Applaus und Buhrufe: Deutschland-Edition!

Applaus gibt es für …

Deutschen Frühling: As per my last post.

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Essen: Bei meinem ersten Austausch war mir Essen ziemlich egal. Jetzt gehöre ich zu den Leuten, die vor Ort unbedingt irgendwas essen müssen, wofür die Region bekannt ist, und in Deutschland dann vor allem, was ich in Japan nicht haben kann. Merkt man daran, dass man zu den „adults“ gehört? 😛

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1) Geiles Eis – Zitrone und Honigmelone – am Mainufer war geil.
2) Veganer Burger mit einem Patty aus verschiedenen Bohnen und BBQ-Soße. Ultralecker, aber meine Güte war ich nächsten Tag aufgebläht XD
3) Oreo-Tiramisu hat nach dem Burger eigentlich nicht mehr reingepasst, aber darauf konnte ich keine Rücksicht nehmen 😛

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4) Deutsches Frühstück kann nur von deutschem Frühstück auf einer sonnigen Terrasse getoppt werden :3
5) KOTLETT mit SPARGEL!!! Meine Mutter hat so viel tolles Essen für mich gekocht, ich wurde ja so verwöhnt. Die meiste Zeit war mein Hunger leider überwältigender als der Gedanke, das Essen zu fotografieren, aber wer kann es mir verübeln? 😛

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6 + 7) Was wäre ein Besuch in Deutschland ohne kerndeutsches Essen? Obwohl ich Obatzda vorher noch nie hatte XD

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8 – 13) Bouletten als Vorspeise, Zigeunerschnitzel und Blutwurst als Hauptgericht, Apfelstrudel zum Dessert und die geilste Milchkanne zum Kaffee in charmantester Begleitung! Die Blutwurst hatte so überhaupt gar nichts mit dem Schulfraß zu tun, den ich mit ihr assoziierte. Jetzt muss ich mein gesamtes Bild von ihr revidieren!

Blog_2019-04-11 10.16.59Bücherläden: Japanische Bücherläden sind praktisch. Sie sind da und sie verkaufen Bücher. Fast ausschließlich im sogenannten tankobon-Format 単行本, was eigentlich nur „einzelnes Buch“ heißt, aber Paperbacks meint, mit, sorry, aber es ist wahr, immer den gleichen Covern. Bücher sind keine Sammlerstücke, dafür ist in japanischen Haushalten einfach kein Platz. Sie werden gelesen und dann meist gleich wieder an den BookOff verkauft, nur ganz wenige werden behalten. Hardcover sucht man meist vergeblich – nehmen ja eigentlich auch viel zu viel Platz weg in einer japanischen Wohnung. Nun durfte meine Ästhetik aber 28 Jahre lang in Deutschland wachsen und gedeihen und reifen, und verfällt daher allem, was da so in deutschen Bücherläden aufgebahrt liegt.

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Kleine japanische Wohnung papperlapp, kommt her, meine Schätze! KOMMT ZU MAMA!
Taxifahrer: „Was haben Sie denn da in Ihrem Koffer? Steine?“ Fast …

2019-05-02 21.34.10Das Leben mit Hund: Ich glaube, ich wiederhole mich, aber mit Hund ist einfach alles besser! Aufwachen und ganz verschlafen die Arbeitsmails checken, denn offiziell ist man ja im Dienst, hat gleich eine ganz andere Atmosphäre, wenn da was Kuscheliges am Bettende noch ganz verträumt schnarcht :3 Und wie viel gesünder mit den ganzen Spaziergängen über den Tag verteilt! Aska fehlt mir in Japan sehr, aber außerhalb des ländlichen Japans hätten so große Hunde hier auch einfach keinen Spaß. Für unseren anstehenden Umzug (mehr dazu in einem späteren Post 😉 ) bestehe ich aber dieses Mal auf eine Wohnung, in der Haustiere erlaubt sind, und wenn ich dafür aufs Land ziehen muss! Vermutlich nicht sofort, aber ich will einfach die Option haben, mir was kleines Kuscheliges in Haus zu holen, wenn ich es möchte!

