[Unterwegs] Nagano-Spezial: Unsere Unterkunft

Erwähnt habe ich die Pension, in der wir zwei unserer drei Nagano-Besuche bisher verbracht haben, schon häufiger, aber ihr noch nie einen richtigen Beitrag auf diesem Blog gegönnt. Und weil sie das aber mehr als verdient hat, hier der lang überfällige Blogpost zur besten Pension wo gibt: „Annie Hills“.

„Annie Hills“ liegt, wie viele Pensionen ihrer Art, am Megami-See 女神湖 in der Stadt Tateshina 蓼科. Wenn ich sage, dass es mir die Gegend aufgrund ihres europäischen Flairs wahnsinnig angetan hat, dann spielt „Annie Hills“ da keine unbedeutende Rolle. Während die Pension sich selbst als „Blockhaus im frühamerikanischen Baustil“ beschreibt, erinnert sie mich vor allem an eins: Sommerurlaub in Skandinavien mit meinen Eltern. Gut, das eine schließt das andere ja nicht aus 😉

(Die Bilder sind von Besuchen aus zwei verschiedenen Jahreszeiten, also nicht über die schwankende Begrünung der Bäume wundern :P)

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Vermutlich machen die Birken die Gegend so europäisch für mich 😉

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Oder die Veranda mit Wiesengarten dran, die wir so in dieser Form in fast allen unserer gemieteten Urlaubshäuser in Skandinavien hatten. Hier in Kantō haben die meisten Häuser keinen Platz für einen Garten, doch selbst wenn sie einen haben, passiert es häufig, dass er entweder komplett zugepflanzt, zugemüllt oder gleich zubetoniert wird. So riesige Wiesenflächen an einem Haus sehe ich hier wirklich nur selten.

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Blick aus dem Fenster vom Bett aus :3

Kommen wir zum Innendrin. Irgendwie habe ich bei beiden Besuchen verplant, ein Foto unseres Zimmers zu machen, aber das könnt ihr euch ja einfach auf der Homepage der Pension angucken: klick 😛 Wir nehmen immer den Deluxe Double Room. Die Einrichtung ist spartanisch und doch irgendwie gemütlich. Am meisten gefällt mir, dass wir bei geöffnetem Fenster schlafen können, denn das Zimmer ist 1. nicht parterre wie unsere Wohnung, und 2. ist es abends in der Gegend so ruhig, dass man sich keine Sorgen machen muss, von einem über die Straße rumpelnden LKW mit Taylor Swift auf voller Lautstärke aus dem Schlaf gerissen zu werden. Jupp, alles schon passiert. Japaner schlafen ja generell eher ungern bei geöffneten Fenster, aber hier in Nagano lässt mir Kei die kleine Macke mal durchgehen 😛

NACHTRAG: Während unserer Urlaubs im Sommer habe ich es endlich mal geschafft, ein Foto vom Zimmer zu machen:

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Hach, ich krieg schon nur beim Angucken Fernweh 😛 Nachtrag Ende!

Am meisten verliebt habe ich mich jedoch in den Gemeinschaftsraum unten, in dem auch das köstliche Frühstück und Abendbrot serviert wird, zu denen ich gleich noch komme. Guckt euch diese tollen Details an:

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Unser Lieblingsplatz? Das Sofa vor dem Ofen, den ich irgendwann unbedingt man in Aktion erleben muss!

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Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass das hier quasi der exakt gleiche Stil ist, in dem meine Mama unser Haus in Berlin eingerichtet hat. Und so, meine Damen und Herren, macht man sich Heimweh im Urlaub ^^;

