[Unterwegs] Viele, viele bunte Schreine

Unsere Zeit in Nagano war mal wieder schneller vorbei, als es uns lieb war, aber wenigstens mussten wir das Auto dieses Mal nicht noch am Abend unserer Rückfahrt bei Schwiegereltern vorbeibringen, sondern konnten ganz gemütlich und mit mehreren Umwegen und Zwischenstopps zurückfahren.

Einer unserer Zwischenstopps war ein Schrein, bei dem wir letztes Jahr auch schon waren, und über den ich letztes Jahr auch schon schreiben wollte, aber wie es manchmal so ist 😛 Es handelt sich um den Suwa-Schrein 諏訪大社, in der Stadt Suwa 諏訪 in der Nähe des Suwa-Sees 諏訪湖 – das nenne ich mal eine konsistente Namensgebung 😛 Er soll einer der ältesten Schreine in der Geschichte Japans sein und ist zudem Hauptschrein aller quer über das Land verteilten Suwa-Schreine – so rund 10.000 sollen es sein.

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Die Priesterschaft des Schreins ist erblich und die Priester sollen direkte Nachkommen der hiesigen Göttlichkeiten sein, die da sind Takeminakata no Mikoto 建御名方命 und dessen Ehefrau Yasakatome no Mikoto 八坂刀売命. Weder von dem einen noch von der anderen haben Kei und ich jemals was gehört. Laut Wikipedia ist Takeminakata u.a. Gott des Windes, des Wasser, der Landwirtschaft und der Patron der Jäger und des Krieges. Seine Frau Yasakatome ist, tja, anscheinend einfach nur seine Frau XD

DSC07292_zps9qfnm2geAber wer mich kennt, weiß, dass ich einen Schrein nicht für bestimmte Götter besuche, sondern um Schreinstempel abzugreifen. Und da Nagarazoku-Dumpfbacke bei ihrem ersten Besuch hier natürlich ihr Schreinbuch vergessen hatte, musste sie sich vor Ort ein neues kaufen und wählte diesen scharfen Flitzer in schwarz. Wenn mir das noch öfters passiert, krieg ich nie ein Buch ganz voll…

Ein Schrein, an dem wir nur letztes Jahr kurz hielten, ist der Misogi-Schrein 身曾岐神社. Dieser liegt bereits in der Präfektur Yamanashi 山梨県, und während der Suwa-Schrein bei beiden unserer Besuche gut gefüllt war, waren wir hier fast die einzigen Besucher.

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Der Schrein soll allerdings wahnsinnig beliebt für Hochzeiten sein, da man seine Zeremonie auf einer überdachten Bühne mitten im Schreinsee durchführen kann, und das hat schon ordentlich Atmosphäre!

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Der See ist natürlich voller Koi, für die man für 100 Yen die Tüte Futter kaufen kann. Und ja, die schönste Farbe hatte er auch nicht an dem Tag, aber das haben wenige Gewässer im japanischen Hochsommer ^^;

Einen Stempel habe ich mir hier natürlich auch geholt. Was ich an dem Schrein aber besonders schön fand, waren die Designs für die Glücksbringer und die Holztäfelchen.

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Der Glücksbringer soll Wünsche in Erfüllung gehen lassen. Was Yuzu ゆず, japanische Zitronen, mit Wunscherfüllung zu tun haben, weiß ich nicht, aber dieses Design macht mir jedes Mal wieder gute Laune, wenn ich den Glücksbringer angucke XD

Der letzte Schrein, an dem wir dieses Jahr einen Zwischenstopp einlegten, war der Fuji Omuro Sengen-Schrein 富士御室浅間神社, wieder in der Präfektur Yamanashi, dieses Mal in der Nähe des Kawaguchi-Sees 河口湖. Wer sich ein wenig auskennt, weiß, dass man vom Kawaguchi-See aus den Fuji-san sehen kann. Ein Schrein in der Nähe des Kawaguchi-Sees mit dem „Fuji“ im Namen müsste doch erst recht ein toller Ort sein, um den Fuji-san zu sehen, oder? Leider nein XD Der Schrein war einfach zu sehr von Bäumen umringt, um überhaupt irgendwas sehen zu können. Daher machten wir nur einen kurzen Spaziergang übers Gelände, …

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… ich holte mir meine letzten Stempel für den Tag und erweiterte meine Sammlung niedlicher Gullideckel, …

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… und dann fuhren wir weiter an einen Ort, von dem aus man den Fuji tatsächlich sehen konnte. Aber dazu mehr im nächsten Beitrag 😉

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9 Antworten zu [Unterwegs] Viele, viele bunte Schreine

  1. wilber69force schreibt:

    Danke für die schönen Bilder und den Text. Ich freu mich auf den nächsten!

  2. Rotbuchenbaum schreibt:

    Wisst Ihr zufällig, wie dieses Seil heißt, das über der Tür des Schreines hängt? Die Sumo Ringer tragen bei festlichen Anlässen enes um den Bauch.

    • nagarazoku schreibt:

      Diese Seile heißen Shimenawa und das deutsche Wikipedia hat einen ziemlich ausführlichen Beitrag über sie: https://de.wikipedia.org/wiki/Shimenawa

      Dass es die gleichen sind wie die Seile, die die Sumo-Kämpfer tragen, ist mir ehrlich gesagt nie vorher aufgefallen! 😮

      • Rotbuchenbaum schreibt:

        Vielen Dank! Die Ethymologie des Wortes Shimenawa hat mich sehr interessiert.

      • Rotbuchenbaum schreibt:

        Die Etymologie war interessant, hätte ich eigentlich schreiben sollen. :p

  3. Bommel schreibt:

    Hahaha, großartig! Die männliche Gottheit grast ganz alleine etwa die Hälfte der griechischen Sagenwelt ab, und dann hat er noch…. ne Frau halt.
    Ach Japan, ich mag dich.

    • nagarazoku schreibt:

      Wenn man aber als Göttin auch eine ganze Priesterschaft für die nächsten 10.000 und mehr Jahre absichern muss, hat man vermutlich auch einfach für nichts anderes mehr Zeit 😛

  4. Pingback: [Unterwegs] Am Kawaguchi-See den Fuji bestaunen | Ein Nagarazoku in Japan

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