[Shopping] In Japan in Amerika einkaufen

Wenn man in Japan lebt und mal so richtig Bock auf vernünftigen Käse, ordentliche Wurst und andere Köstlichkeiten hat, gibt es eigentlich nur eine Anlaufstelle:

Costo ist eine amerikanische Großhandelskette mit genau 20 Filialen in Japan – meist in der Nähe einer amerikanischen Base. Zur Grundausrüstung gehören: eine Mitgliedskarte, am besten ein Auto und ordentlich Bargeld in der Tasche. Denn Costco nimmt keine Kreditkarten und verkauft vieles nur in riesigen Großverpackungen, die sich ohne fahrbaren Untersatz nur schwer nach Haus transportieren lassen, und bei denen sich am Ende der Gesamtpreis doch ordentlich zusammenläppern kann. Aber dann kann man Zuhause schon mal einen Jahresvorrat an Nudeln anlegen. Oder 4-Liter-Flaschen Speiseöl lagern … oder 4-Liter-Flaschen Whiskey 😛 Und natürlich Wurst und Käse nicht vergessen! Endlich mal wieder was anderes als Scheibenkäse und Mozzarella. Sogar den guten Raclette-Käse haben sie dort. Vielleicht noch ein paar Bagles gefällig? Brötchen? Oder sogar richtiges Graubrot? Wie wäre es mit Tiefkühlfrüchten?

Und beim Essen bleibt es nicht: Kosmetikprodukte gibt es genauso wie Spielzeug, Handtücher, Basektballkörben und Swimmingpools, sowie natürlich Küchenzubehör von Messern bis hin zu Grills so groß, dass ich keine Ahnung habe, wo der durchschnittliche japanische Haushalt die aufstellen soll. Sogar eine Waschmaschine, die ein Warmwaschprogramm hat (die Standardwaschmaschine in Japan hat so etwas nicht), hatte man letztens dort. Mit knapp 1000 Euro auch reichlich teuer, aber irgendwann bist du mein!

Und wir waren zwar nicht mehr beim Essen, aber das hier gibt es auch:

Und zwar die richtige! Nicht die mit dem veränderten Rezept.

Wir selbst haben keine Mitgliedschaft bei Costco, denn die kostet rund 4000 Yen pro Jahr (etwa 30 Euro), und das würde sich für uns, so selten wie wir da sind, nicht unbedingt lohnen. Wir fahren mit wenn Schwiegereltern mal hingehen. Die haben nämlich auch ein Auto 😉 Als kleiner Haushalt mit nur zwei Personen sollte man sich auch ganz genau überlegen, was man dort in den Einkaufswagen wandern lässt, denn die Auswahl verleitet und zu zweit schafft man gar nicht so viel, wie man glaubt. Frische Sachen kommen daher inzwischen kaum noch mit, dafür alles, was man tiefkühlen kann (das klappt übrigens auch mit Bageln wunderbar) oder sich ewig hält (Öl, Alkohol und Pasta, sowie Kosmetik 😛 ). Am Ende kippt man bei der Abrechnung immer halb aus den Latschen – so viel haben wir doch gar nicht im Korb! – aber es sind halt Großverpackungen und im Vergleich zum normalen japanischen Supermarkt ist alles doch viel billiger.

Nach dem Einkaufen kann man sich noch einen halbwegs vernünftigen Hotdog genehmigen – an die Ikea-Hotdogs kommt eh nichts ran – und dann den ganzen Kram nach Hause schleppen und versuchen, ihn in seiner kleinen Wohnung zu verstauen. Wie wenig Stauraum wir eigentlich haben, das vergesse ich im Kaufrausch nämlich auch gerne mal ^^;

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16 Antworten zu [Shopping] In Japan in Amerika einkaufen

  1. Bommel schreibt:

    Warte…. das Nutellarezept ist verändert? Das wusste ich nicht einmal. Ich esse ja so selten Nutella, dass ich den Unterschied nicht einmal schmecken würde.

    • nagarazoku schreibt:

      Ja, es gibt wohl zwei Rezepte, und die Nutella, die man hier normal im Laden kaufen kann, schmeckt anders und hat auch eine ganz andere Konsistenz. Ist wohl die Rezeptur, wie sie die Nutella in Australien verkaufen – so hab ich es zumindest gehört. Vielleicht hat es ja was mit der Sommerhitze zu tun …?

    • Bommel schreibt:

      Na, Liebe oder Haselnuss.

  2. Michelle schreibt:

    Das mit der Sommerhitze und Nutella ist richtig. Wir hatten mal deutsches Nutella im Campingurlaub in Italien mit. Pfui! Rein flüssig ist das geworden und das Öl hat sich vom Rest der Mischung gelöst. Igittigitt!

    Oh, japanische Waschmaschine mit Warmwaschprogrammen gibt’s auch außerhalb von Costco. Allerdings der hohe Preis bleibt derselbe. Kannst du keine deutsche Maschine importieren? Adapter an die Steckdose und los?

    • nagarazoku schreibt:

      Ich befürchte preislich würde das mit Versandskosten aufs Gleiche rauskommen. Außerdem bin ich nicht ganz sicher, ob die Waschmaschinen hier genauso ans Wasser angeschlossen werden wie in Deutschland :/

      • viktor643 schreibt:

        Und, in Japan ist die Steckdosenspannung anders wie in Deutschland.
        In Deutschland sind es 230 V (Volt) in Japan sind es 110 V oder 120 V. Geht also mit einem einfachen Steckdosenadapter nicht. Dafür brauch man dann einen Transformator der die japanischen 120 V auf die deutschen 230 V umformt (transformiert/ verändert). Der müsste ziemlich groß (etwa wie ein 10 Liter Eimer) und leistungsstark sein, 2500 W (Watt) bis 3000 W sollte der schon haben/ leisten. Und solche (Umspann-) Transformatoren kosten (als Neugerät) auch gleich mal 200 bis 300 Euro.
        Also vielleicht doch noch mal über das Importieren einer deutschen Waschmaschiene nachdenken ;-).
        Ah, eins noch. Transformatoren haben elektrische Verluste. Das heist du (bzw. die Waschmaschiene plus Transformator) bräuchtest etwas mehr elektrischen Strom pro Waschgang. Das spiegelt sich dann in der höheren Stromrechnung wieder. 😉

        mfg
        Viktor

      • nagarazoku schreibt:

        Danke, dass du das hier nochmal erläuterst. Ja, insbesondere beim Thema elektrischer Verlust wissen viele Ausländer in Japan nicht gut Bescheid und wundern sich dann, wenn die saftige Stromrechnung ins Haus flattert.

  3. Tabea schreibt:

    Von dem Laden hab ich noch nie was gehört! Muss ich irgendwann auch mal hinfahren 🙂

    • nagarazoku schreibt:

      Oh nein, wie hast du bisher nur ohne diesen Quell an Wurst und Käse überlebt?!?!? Unbedingt mal hin – haltet euch an jemanden mit einer Mitgliedskarte 😛

  4. Kitty schreibt:

    ich habe damals mein kleines gelbes klapprad für lächerliche 7000 yen dort gekauft – ich liiiiiiebe costco ❤ in welchem seid ihr da immer? in dem zwischen tokyo und yokohama? zum thema waschmaschine: in dem haus, in dem ich im märz mit ilona gewohnt hatte, haben wir die waschmaschine an den badewannenhahn angeschlossen – und einfach das wasser auf heiß gedreht. das geht sehr, sehr einfach!

  5. Pingback: Was lasse ich mir eigentlich so nach Japan schicken? | Ein Nagarazoku in Japan

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