hätte ich mir den Tag freigenommen und mich einfach unter unserem kotatsuverkrochen, aber wir hatten heute Vollversammlung auf Arbeit – ein Pflichttermin für alle. Und so ging es also am frühen Morgen mäßig gelaunt Richtung Tōkyō.

Doch siehe da: Unser Chef wies als ersten Tagespunkt alle Abteilungen an, ihre Mitarbeiter heute frühzeitig zu entlassen – wir würden ja nicht wollen, dass irgendjemand wegen dem Schnee später in der Firma festsitzt – und die Mitarbeiter mögen bitte beruhigt sein, man würde den Tag für jeden trotzdem als komplett gearbeiteten Tag behandeln. Von diesen Worten beflügelt, schaffte ich es, alle meine für den Nachmittag angesetzten Meetings auf einen anderen Tag zu verschieben und warf mich noch vor dem Mittagessen in die Bahn zurück nach Hause. Am Bahnhof noch schnell mit allen Notwendigkeiten eingedeckt – je nachdem wie viel Schnee sich sammelt, muss man ja auch immer mit Stromausfall rechnen – und ab Richtung kotatsu! In Kanagawa schneite es zu dem Zeitpunkt schon sehr viel heftiger als in Tōkyō und ich stampfte mit aufgespanntem Schirm den Weg zu unserer Wohnung zurück.

2018-01-22 13.33.05

Inzwischen türmt sich der Schnee draußen zentimeterhoch auf und auf den meisten Bahnlinien kommt es dementsprechend schon zu Verspätungen und Ausfällen. Gut, dass ich da mal nicht mittendrin sein muss, sondern das Ganze mit einer Tasse Tee in der Hand aussitzen kann XD Kei durfte auch früher gehen, und so zusammen warm eingekuschelt unter dem kotatsu hat der Schnee doch wieder einen ganz anderen Reiz, als wenn man befürchten muss, dass er einem den Feierabend versaut :3

IMG_8212IMG_8211IMG_82162018-01-22 11.18.55

Veröffentlicht unter Alltag in Japan | Verschlagwortet mit , , , | 11 Kommentare

Auf ein frohes neues Jahr!

Ich glaube, so spät war ich mit meinen Neujahrsgrüßen hier noch nie dran. Aber wir waren dieses Mal auch inklusive der ersten Januarwoche meine Familie in Deutschland besuchen, und kaum waren wir zurück, mussten wir uns auch gleich wieder in den Arbeitsalltag stürzen. Der Nachteil, wenn man seinen Urlaub bis zum letzten Tag ausnutzen will. Wir haben daher auch noch nicht mal unseren ersten Schreinbesuch des Jahres absolviert – das holen wir jetzt hoffentlich am Wochenende nach.

Das Jahr des Hundes also. Wunderbar! Als Hundefanatikerin sollte das ja dann mein Jahr werden 😛 Allein all das Merchandise, das derzeit mit Hundeaufdruck produziert wird, lässt mir jetzt schon das Herz übergehen XD

Letztes Jahr war ich ja eine derjenigen, die vom Unglückjahr betroffen war, aber das scheine ich gut überstanden zu haben. Das lag bestimmt an der Zeremonie, für der man sich an jedem Schrein ordentlich Geld abknöpfen lassen kann, um die Götter für das Jahr um Beistand zu bitte. Ganz bestimmt!

Für mich als Büffel soll das Jahr des Hundes jetzt viele Herausforderungen bereithalten, die mein Durchhaltevermögen fordern, mir aber auch neue Möglichkeiten und Wege eröffnen. Aha. Was das jetzt mit Hunden zu tun haben soll 😛

Aber gut, lassen wir das Jahr doch mal auf uns zukommen. Ich bin gespannt. In dem Sinne: Auf ein frohes Neues! 😉

Veröffentlicht unter Von Zuhause in Japan aus | 6 Kommentare