Buhrufe hingegen gibt es für:

Mein Hotel: Ich meine, ein wenig hat meine Firma ja auch schuld, denn wer wartet auch bitte bis zur Woche vor dem Abflug, um ein Hotel zu finden, das ein Zimmer für zwei Wochen am Stück zur Verfügung hat? Nun rühmte sich das gefundene Hotel allerdings mit vier Sternen und es gab keine Bedenken, doch jetzt muss ich mich fragen, was man als Hotel in Deutschland eigentlich tun muss, um 4 Sterne zu erhalten. Einfach nur existieren? Denn von 4-Sterne-Hotels bin ich sonst anderes gewohnt. Und ich rede noch nicht mal von der Rezeption, die im ersten Stock war, und der Aufzug, der erst ab dem ersten Stock losging, was bedeutete, dass ich sowohl am Tag meiner Ankunft als auch meiner Abfahrt erst mal mein gesamtes Gepäck eine Etage schleppen musste. Der Teppich im Zimmer hatte definitiv schon bessere Zeiten gesehen, das Fenster zeigte auf eine viel befahrene Straße, das Zimmer hatte jedoch zeitgleich keine Klimaanlage, was in der ersten Woche bedeutete, dass ich mit offenem Fenster schlafen musste, was bei dem Straßenlärm draußen ganz fantastisch war. Schnell stellte ich zudem fest, dass vermutlich die gesamte Stadt, aber zumindest mein Hotel unter der Einflugschneise zum Frankfurter Flughafen lagen. Geile Wurst. Der Lautstärkepegel war auch mit Ohrstöpseln kaum runterzuschrauben. Ich habe zwei Wochen lang nicht länger als bis 5 Uhr morgens geschlafen, denn ab dann dürfen die Flugzeuge loslegen. Gut, für die Flugschneise kann das Hotel vielleicht nichts, für das Badezimmer hingegen schon. Ablüftung und Licht waren miteinander verbunden. Schaltete ich das Licht aus, dann schaltete ich auch die Ablüftung aus und lief die Ablüftung nicht, begann das Bad in SEKUNDEN zu stinken. Also Dauerlicht. Außer nachts, denn dafür war die Lüftung zu laut. Oder nachdem das Servicepersonal mein Zimmer geputzt hat. Die haben die Lüftung nämlich auch immer ausgestellt. Ich will euch gar nicht beschreiben, wie das dann im Anschluss im Bad gerochen hat … Der Fernseher war so angebracht, dass der maximal im Nebenzimmer zu hören gewesen sein musste. Der Föhn war auch aus einem vergessenen Jahrhundert, Zimmerservice gab es nicht und das Frühstück kam 10 Euro pro Tag für etwas, das ich mir im Supermarkt selbst sehr viel billiger zusammenkaufen konnte. Was ich dann auch tat. Nachdem ich mir zusätzlich Pappteller und Plastikmesser gekauft habe, denn nicht mal Geschirr hatte ich und mit irgendwas musste ich mir ja meine Stulle (ich hatte nicht mal einen Wasserkocher oder so, mehr als Stulle war daher nicht drin) morgens schmieren. Sorry Umwelt, beschwer dich beim Hotel. Hätte selbiges jetzt nur 3 Sterne oder so gehabt, hätte ich gar keinen großen Service erwartet. Aber wie erwähnt: VIER.

Die Deutsche Bahn: Bei meinem ersten, von Anfang an geplanten Abstecher nach Berlin hatte ich nur das Wochenende und damit begrenzt frei und entschied mich daher mit der Lufthansa nach Berlin zu fliegen. 250 Euro für Hin – und Rückflug inklusive Sitzplatzreservierung fand ich zu verkraften. Mein zweiter, ungeplanter Besuch hatte zeitlich etwas mehr Luft nach vorne und hinten und ich dachte, spar ich doch ein wenig Geld und fahre mit der Bahn. Hahaha. Guter Witz. 380 Euro für Hin- und Rückfahrt und 5 Stunden pro Fahrt. 180 Euro mehr für 2x 4 Stunden länger??? Danke, aber nein danke. Der Flixbus dauerte mir mit seinen 9 Stunden für eine Strecke schon wieder zu lange, und so wurde es doch wieder ein Flieger. Die Bahn braucht sich bei so was wirklich nicht wundern, dass sie immer mehr Gäste verliert O_o

