[Unterwegs] Alle Jahre wieder: Die Kirschblüte in Japan

IMG_8387Wir haben April. Letztes Jahr um diese Zeit herum habe ich versucht, so viel hanami 花見, die jährliche Kirschblütenschau, wie nur möglich in meinen Lunchpausen und Wochenenden unterzubringen, mit Kollegen, Freunden und Familie. Dieses Jahr hingegen war die Kirschblüte so früh dran, dass im April in Kantō kaum noch was von ihr übrig ist. Hanami habe ich trotzdem mehr als genug gemacht, und dieses Jahr hat auch das Wetter besser mitgespielt als letztes, wo es ständig geregnet hat.

Für das hanami mit Kei, das letztes Jahr irgendwie viel zu kurz gekommen ist, ging es dabei an einen Ort, an dem ich vor exakt 10 Jahren (ja, so lange gibt es meinen Blog schon) die allererste Kirschblütenschau meines Lebens hatte: nach Hiratsuka 平塚 an den Kanamegawa 金目川, einem Fluss, der auf einer Seite von unzählig vielen Kirschbäumen gesäumt ist.

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Das sieht nicht nur wunderschön aus, sondern liegt auch so richtig weit ab vom Schuss: nicht nur außerhalb von Tōkyō, sondern man muss vom Bahnhof Hiratsuka entweder den Bus nehmen oder gut zu Fuß sein. Und das wiederum ermöglicht einem ein wunderbar entspanntes hanami weit ab der Menschenmassen. So hab ich es gern :3 Denn auch wenn ich das jährliche Kirschblütenlunch mit meinem Kollegen im Shinjuku gyoen 新宿御苑immer mit Freuden erwarte, verbringe ich meine Zeit dann doch lieber weniger damit, meinem Sitznachbarn fast auf der Picknickdecke zu sitzen …

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Enge im Shinjuku gyoen. Selbst in der Woche ist der Park zum Bersten gefüllt. Das Wochenende will ich mir lieber gar nicht erst vorstellen …

… und eher mit einem ungestörten Spaziergang unter Kirschblütenbäumen 😉

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IMG_8478Glück mit dem Wetter hatten wir auch. Das entschädigte mich ganz fantastisch für das Wochenende davor, dass ich verschnupft und mit Fieber komplett auf der Couch verbrachte. Zum Glück ist die Kirschblüte in Kanagawa ein wenig später dran als in Tōkyō, aber auch wir waren bereits Zeuge von sakurafubuki桜吹雪. Die Kirschblüte – so schön, so kurz T_T

Auf japanisch nennt man so einen „Geheimtipp“ übrigens anaba 穴場, wortwörtlich „Lochplatz“, und nach genau solchen Orten suchen wir immer, wenn es um Veranstaltungen wie Kirschblütenschau oder auch Sommerfeuerwerk geht, denn die Menschenmassen in Japan können unter Umständen doch erdrückend sein. Leider bleiben solche Orte dann oft nicht lange geheim … ^^;

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5 Antworten zu [Unterwegs] Alle Jahre wieder: Die Kirschblüte in Japan

  1. Rotbuchenbaum schreibt:

    Wir wohnen in Saitama. Da gibt es immer wieder kleine Flüsse, die mit Kirschbäumen gesäumt sind. Unlängst habe ich mich gefragt, was für eine Vegetation hier war, bevor die Menschen gekommen sind, und was hier geblüht hat. Natürlich habe ich keine Antwort darauf gefunden.

    Danke für die traumhaften Fotos. Es gibt ja verschiedene Sorten von Kirschbäumen. Am bekanntesten ist wohl die Somei Yoshino. Aber es gibt andere, die etwas rötlicher sind. Sie sind auch auf Deinen Fotos zu sehen.

    Das Wort anaba kannte ich noch nicht. Danke.

    Überhaupt habe ich den Eindruck, dass der April heuer etwas wärmer ist als letztes Jahr. Wir heizen nämlich viel weniger.

    • nagarazoku schreibt:

      Wir haben diesen April unsere Klimaanlage bisher auch kaum gebraucht! Ich hoffe, das ist nicht der Vorbote eines extrem heißen Sommers XD

      Anaba scheint das neue Lieblingswort im Fernsehen zu sein. Allerdings bleibt in Japan ein Anaba nicht lange ein Anaba, wurde er erst mal im Fernsehen vorgestellt ^^;

      • Rotbuchenbaum schreibt:

        Ja, ich stelle mich auch auf einen sehr heißen Sommer ein.

        Ich muss auch aufpassen, ob ich das Wort anaba im Fernsehen entdecke. Ich bin dieses Jahr noch nicht lange in Japan. Ich pendle zwischen Japan und Österreich hin und her.

  2. Bommel schreibt:

    Wunderschön! Ich bin hier in Berlin jeden Frühling aufs Neue begeistert, wie viele Zierkirschen es auch hier gibt. Vorhin standen wir ganz romantisch im Park am See unter den Blüten in vollendeter Rosigkeit.
    Na gut, es hat gleichzeitig leider in Strömen geregnet, aber es war trotzdem sehr romantisch.

    • nagarazoku schreibt:

      Wie ich besonders letztes Jahr gelernt habe, ist Kirschblütenzeit ohne Regen gar keine Kirschblütenzeit, so hattest du also das perfekte Japanfeeling!

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