[Unterwegs] In den Kamakura-Alpen

Draußen nähert sich uns gerade der Taifun Sansan – in Japan nur als Nummer 13 betitelt, was immer den schönen Nebeneffekt hat, dass nach einer verheerenden Katastrophe bestimmte Namen nicht ständig mit ihr assoziiert werden – und bringt uns zwar hohe Luftfeuchte, aber mal wieder verträgliche Temperaturen. Heute bin ich doch glatt in langer Hose unterwegs gewesen. Im August! Unglaublich! Wie immer an so einem Tag bin ich früher von Arbeit nach Hause, um dem zu erwartenden Chaos auf den Bahnlinien zu entgehen, und hatte endlich einmal wieder Zeit, meine Fotos zu sortieren, die sich seit Mai auf meiner Festplatte angestaut haben. Zeit, ein paar längst überfällige Beiträge nachzuholen, oder? 😉

Dann gehen wir mal zurück, weit zurück in den Monat Mai, als die Temperaturen noch erträglich und die Luftfeuchte noch annehmbar waren. Der heiße Sommer war seit langem angekündigt und wir wussten, dass – so mit der Regenzeit quasi auch schon vor unserer Türschwelle – Wandertouren bald erst mal für eine ganze Weile nicht mir zu unseren Wochenendaktivitäten gehören würde.

2018-05-27 12.40.01In Japan muss man ja selten einen weiten Weg auf sich nehmen, um eine schöne Tour zum Wandern zu finden, und auch dieses Mal blieben wir mit unserer Wahl in unserer Präfektur Kanagawa. Die Gegend Kamakura hatten wir in dieser Hinsicht nämlich bisher kaum erforscht, und wie es sich für Kamakura gehört, kann man hier das Wandern tatsächlich mit dem Besuch von mehreren Tempeln und Schreinen verbinden. Wir entschieden uns für dieses Mal für den Ten-en Wanderweg, 天園ハイキングコース, der unten am Zuisen-Tempel 瑞泉寺 beginnt und über einen Rundweg über die Spitze vom Berg Ōhirayama 大平山 vorbei an mehreren Tempeln wieder zurück zum Ausgangstempel führt. Der Zuisen-Tempel alleine ist auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenn man sich danach nicht auf die Wandertour begibt.

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Für die gesamte Strecke veranschlagte unser Reiseführer etwa 3 Stunden – schießt man viele Fotos und macht an den einzelnen Tempeln halt, braucht man etwas länger. Der Weg ist nicht anstrengend und dadurch (leider) bei vielen Wanderern beliebt, allerdings ist die Strecke so weitläufig, dass man sich nicht gegenseitig auf die Füße tritt oder es Stau gibt. Die berühmt-berüchtigten Wander-Omas und -Opas sind natürlich auch mit vom Start und immer schneller als man selbst. Mein Highlight war eine ältere Dame, die sich darüber echauffierte, dass sie für die Hochzeit ihres Enkelkindes bis nach Aomori fahren müssen, das wäre doch so weit, was man so von alten Leuten erwarten würde – alles, während sie sich vor uns mit ihrer Freundin behände den Berghang hochzog. Prioritäten 😛

Am Kenchō-Tempel 建長寺 kurz vor der Bergspitze gibt es eine Plattform, von der aus man den Fuji sehen sollen kann. Da wir uns bereits auf den Sommer zu und damit in Richtung diesiges Wetter bewegten, bekamen wir ihn natürlich nicht zu Gesicht. Herbst und Winter sind definitiv die besseren Jahreszeiten dafür.

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Von der Bergspitze selbst aus hat man lustigerweise keinen wirklich dollen Ausblick auf irgendetwas, aber wir waren ja zugegebenermaßen vornehmlich für die Tempel da, denn ich hatte ja immer noch ein Ziel zu erfüllen, dass ich mir im Jahr 2015 gesetzt und nun endlich erreicht habe. Soll heißen: Mein erstes Schreinstempelbuch ist endlich voll! Yay! 3.5 Jahre hat es gedauert, und inzwischen habe ich drei weitere, die auf Stempel warten, denn ich hatte mein Stempelbuch nicht immer dabei, wenn ich irgendwo mal wieder ganz unerwartet in einen Schrein oder Tempel gestolpert bin. Gut, je mehr Reisepässe ins Jenseits desto besser, richtig? 😛

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2 Antworten zu [Unterwegs] In den Kamakura-Alpen

  1. Anika schreibt:

    Den Wanderweg habe ich mir seit Jahren vorgenommen und bisher immer noch nicht besucht…
    Entdeckt habe ich ihn, als ich mal den Kencho-ji besucht habe. Naja, irgendwann 🙂

    • nagarazoku schreibt:

      Ich kann ihn auf jeden Fall empfehlen. Es waren auch viele Familie mit kleinen Kindern unterwegs, dafür ist er also geeignet, auch wenn man die Kleinen zwischendurch sicher mal eine Weile tragen muss 😉

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