Ein Jahr der Wetterextreme

2018-09-30 08.54.32Gerade klatscht draußen Taifun Nummer 24, Trami, an unsere Fenster. Taifun Nummer 25, Kong-Rey, hat sich auch schon gebildet mit dem Potenzial, die gleiche Route wie Trami zu verfolgen. Wettertechnisch durchstehen wir derzeit ein Jahr der Extreme. Auf eine übermäßig kurze Regenzeit folgte ein langer, extrem heißer Sommer – der ab morgen zudem noch ein kurzes Revival hinlegen soll -, und nun sitzen wir also Taifun Nr. 24 aus, obwohl sich in anderen Jahren zu dieser Zeit meist erst um die 15 Taifune gebildet haben. Natürlich haben nicht alle 24 Taifune Japan getroffen, aber genug von ihnen, um große Schäden wie Überschwemmungen oder auch die kurzeitige Stilllegung des Kansai-Flughafens anzurichten. Mehr als einmal musste ich früher von Arbeit nach Hause oder habe es gar nicht erst auf Arbeit geschafft – letzteres resultiert bei mir immer darin, dass ich einen Urlaubstag aufbrauchen muss. Wenn sich so ein Taifun dann also einen Sonntag Abend aussucht und hoffentlich am nächsten Morgen mit Sack und Pack und Regen und Wind im Gepäck verschwunden ist, bin ich immer ganz dankbar. Zu Verspätungen kann es morgen auf den Bahnlinien natürlich trotzdem noch kommen, falls die Linien irgendwie beschädigt wurden oder, wie letztes Jahr, eine Jogginghose in die Oberleitung geblasen wurde. Ich scherze nicht. Erklärt das mal eurem Chef 😛

Aber gut, das ist, wenn überhaupt, ein Problem für morgen. Alles, was wir soweit vorbereiten konnten, haben wir vorbereitet – Kerzen, Taschenlampen und ein Radio, falls der Strom ausfällt, und Notfallrationen für ein paar Tage sollte man in einem so oft von Naturkatastrophen betroffenen Land wie Japan ja immer zu Hause haben – und können jetzt nur warten. Die Fahrräder sind untergestellt – ich bin froh, dass wir dafür im Eingang genug Platz haben. Ich will mir nicht bei jedem Taifun ein neues Fahrrad kaufen müssen!

In letzter Zeit gab es übrigens eine große Diskussion darüber, wie man die vor allem zur Olympiade erwarteten Massen an nicht Japanisch sprechenden Ausländern über solche Naturgewalten informieren soll. NHK weißt daher heute eindringlich in ihrer Berichterstattung daraufhin, dass sie eine Seite haben, auf der alle Informationen auf Englisch eingesehen werden können: klick. Es gibt zudem eine Karte mit im Notfall nützlichen Phrasen zum Ausdrucken: klick. Generell bemühen sich die japanischen Behörden vermehrt, wichtige Informationen neben Japanisch zumindest auch auf Englisch zur Verfügung zu stellen: klick. NHK bittet darum, diese Info mit allen zu teilen, die man kennt und die davon Gebrauch machen könnten. Das tue ich jetzt. Bin ich nicht nett? 😛

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