Noch mal Edo in Nagano – Unnojuku

Dieser Beitrag sollte vor Tagen schon online gehen, und ich habe das Gefühl, dass ich diesen Satz in letzter Zeit immer öfters schreiben muss, aber Flickr ließ mich nicht. Was war es dieses Mal? Wüsste ich auch gerne. Zum Glück war der Kundenservice sehr hilfsbereit und konnte das Problem am Ende beheben, aber als ZAHLENDER Kunde sollte ich das auf der anderen Seite auch erwarten dürfen. So, Gemecker zu Ende, weiter in der Geschichte.

In Realzeit sind wir gerade mitten in der Regenzeit und es passiert nichts Spannendes. Anders als letztes Jahr scheint die Regenzeit dieses Mal die 1.5 Monate komplett durchziehen zu wollen und das schlägt mir ordentlich auf die Stimmung T_T In Blogzeit sind wir allerdings noch in der Golden Week im Mai, und nach ein paar verregneten, mit Wohnungssuche vollgestopften Tagen gingen Kei und ich also endlich mit einer vielversprechenden Wohnung in Aussicht in unseren wohlverdienten Urlaub in Nagano, wo die Sonne strahlte und die Kirschbäume noch blühten. Tjahaha, wir mussten ewig darauf warten die Wohnung, die es dann wurde, von innen zu sehen, also müsst ihr das jetzt auch 😛

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Nun waren wir natürlich schon so oft in Tateshina und Umgebung, dass es für uns nur noch wenig Neues zu entdecken und wir mich daher auf dem Blog zu berichten gibt. Sollte man meinen. Tatsächlich habe ich erst vor kurzem die Nakasendō 中山道, wortwörtlich die „mittlere Bergroute“, für mich entdeckt; eine der fünf Routen, die in der Edo-Zeit die Hauptstadt Edo (heute Tōkyō) und Kyōto miteinander verband und sich durch die Präfekturen Saitama, Gunma, Nagano, Gifu und Shiga streckt. Und was gibt auf dieser Strecke so besonderes? Städte, die noch immer so erhalten sind wie damals zur Edo-Zeit. Das mir zu überlaufene Kawagoe 川越 zum Beispiel. Oder Naraijuku 奈良井宿, das Kei und ich letztes Jahr besuchten und das wir uns ob seiner Abgeschiedenheit mit nur ein paar wenigen anderen Touristen teilen mussten. Und wenn man NOCH weniger andere Touristen vor Ort haben will, so kann ich ab diesem Jahr Unnojuku 海野宿 nur wärmsten empfehlen, das wir uns mit vielleicht gerade einmal einer handvoll anderer Touristen teilten.

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Wie in Naraijuku 奈良井宿 sind auch hier die Häuser noch so erhalten wie damals zur Edo-Zeit (von 1603 bis 1868), als dieser Ort eine wichtige Zwischenstation für den Goldhandel, aber auch für Pilger auf dem Weg zum Zenkōji war. Heute ist es so ruhig und menschenleer hier, dass man fast das Gefühl hat, in einer Geisterstadt unterwegs zu sein.

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Ein kleiner Fluss plätschert die Straße entlang und trägt zur Idylle bei.

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Unnojuku ist vor allem eines: richtig fotogen!

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Wer stundenlang nicht vorwärts kommen will, weil er so beschäftigt ist, Fotos zu schießen, der kommt hier vollkommen auf seine Kosten.

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Auch mal ein Kontrastprogramm zum stundenlangen Nichtvorwärtskommen wegen Touristenmassen 😛

Aber viel anderes gibt es in Unnojuku auch nicht zu tun. Es gibt kaum Läden, nur wenige Restaurants oder Cafés. Aber kaum heißt nicht keine, man muss nur etwas suchen 😉 Die wenigen Läden bieten vor allem traditionelles Handwerk, das aber zu einem gewissen Preis.

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Es gab auch ein paar klitzekleine Museen und Ausstellungen, aber das Wetter war zu schön, um es drinnen zu verbringen.

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So eine sonnige und vor allem warme Golden Week habe ich in Nagano noch nicht verbracht. Jetzt zur Regenzeit lassen die Bilder mit nostalgisch aufseufzen. Ich will warm – nicht heiß! -, ich will Sonne, ich will blauen Himmel!! T_T

Wir fanden ein kleines, charmant schrulliges Café mit Fensterplätzen, an denen wir bei Kaffee (und in Keis Fall Bananenshake 😉 ) und Snacks die wenigen Passanten beobachten, die sich in dem Örtchen fanden.

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Ich weiß nicht, ob wir einfach nur Glück oder gutes Timing hatten, Unnojuku so leer vorzufinden. Ende November gibt es ein Festival in der Stadt, zu der es wohl voller wird und vermutlich das einzige Hotel, das wir im ganzen Ort gefunden haben, ausgebucht sein wird.

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An dem Tag war es wie alles andere auch wie leergefegt. Aber wer in Tōkyō lebt und arbeitet, weiß das im Urlaub mehr als zu schätzen 😉

 

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