[Unterwegs] Nagano-Spezial: Wanderung zum Ryōsen-Wasserfall und Gassibeauftragte auf Zeit

Ein weiteres fest eingeplantes Ziel für unseren ersten Tag in Nagano hatten wir nach unserem Stopp am Toyota-Tempel noch auf dem Plan: den gosensui-Naturpark, 御泉水自然園, denn dort sollte es einen schönen Pfad zu einem Wasserfall geben und wir wollten ja unser neu/wiederentdecktes Hobby „Wandern“ nicht gleich wieder einschlafen lassen 😉

Der Naturpark ist ziemlich ausladend und man kann sich bestimmt einen halben Tag in ihm aufhalten, … wenn man nicht ankommt, nachdem es gerade wieder geschneit hat. Aber dazu später.

Vom Parkplatz aus hat man zwei Möglichkeiten: nach rechts zum Besucherzentrum, um dort Eintritt für den gemütlicheren Teil des Parks zu bezahlen, oder nach links runter zum 蓼仙の滝, dem ryōsen-Wasserfall. Wir entschieden und erst einmal für den gemütlichen Teil, der zwar Eintritt kostet, aber die 300 Yen (rund 2,50 €) Person schmerzen dann nicht wirklich –  immerhin ist der Parkplatz umsonst 😉

Im gemütlichen Teil des Naturparks läuft man vorwiegend auf niedrigen Plankenwegen durch einen wunderschön ruhigen Wald. Bedingt durch die Jahreszeit trafen wir kaum auf andere Besucher und konnten einfach nur die Ruhe und das Vogelgezwitscher genießen.

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Zwischendurch habe ich mich echt nach Mittelerde versetzt gefühlt.

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Echter Balsam für die von der Großstadt geschundene Seele T___T

Ja, die Bäume waren noch recht kahl, aber das hat der Atmosphäre keinen Abbruch getan 😉

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Im Anschluss ging es zum Wasserfall, denn für den waren wir ja eigentlich da. Als wir an der Kasse, an der wir vorher unsere Tickets gekauft hatten, vorbeiliefen, um über den Parkplatz auf die andere Seite des Naturparks zu gelangen (der übrigens keinen Eintritt kostet), rief uns die Dame hinter dem Schalter zurück. „Sie wollen doch sicher zum Wasserfall?“ Wir bejahten, und flugs markierte sie uns auf unserer Karte die Wege, die wir wegen Schnee meiden sollten: fast alle O_o Dann zeichnete sie auch die Wege nach, die wir sicher benutzen konnten: ganze ZWEI XD Damit schrumpfte der Park für uns auf weniger als die Hälfte zusammen, aber vielleicht war das nach dieser Wanderung gar nicht so verkehrt. „Der Weg ist ziemlich anstregend!“, warnte die Dame uns nämlich noch, und sie behielt recht.

Für den Hinweg wählten wir den kürzeren der beiden Wege, der sich als fortwährende, nach unten führende Holztreppe herausstellte. Was zu Anfang gar nicht so schwierig wirkte, ging schon nach kurzer Zeit ordentlich auf die Oberschenkel und Knie. Warum sind diese Treppen immer so gebaut, dass man die nie eine halbwegs normale Schrittlänge erreicht??? Zwischendurch fragte ich mich mehrmals, ob der Weg nicht einfacher gewesen wäre, wenn man hier einfach mal keine Treppe hingebaut hätte … Ich muss wohl nicht extra erwähnen, dass das ältere Pärchen, das sich beinahe zeitgleich mit uns auf den Weg machte, uns schon nach kurzer Zeit überholte und nie wieder gesehen ward 😛

Nach rund einer halben Stunde kamen wir beide ziemlich aus der Puste am Wasserfall an. Selbiger führte dann – ich vermute auch bedingt durch die Jahreszeit – nicht so viel Wasser, wie wir es vorher auf Photos ausgesehen hatte …

