[Unterwegs] Eine Spazierfahrt durch Hakone

Kei und ich haben kein Auto und derzeit auch nicht wirklich vor, uns eins zuzulegen. Die wenigen Male, in denen wir uns ein Auto gewünscht haben, ging es am Ende doch irgendwie ohne oder wir konnten uns eines ausleihen – Rent-a-car oder Rent-from-family 😛 Und da die Firma meines Schwagers für seinen Sommerurlaub weitaus weniger freizügig war als Keis und meine – einen ganzen Tag Sommerurlaub hat der arme Kerl bekommen – konnten wir uns für unsere eine Woche sein Auto leihen. Ein sogenanntes 軽自動車 keijidōsha – Leichtkraftfahrzeug. War für mich ehrlich gesagt das erste Mal in so einem Auto! Wendig, von der Geschwindigkeit weniger gedrosselt als befürchtet, und der Bezinverbrauch ist ein Traum! Aber überall, wo es ein wenig bergauf ging, hat das arme Ding ganz schön geschnaubt. Na ja, ist eben doch eher für die Stadt gedacht.

Unser erstes Ausflugsziel war Hakone 箱根, wo wir relativ spät ankamen, denn wir mussten ja erst unseren Affentanz mit dem Klimaanlagenhandwerker absolvieren.

Hakone ist wettertechnisch für mich immer so ein halber Reinfall. Bei meinem ersten Ausflug dorthin im Jahr 2008 im Rahmen meines Austauschjahres wurden wir von den Wassermassen, die da vom Himmel kamen, fast weggespült (und ich glaube, ich lag im Anschluss eine Woche mit Erkältung im Bett …). Eine Fuji-Jagd im Gebiet brachte mir zum Großteil vollkommen wolkenverhangene Photos vom Fuji ein, auch wenn ein paar schöne dabei rausgekommen sind. Aber so der Fuji vorm blauen Himmel, das wäre es schon irgendwie gewesen. Bei meinem ersten Ausflug mit Schwiegereltern nach Hakone 2008 war das Wetter sehr viel besser – zumindest zu Beginn -, aber der Fuji NOCH verhangener als beim Ausflug mit weniger gutem Wetter. Verstehe einer diesen Berg … Getoppt wurde das nur noch von einem Ausflug zu Keis Geburtstag 2012, wo wir extra ein Hotelzimmer mit großartiger Aussicht gebucht haben. Großartige Aussicht my ass …

Und auch dieses Mal ließ uns das Wetter im Stich, aber a) galt das irgendwie fast für die ganze Woche, und b) habe ich gelernt, damit zu leben und das Beste aus den möglichen Photos zu machen. Nebelphotos haben z.B. mal richtig viel Atmosphäre!

 

Wir waren auch zum ersten Mal an der riesigen Grasfläche der Sengoku-Ebene, 仙石原 sengokuhara, die als Touri-Spot ausgeschildert ist, weil sie irgendwann mal ein Checkpoint war. Jetzt ist sie nur noch eine riesige grasbewachsene Fläche, die mich wahnsinnig stark an die Stille Ebene aus Final Fantasy 10 erinnerte, und ein paar Minuten entfernt davon gibt es noch ein paar für mich persönlich eher weniger spannende Museen. Das interessanteste an der Ebene ist vermutlich, dass sie mal ein riesiger See gewesen sein soll. Vor 4 Millionen Jahren oder so. Und dann kam ein Vulkanausbruch dazwischen. Das Übliche also.

Im Herbst soll sie ein sehr viel beeindruckender Anblick sein. Wir blieben trotzdem sehr lange an der Ebene. Es gab nichts Spannendes zu sehen, aber das weite Grün hatte eine unglaublich beruhigende Wirkung. Es war auch sonst niemand dort, das dürfte geholfen haben 😛 Als wir im Anschluss zurück zum Bahnhof Hakone Yūmoto fuhren, um dort in einem der Restaurants zu Abend zu essen, hatten fast alle Läden schon geschlossen. Um kurz nach 19 Uhr. Na gut, dann eben nicht. Ich will mich nicht beschweren, wo wir zwischendurch was Niedliches zu kuscheln ganz für uns alleine hatten, weil alle Touris schon nach Hause gefahren sind 😛

 

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7 Antworten zu [Unterwegs] Eine Spazierfahrt durch Hakone

  1. Claudia schreibt:

    Diese Touristengegenden mit den touristenfeindlichen Öffnungszeiten. Soll das mal jemand verstehen…

  2. viktor643 schreibt:

    Tolle Fotos, der Nebel hat was… Die Katze ist ja knuddelig. Die erinnert mich an eine Begegnung vor kurzem. https://sonnemondundsterne1300.wordpress.com/2016/08/18/ausgebuext/

  3. Bommel schreibt:

    Das Ding sieht ja mal sowas von aus wie die Stille Ebene. Krass!
    Hakone habe ich irgendwie unter „unspektakulär“ abgespeichert. Was traurig ist, weil ich doch eigentlich so auf heiße Bäder abfahre…

    • nagarazoku schreibt:

      Man muss es sich schon ein wenig spannend machen, das stimmt. Aber wenn da am Abend so ein geiles onsen auf einen wartet … 😉

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