Schneechaos in Kanto

Als Kei und ich heute Morgen vom Wecker aus dem Bett gerissen wurden, erwartete und draußen der folgende Anblick:

Schnee! In Kantō! Für uns war klar: Das wird heute ein Kreuz zur Arbeit zu kommen. Da liegen immerhin ganze 5 cm! Also taten wir das einzig Vernünftige, was man in so einem Augenblick tun kann: Wir kuschelten uns mit einer Kanne heißem Tee vor den Fernseher und saßen das schlimmste Chaos Zuhause aus. Gut, Kei versuchte einen beherzten Anlauf zur Arbeit zu fahren. Aber als er am Bahnhof ankam, hatte man den gerade geschlossen, und weil schon Leute anfingen, sich anzubrüllen und durch die Gegend zu schubsen, machte er auf dem Absatz kehrt XD

Über Twitter verfolgten wir, was andere Leute so über die Odakyū und unsere beiden Bahnhöfe hier zu sagen hatten, und als sich gegen 11 Uhr die Lage langsam entspannt zu haben schien, machten wir uns jeweils auf den Weg. Das Kabel, das oben auf dem Photo so dekorativ nach unten hängt, war immer noch nicht weggeräumt – die Leitungen bei Tepco waren aber auch die ganze Zeit belegt – und nur zur Sicherheit liefen wir weit, ganz weit um die Stelle herum 😛 Den Schnee hatte uns natürlich noch niemand weggeräumt, und da langsam das Tauwetter einsetzte, schlitterten wir die Straße entlang. Ich fühlte mich wie ein Pinguin mit Regenschirm auf einer wegschmelzenden Scholle – und habe bestimmt auch so ausgesehen.

So ein Wetter ist übrigens auch immer super, um die Wasserundruchlässigkeit seiner Ausstattung zu überprüfen. Meine Schuhe sind wasserfest – Yay! Meine Winterjacke hingegen hat derbst enttäuscht – trotz Schirm!!! orz

Am Bahnhof angekommen, hatte sich die Situation HALBWEGS entspannt. Die Bahn kam pünktlich, ich passte rein, musste zwar stehen, aber wir brauchten nur die normalen 40 Minuten. Da hat sich das eingekuschelte Warten Zuhause doch gelohnt 😛

Nicht einmal die Hälfte meiner Kollegen hatte es zur Arbeit geschafft, als ich im Büro ankam. In meinem Postfach dann eine E-Mail: „Der heutige Tag gilt als komplett gearbeiteter Tag, wann auch immer Sie heute auf Arbeit erscheinen.“ Juhu!

Und keine zwei Stunden später klärte sich der Himmel auf und auch die letzten Reste des Schnees verkrümelten sich. Ich hoffe doch, das bleibt wie immer der eine Tag im Jahr hier in Kantō, in dem Schnee für so ein Chaos sorgt.

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5 Antworten zu Schneechaos in Kanto

  1. Bommel schreibt:

    Hurraaa, alles richtig gemacht!
    Das war ja ein unerwartet angenehmer Schneechaostag. Ich will mir gar nicht vorstellen, was gewesen wäre, wenn du voller Beflissenheit versucht hättest, gleich morgens am Bahnhof anzustehen, nur um möglichst früh auf Arbeit zu erscheinen… was eh nicht geklappt hätte.

    • nagarazoku schreibt:

      Dann hätte es spätestens bei Anblick der E-Mail Mord und Totschlag gegeben!!! …. Oder einen gebrochenen Zeh, weil ich vor Wut meinen Schrank getreten hätte 😛

  2. viktor643 schreibt:

    ❤ Stadtfoto ❤

    Hängen die Oberleitungen eigentlich immer so tief?? Also ich meine nicht die beiden Kabel, die hinten bis zum Boden gehen.
    Hat die Statik die Schneelast nicht tragen können? O.o

    • nagarazoku schreibt:

      Die hängen normal schon recht tief, aber hier hat die Schneelast sie tatsächlich noch ein wenig nach unten gedrückt. Hier ist wirklich nichts auf Schnee eingestellt :/

  3. Pingback: Und plötzlich war es Winter | Ein Nagarazoku in Japan

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