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Öhm … hust, hust XD Der Wasserfall mag jetzt nicht so beeindruckend gewesen sein, wie erhofft, aber einfach dieses Sein in der Natur hat uns irgendwie total zufrieden gestellt. Auf dem Rückweg nahmen wir den etwas längeren Weg, der nur an einigen Stellen mit Holztreppen ausgestattet war und der uns dadurch gleich viel … etwas weniger zusetzte. Anstrengend war es immer noch, denn den Weg, den wir vorher runtergeklettert sind, mussten wir ja jetzt wieder hoch. Für eine kurze Pause setzten wir uns an einer Stelle einfach auf eine Treppenstufe und lauschten in die Umgebung.

In Tokyo ist man eigentlich ständig von einer Geräuschkulisse aus Stimmen, Autos (und bei uns auch noch Kampffliegern von der nahegelegenen amerikanischen Base), Werbung und andere Durchsagen, piepsenden Ampeln und ähnlichem umgeben. Selten finde ich mal einen Ort, an dem meine Ohren Ruhe haben. Wenn es um mich herum so richtig still ist wie hier an dem Wasserfall und man nichts hört außer dem Rauschen des Windes in den Blättern und Vogelgezwitscher, wird mir das immer wieder richtig bewusst. Wer wirklich mal eine Pause von der Großstadt braucht: Ich kann Nagano nicht oft genug empfehlen!

Im Auto kündigte sich bei mir dann auch schon ein leichter Muskelkater an orz Mein sexy Bürobody ist so viel Bewegung einfach nicht gewohnt 😛 Bis wir in unsere Pension einchecken konnten, fuhren wir daher einfach ein wenig in der Gegend umher und genossen die Aussicht.

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In der Pension selbst wartete dann allerdings das Highlight des Tages auf uns: Als wir uns nach dem Pensionshund Adele erkundigten, – ja, ich schäme mich nicht zuzugeben, dass dieses Fellknäuel ein ausschlaggebender Faktor für die Wahl unserer Pension war 😛 – bot man uns an, den Kleinen (Ja, Adele ist ein Männchen) Gassi zu führen, wenn wir denn wollen würden. ABERNATÜRLICHWOLLENWÜRDENWIR!!!!!!!!!!!

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Als man bei unserer Rückkehr unsere strahlenden Gesichter sah, fragte man uns sogar, ob wir dann für die Zeit unseres Urlaubs nicht generell die Morgen- und Abendrunden mit Adele gehen wollen würden – man hätte durch die vielen Gäste eh so viel zu tun, dass man gar keine richtige Zeit für ausgedehnte Gassirunden hätte. BESTER URLAUB WO GIBT, sag ich euch! Für die nächsten Tage war unser Tagesablauf also geregelt: Aufstehen, Gassi, Frühstück, Gegend erkunden, zurück und Abendgassi, Abendbrot, tot ins Bett. Und wie ich mich bereits darauf freute! :3

[To be continued …]

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5 Antworten zu [Unterwegs] Nagano-Spezial: Wanderung zum Ryōsen-Wasserfall und Gassibeauftragte auf Zeit

  1. Rotbuchenbaum schreibt:

    Danke für den schönen Beitrag. Mittelerde … Das klingt nach Tolkien.
    Wenn man Hunde liebt, so wie ich auch, ist das Gassigehen sicher eine totale Entspannung gewesen. 🙂

    • nagarazoku schreibt:

      Das war es in der Tat! Wenn ich könntec hätte ich hier schon längst einen Hund, aber mit den vielen Stunden auf Arbeit würde ich damit keinem Hund einen Gefallen tun -.-

  2. Carade schreibt:

    ich hätte gefrag ob der hund während des aufendhalte bei uns mit einziehen kann, ich liebe hunde über alles ❤

  3. Pingback: [Unterwegs] Nagano-Spezial: Auf den Spuren von Prinzessin Mononke am Shirakoma-See … ? | Ein Nagarazoku in Japan

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