[Unterwegs] Kōbe-Spezial: Wagyū und Capybaras

Für Kei und mich ging es dieses Jahr zur Golden Week also für 3 Tage nach Kōbe. Auslandsreisen sind in der Zeit der GW immer sehr teuer, aber wenn man in Japan bleibt und auf den Shinkansen zurückgreift, dann unterscheiden sich die Preise kaum von denen an anderen Wochenenden. Wenn man sich dann auch noch eine Stadt wie Kōbe aussucht, die in Japan nicht unbedingt als Touristenstadt bekannt ist, kann man sogar halbwegs den Menschenmassen entkommen, die sich in der Zeit durchs Land wälzen 😉

Da ich unsere Tickets ja kurzfristig einmal canceln und neu ausstellen lassen musste, mussten wir uns am Freitag mit einem etwas späteren Shinkansen zufriedengeben. Unsere Abfahrt verschob sich vom frühen Morgen auf 14 Uhr. Der Vorteil war, dass ich am Donnerstag nach Arbeit nicht noch ganz schnell und gestresst meine Sachen packen musste, sondern das einfach am nächsten Morgen ganz in Ruhe nach dem Aufstehen machen konnte. So relaxt bin ich wohl noch nie abgefahren (*^.^*) Dafür kamen wir allerdings auch erst um 17 Uhr in Kōbe an, und so gab es für uns an diesem Tag nur noch zwei Dinge zu tun: bis zum Abendbrot auf dem Hotelzimmer rumgammeln und dann fett Kōbe-Rind essen gehen!

Viele kennen sicher den Begriff wagyū 和牛. Kōbe-Rind gehört in die Kategorie wagyū, aber nicht jedes wagyū ist gleich Kōbe-Rind, denn diesen Titel darf nur das Fleisch der Rinder tragen, die in der Region Kōbe „geboren, aufgezogen, gemästet und geschlachtet wurden“, sagt Wikipedia. Die Besonderheit ist das in feiner Marmorierung gleichmäßig verteilte Fett, was das Fleisch beim Braten unglaublich weich macht. Es schmilzt beim Essen quasi auf der Zunge. Für Europäer ein eher unbekanntes Geschmackserlebnis, würde ich mal behaupten, das vielleicht auch nicht jedem zusagt. Die dünnen Fleischstreifen ganz hinten auf dem Teller waren auch mir persönlich ein kleines bisschen zu fettig. Aber köstlich! Und gar nicht mal so teuer, wie ich zuerst befürchtet habe! Das da oben ist ein Pärchen-Teller, von dem man gut satt wird und insgesamt 8000 Yen, also rund 65 Euro, gekostet hat. Kein Schnäppchen, aber für 2 Leute geht das, finde ich.

Am nächsten Tag ging es für uns früh raus, denn wir hatten viel vor. Zum einem stand das „Königreich der Tiere“, 神戸どうぶつ王国 kōbe dōbutsu ōkoku, auf dem Plan – ein Zoo mit ganz, ganz vielen Streichelgelegenheiten. Nachdem mir ein Kollege erzählt hat, man könne dort Capybaras füttern und streicheln, musste ich natürlich unbedingt hin.

Hach, sind sie nicht knuffig? Trotz Golden Week war es überraschend leer, was uns natürlich sehr freute. Es gab noch viele andere Tiere zu streicheln und noch viel mehr zum Angucken. Die Anlage hat mich sehr an den Vogelpark in Kakegawa erinnert, den wir vor 2 Jahren mit Schwiegereltern besucht haben, nur lag der Fokus nicht auf Vögeln, sondern das „Angebot“ war weitgestreut.

Die meisten Tiere durften sich frei durchs Gelände bewegen, was ich sehr schön fand. Es gab auch viele Plätze für eine Pause, in der man sich an den vielen schönen Blumen, die überall auf dem Gelände angepflanzt sind, erfreuen konnte. Zudem gab es über den Tag verteilt mehrere Shows zu sehen – Greifvogel-Vorführungen, Kunststückchen mir Affen, schafehütende Hunde usw. -, aber die Capybara waren schon am besten 😛

Wir sind vom Bahnhof Sannomiya 三宮 aus mit dem Port-Linier ポートライナー bis zum Bahnhof Kei-Computer mae 京コンピュータ前 gefahren. Die Fahrt fand ich sehr schön, weil sie fast die gesamte Zeit am Wasser entlang ging (*^^*)

Der Sannomiya-Bahnhof hat mich allerdings die 3 Tage über absolut in den Wahnsinn getrieben. Ich habe noch nie einen so kompakten und doch unübersichtlichen Bahnhof erlebt! Es fahren mehrere Linien dort, und jede scheint ihren eigenen Bahnhof zu haben, die untereinander aber verdammt schlecht ausgeschildert sind, alle irgendwie 2 Milliarden Etagen haben und in ihrem Aufbau absolut jegliche Logik entbehren. Und Google Maps mochte uns so auch gar nicht weiterhelfen. Hätten wir vorher gewusst, wie einfach das Vorankommen in Kōbe mit Fahrrad ist, hätten wir uns für den Tag vielleicht schon welche ausgeliehen, aber dazu kommen wir im nächsten Beitrag 😉

[To be continued …]

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6 Antworten zu [Unterwegs] Kōbe-Spezial: Wagyū und Capybaras

  1. Claudia schreibt:

    Das Faultier ist das beste! 😀
    Sieht nach viel Spaß aus. 🙂 Ein bisschen neidisch ob des Koberinds bin ich ja schon…

    • nagarazoku schreibt:

      Das Faultier hat uns eindrucksvoll gezeigt, wie es mit so wenig Kraftaufwand wiemöglich kopfüber Wasser getrunken hat! War sehr faszinieren!

      Das Kobe-Rind war schon echt lecker und man fühlte sich dabei so dekadent! 😁

  2. Tabea schreibt:

    Tiere machen einen doch echt immer wieder glücklich *__* Sooo süß!

    Und hey, ich wusste gar nicht, dass der Kei-Computer in Kobe steht. Gut zu wissen!

    • nagarazoku schreibt:

      Es zieht mich auch immer wieder dorthin, wo es Tiere gibt – umso glücklicher bin ich natürlich, wenn sie dort auch noch artgerecht gehalten werden ☺️

      Darf ich zugeben, dass mir der Kei-Computer peinlicherweise bis dahin absolut kein Begriff war? 😅

  3. Kitty schreibt:

    ohhhhh, die tiere sehen ja (ausnahmsweise für japanische verhältnisse – zumindest alle, die ich bisher gesehen habe) SEHR zufrieden, gepflegt und zutraulich aus!!

    ha, über den k lachen wir in 5 jahren bestimmt schon 😉 habt ihr das k-gebäude gesehen?

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