Was spricht sonst noch für Annie Hills? Die Besitzer und das köstliche Essen, das sie zaubern. Das Ehepaar, das die Pension betreibt, lebte und arbeitete früher in Tōkyō, hatte irgendwann von dem Leben aus immer nur Arbeit und nie wirklich Freizeit aber die Schnauze voll, packte die Koffer, zog nach Nagano und eröffnete dort „Annie Hills“. Sicher ist das Leben als Pensionsbesitzer auch kein Zuckerschlecken – jeder, der mal im Service gearbeitet hat, weiß, wie ätzend Kunden sein können  -, aber die beiden können sich den Luxus leisten, die Pension einfach mal für ein paar Wochen zu schließen und quer durch Europa zu reisen. Für eine Fahrradtour durch Frankreich zum Beispiel. Hört man solche Geschichten, kommt man selbst auch ziemlich ins Träumen … Beide sind weitgereist und haben viel zu erzählen, und man kann sich mit ihnen auf eine wirklich zwanglose Art und Weise unterhalten, die ich hier selten treffe. Woher die Dame des Hauses jedoch ihre vozüglichen Kochkünste hat, das habe ich bisher noch nicht herausgefunden, denn Chefköchin war sie in ihrem Job in Tōkyō nicht. Doch Frühstück und Abendessen sind in der Pension so köstlich, dass ich zu Anfang einfach davon ausgegangen bin. Da muss ich beim nächsten Besuch doch mal genauer nachhaken …

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Allein schon in das frischgebackene Brot könnte ich mich so was von reinlegen. Nach jedem Essen dort müssen Kei und ich immer verstohlen einen Hosenknopf öffnen 😛 Und dabei stehe ich eigentlich gar nicht so auf herzhaftes Frühstück!

Und wer mir auf Instagram folgt oder meinen Blogpost aus dem letzten Jahr gelesen hat, der weiß, was jetzt kommt. Das Aushängeschild der Pension, das uns überhaupt erst auf selbige gebracht hat: Adele XD

2017-05-04 07.46.30-2Ein schon etwas in die Jahre gekommener, gemütlicher, kugelrunder Golden Retriever :3 Und während wir letztes Jahr mit Adele nur (zugegeben sehr häufig) im Garten gekuschelt haben, durften wir ihn dieses Jahr sogar Gassi führen! Morgens und abends! Alle Tage! Und ja, Adele ist ein Männchen! Das hat uns auch überrascht, denn vom Namen her geht man jetzt wirklich nicht davon aus, aber das Gassigehen hat Licht ins Dunkel gebracht XD Auf die Frage nach dem Hintergrund des Namens antwortete man uns, Adele wäre einfach so zart wie ein Mädchen gewesen, da dachte man, der Name passt. Aha XD

Mit Adele im Gepäck liefen wir viele, viele Runden um den angrenzenden Megami-See, der selbst auch definitiv einen Besuch wert ist.

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So, irgendwas in meiner Lobeshymne auf „Annie Hills“ vergessen? Draußen, drinnen, Essen, Hund, See, alles dabei! Während ich diesen Beitrag schreibe, bucht Kei schon unseren nächsten Urlaub dort XD Dieses Mal für den Hochsommer. Die Ruhe und Menschenleere haben es ihm ganz besonders angetan. Ich wäre auch gerne mal wo hingefahren, wo wir noch nicht waren, aber Nein sage ich sicher nicht, wenn es in meine Lieblingspension mit Hund geht 😉 Es gibt auch kaum einen besseren Ort in unserer Nähe, um sich vor der Hochsommerhitze in Sicherheit zu bringen, als Nagano. Und vielleicht kriegen wir ja dieses Mal den Ryōsen-Wasserfall im vollen Glanz und den Wald um den Shirakoma-See tatsächlich mit Moos bedeckt zu sehen 😛

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2 Antworten zu [Unterwegs] Nagano-Spezial: Unsere Unterkunft

  1. Yossi schreibt:

    Oh, das sieht wirklich wunderbar aus! Die Einrichtung! Das Essen! Die Natur! Fehlt nur noch eine Katze ;P
    Kann ich sehr gut nachvollziehen, dass Kei da gerne hin „flieht“.

    • nagarazoku schreibt:

      Katzen haben wir in der Tat nirgendwo in der Gegend gesehen, aber laut den Besitzern von Annie Hills gibt es in der gleichen Straße eine Pension, in die man seine Katze mitbringen kann XD

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