The same procedure as last year, Miss Sophie?

Wie treue Leser meines Blogs sicher schon gemerkt haben, gibt es jedes Jahr ein Event hier in Kanagawa, zu dem es mich irgendwie magisch hinzieht: das Unigründungsfest (kengakusai 建学祭) der Tōkai-Uni, meiner allerersten Austauschuni. Es spielt ganz viel Nostalgie mit, und, na ja, das Essen ist auch gut 😛 Dieses Jahr hatten wir auch wirklich fantastisches Wetter an dem Tag, da machte der Spaziergang durchs inaka doch gleich doppelt so viel Spaß 😉

Das kengakusai letztes Jahr war ja irgendwie besorgniserregend klein und ich schon der festen Überzeugung, die geringe Geburtenrate würde bereits die ersten Universitäten in die Knie zwingen. Aber vielleicht hat es nur am Tag gelegen, an dem wir da waren, oder auch am Wetter, aber dieses Jahr hatte das Fest wieder die gewohnte Größe und viele, viele Besucher.

Der Hauptfokus lag wie immer auf dem Essen, aber da will ich mich gar nicht beschweren, ich futtere nämlich für mein Leben gern 😛 Aus eigener Erfahrung weiß ich auch, wie viel Arbeit alle Studenten in ihren Stand stecken, da kauft man doch noch mal großzügiger ein 😛 Dieses Jahr gab es sogar wieder einen deutschen Stand, mit Currywurst und Pommes … und ohne Deutsche …

Anderswo stellten Studenten die Früchte ihrer Forschungen vor. Zum Beispiel diese zwei Herren, die Roboter entwickelt hatten, die sich nicht nur anfühlten wie echte Fische, sondern sich genau wie diese fortbewegen konnten. Im Wasser konnte man sie von echten Fischen wirklich nicht mehr unterscheiden.

Wir hatten bestes Wetter an diesem Tag, und der Campus zeigte sich herbstlich. Das waren die ersten bunt gefärbten Blätter, die ich dieses Jahr gesehen habe, und dabei war es schon November.

Jetzt, wo ich nicht mehr auf dem Campus und damit stundenlang entfernt von jeglicher Zivilisation lebe, kann ich sogar anerkennen, wie wunderschön das Gelände ist. Rechts auf dem Bild seht ihr übrigens den Ōyama 大山, der ein beliebtes Ausflugsziel in Kanagawa ist und auf dem sich sogar Bären rumtreiben sollen.

Natürlich statteten wir auch meinem Lieblingsstand wieder einen Besuch ab und verließen ihn nicht mit leeren Händen 😉

Am Bücherstand wurden wir dieses Mal nicht fündig, aber man kann ja nicht immer die Sammlung eines Studenten mit Fokus auf Jane Austen abstauben 😄

Nach dem etwas enttäuschenden kengakusai letztes Jahr wollten wir dieses Jahr erst gar nicht gehen. Dann hat mich aber doch die Lust gepackt und darüber bin ich sehr froh, denn es war ein wirklich schöner Tag. Wir haben nichts besonderes getan, aber ihn draußen an der frischen Luft und unter der warmen Sonne mit viel Nostalgie verbracht. Ich glaube, genau das habe ich an diesem Tag gebraucht.

Danach besuchten wir noch das neue Lalaport in Ebina. Ich war dagegen, wurde aber mitgeschliffen 😛 Nein, ehrlich, ich hasse Einkaufszentren am Eröffnungswochenende, und meine Erwartungen wurden sogar übertroffen. Aber der Herr wollte halt „nur mal schnell gucken“. Na gut. So schnell, wie wir drin waren, waren wir auch wieder draußen 😄 Zwei Wochen später waren die Menschenmassen schon sehr viel erträglicher. Ob Ebina nun unbedingt NOCH ein Einkaufszentrum gebraucht hat, lass ich mal dahingestellt 😛

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7 Antworten zu The same procedure as last year, Miss Sophie?

  1. Bommel schreibt:

    Oh Ebina! Meine alte Einkaufsmeile! Das macht mich persönlich nostalgischer als das Kengakusai, denn letzteres habe ich ja nur ein einziges Mal erlebt. Ich erinnere mich an Schlafmangel, Kartoffeln reiben und Alkohol… viel Alkohol… und dennoch war es nicht genug…
    Mal schauen, wann ich meinen nächsten Japanbesuch ansetze. Matsuri-orientiert? Kengakusai-orientiert?
    Man weiß es nicht….

    • nagarazoku schreibt:

      Das kengakusai aus dem Jahr 2007 erfüllt mich auch nicht mit viel Nostalgie, aber auf der anderen Seite des kengakusais ist es echt schön 😀

      Für kengakusai-orientiert müsstest du natürlich im November hier sein. Das ist sogar eine sehr schöne Jahreszeit, aber andere matsuris wird es dann hier wohl nicht mehr geben :S Na, kommste einfach von Juli bis inklusive November her 😛

  2. viktor643 schreibt:

    > Zum Beispiel diese zwei Herren, die Roboter entwickelt hatten, die sich nicht nur anfühlten wie echte Fische, sondern sich genau wie diese fortbewegen konnten. Im Wasser konnte man sie von echten Fischen wirklich nicht mehr unterscheiden.

    -> Mhhhhhhhhhhhhhhhhh, dann hätte ich gerne so einen Fisch in „Weißer Hai“-Optik und 1:1-Maßstab für meinen nächsten Strandurlaub. ;-p 😆

    Und die passende Fernbedienung, selbstverständlich. HAHAHAHA

    Natürlich ohne echte Zähne. 😉

    Man stelle sich vor: Die Rückenflosse durchstreift das Wasser….. Eine perfekte Scene für diese super-lustigen, japanischen Comedy-Sendungen die ich in YouTube so gerne sehe. Hehe

    • nagarazoku schreibt:

      Genau der Gedanke kam mir auch! Ich würde mir damit einen ganzen Strandabschnitt freiräumen und damit den Strand endlich mal genießen können ( ̄▽ ̄)

  3. viktor643 schreibt:

    Ah, habe es im vorherigen Kommentar verpennt: Zu diesem Beitrag fällt mir das passende Wort ein: natsukashii

    War schon richtig, oder?? Mein japanisch ist nicht das beste. 😉

  4. Pingback: Der goldene Herbst ist hier | Ein Nagarazoku in Japan

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