Blog_2019-04-10 13.30.57Der Taxistreik: Kaum in Berlin auf meinem zweiten Besuch gelandet, erhielten wir Passagiere die Nachricht, dass man heute von Tegel nur zu Fuß wegkäme. Die Berliner Taxifahrer würden streiken und die Busse daran hindern, den Flughafen zu erreichen. Na, ganz geile Wurst. Mal davon abgesehen, dass Flughäfen, die nur mit einer Art öffentlichem Verkehrsmittel erreicht werden können, verboten gehören, wieso müssen die Taxifahrer bitte so streiken, dass gesamt Tegel abgeschnitten ist??? Jeder hat sein Recht auf Streik, aber wirklich so???

Am Infostand des Flughafen erhielt man nach Ankunft vom wenig euphorischen Personal eine wirklich vollkommen nutzlose Karte – Da stand ja nicht mal, welchen Ausgang man nehmen musste! – und folgte daher eher Google Maps und den anderen Gestrandeten auf dem Weg zum nächsten Transportmittel. Ich hatte bei der ganzen Sache noch Glück: Ich hatte nur Handgepäck dabei und konnte ohne großen Zeitdruck die 30 Minuten bis zur nächsten U-Bahn-Haltstelle laufen. Aber um mich herum waren Leute mit Kind und Kegel und Koffer und Handgepäck beladen, denen der Weg schon schwerer fiel. Wir liefen vorbei an Massen an Taxis und anderen Autos. Die Stimmung war mehr als aufgeladen. Alles brüllte sich an. Piloten und Flugbegleiter kamen uns aus der anderen Richtung entgegen. Natürlich! Wenn die Straßen aus dem Flughafen raus blockiert sind, sind es auch die in den Flughafen rein. Ich will nicht wissen, wie viele Leute an diesem Tag ihre Flieger verpasst haben oder wie viele Flieger gar nicht erst starten konnten, weil das Personal nicht an den Flughafen herankam. Viele Sympathiepunkte haben die Taxfahrer an dem Tag wahrlich nicht gesammelt. Ich war jedenfalls nur froh, dass ich bereits in der Stadt war, in die ich wollte. Wenig später hatte meine Mama mich auch aufgesammelt und wir gönnten uns erst mal ein deftiges Mittagessen, wie es sich nach so einem Start in den Tag gehört 😉

So, ich glaube, das war eine gute Zusammenfassung meiner zwei Wochen in Deutschland. Im nächsten Beitrag sind wir dann wieder in Japan!

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5 Antworten zu Applaus und Buhrufe: Deutschland-Edition!

  1. Anika schreibt:

    Also sorry, das was die Taxi Fahrer sich da erlaubt haben ist unter aller Sau!
    Gerne koennen sie ihren Service lahm legen, aber den anderer Anbieter??? Hallo???
    Soll naechstes Mal das Flughafenpersonal ihre Flieger auf den Taxi-Routen parken wenn sie streiken. Mal gucken was die lieben Fahrer dann sagen…

    Streiken ja, aber so? Nein!

    • nagarazoku schreibt:

      Der Gedanke kam mir auch! Für viele ist sich kein Taxi vom Flughafen nehmen zu können schon unpraktisch genug, da muss man nicht Busse auch noch abschneiden. Und sie haben sich damit auch irgendwie ins eigene Fleisch geschnitten. Der Streik ging ja gegen Uber, und nach der Aktion waren auf einmal sehr viel mehr Deutsche an Uber interessiert als davor.

  2. vlp600 schreibt:

    “ Schnell stellte ich zudem fest, dass vermutlich die gesamte Stadt, aber zumindest mein Hotel unter der Einflugschneise zum Frankfurter Flughafen lagen. Geile Wurst. Der Lautstärkepegel war auch mit Ohrstöpseln kaum runterzuschrauben. Ich habe zwei Wochen lang nicht länger als bis 5 Uhr morgens geschlafen, denn ab dann dürfen die Flugzeuge loslegen.“

    – Kenne ich. Das durfte ich 20 Jahre lang erleben. :-/
    Daran gewöhnt man sich nie.

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