[Unterwegs] Sommerfeuerwerk in Yokohama

Ich entschuldige mich, wenn ich hier nun die Reihenfolge der Geschehnisse so überhaupt gar nicht einhalte, aber anderenfalls komme ich erst im Herbst dazu, über meinen Sommerurlaub zu schreiben und irgendwie wäre das der Stimmung abträglich. Obwohl wir heute morgen fast herbstliche Temperaturen draußen ha… 26 Grad und ich rede von herbstlichen Temperaturen. Ich glaube, ich brauche Hilfe 😛 Aber erst noch ein Blogpost:

Normalerweise würde ich niemandem raten, Japan im Sommer einen Besuch abzustatten. Es ist heiß, schwül, stickig, habe ich heiß erwähnt? Die Sonne knallt von oben, man wabert in Eigenschweiß durch die Gegend und überall wimmelt es von viel zu großen Insekten – klingt nicht nach einer Zeit in der man Sightseeing machen will, oder? Es gibt jedoch eine Attraktion, die Japan im Sommer zu bieten hat, für die ich eine Ausnahme machen würde: Sommerfeuerwerk.

Feuerwerk, 花火 hanabi, gehört in Japan zum Sommer dazu wie bei uns zu Silvester. Und dennoch schaffe ich es immer viel zu selten, mir eins anzuschauen. Das letzte Mal war 2013 in Tōkyō, davor 2008 in Enoshima, denn dazwischen war ich zur entsprechenden Zeit nicht in Japan. Letztes Jahr konnte ich aufgrund meiner Fußverletzung leider nicht, daher stand ein Sommerfeuerwerk dieses Jahr ganz weit oben auf der Liste meiner Prioritäten. Nachdem wir einen Ausflug, an dessen Ende es ein Feuerwerk geben sollte, leider abbrechen mussten, weil mir die Hitze zu sehr zugesetzt hat, suchte Kei uns ein Feuerwerk relativ in der Nähe an einem Wochentag heraus. Ziel: Yokohama!

Wer meinen Blog schon länger verfolgt weiß, wie sehr ich Yokohama liebe. Die Nähe zum Meer versprach kühle Luft und dass wir an einem Wochentag gingen nicht ganz so viele Besucher. Es waren dennoch mehr als genug ^^; Aber derzeit haben die Schüler hier ja auch Sommerferien. So schlängelten wir uns mit vielen, vielen Oberschülern vom Bahnhof Richtung Minatormirai みなとみらい und dann entlang am Hafen Richtung Ōsanbashi 大桟橋 auf der Suche nach einer Sitzmöglichkeit. Übrigens findet in Yokohama bis zum 16.08. noch ein Pokémon-Event statt, bei dem ich letztes Jahr mit Kei war 😉

Es war so voll, ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie es an einem Wochenende gewesen wäre O_o Allerdings hab es viele schöne yukata 浴衣 zu bestaunen (*^^*) Eine Sekunde habe auch ich mit dem Gedanken gespielt, im yukata hinzugehen, da mir die Hitze aber zwei Tage davor in normalen Klamotten schon so sehr zugesetzt hat, habe ich es gelassen. Im yukata kann es einem doch recht warm werden. Im Nachhinein betrachtet war das wohl auch eine gute Entscheidung …

In Minatomirai waren die Sitzmöglichkeiten bereits rar gesät, aber nach ein paar Minuten entlang der Promenade fanden wir einen vielversprechend wirkenden Platz, an dem wir die restliche Stunde bis zum Feuerwerk abwarten konnten. Kurz vor knapp kommen hätte wahrscheinlich in Sitzplatzlosigkeit resultiert, am besten geht man also früher hin und bring sich eine bequeme Decke mit Aluschicht, ein leckeres bentō und ein wenig Bier mit. Unterwegs kaufen ist nicht so einfach, denn überall haben alle die gleiche Idee und man kann nicht nur mit ewig langen Anstehzeiten rechnen, sondern das Objekt der Begierde ist am Ende mit großer Wahrscheinlichkeit auch ausverkauft.

Es ist übrigens absolut in Ordnung sich morgens mit Decke und Klebestreifen schon einen Sitzplatz zu reservieren und erst abends wiederzukommen ^^;

Das Feuerwerk zog sich über eine gesamte Stunde hinweg, da lohnt sich selbst eine länge Anfahrt 😀 Und da sich Feuerwerk immer besser zeigen als beschreiben lässt, hier ein paar Bilder und ein Video vom Finale 😉

In Japan konnte mich bisher noch kein Feuerwerk enttäuschen 😀 Und wir hatten wirklich gute Sitzplätze! Sommer-Feuerwerk wird in Japan übrigens im Sitzen genossen, und wer es wagen sollte zwischendurch aufzustehen und durch die Gegend zu laufen, wird schnell von links und rechts angerüffelt und setzt sich wieder auf seine vier Buchstaben 😉 (Nein, nicht ich, ich weiß wie man sich benimmt! 😛 ) So lässt sich so ein Feuerwerk ganz entspannt genießen. Durch die Nähe zum Meer kühlte es sich nach Sonnenuntergang auch angenehm ab und wir kamen nicht mal ins Schwitzen – das kann man über einen draußen verbrachten Tag im japanischen Sommer nun wirklich nicht oft sagen!

Yokohama ist abends auch eine sehr schöne Stadt und bietet sich für einen Spaziergang an.

Da wir hörten, dass es Probleme auf der JR-Linie gab, entschieden wir uns erst einmal nach China Town zu laufen und dort zu Abend zu essen, bevor wir uns auf den Weg nach Hause machten. Bis dahin würde sich das Bahnchaos schon wieder eingekriegt haben … dachten wir …

Völkerwanderung zu anderen Bahnhöfen nach der Durchsage, dass die Bahnen auf der JR-Line derzeit nicht fahren würden.

Aber erst mal nach Chinatown! Abends an einem Wochentag ist da erstaunlich wenig los trotz Feuerwerk in der Nähe. So fanden wir in einem der Restaurants schnell einen Platz und konnten unsere Mägen füllen.

In den Seitenstraßen kosten die Restaurants übrigens nur einen Bruchteil von dem, was sie auf der Hauptstraße kosten 😉

Das Bahnchaos wurde natürlich nicht aufgelöst bis wir nach Hause fuhren. Irgendwo in Sakuragichō 桜木町 hatte es wohl einen Stromausfall gegeben und eine Bahn stand dort ohne Strom zwischen zwei Bahnhöfe. Ohne Strom = ohne Klimaanlage. Scheiße, haben mir die Leute leid getan O_o Die Bahn muss übervoll gewesen sein, immerhin waren fast alle Passagiere auf dem Weg zum Feuerwerk. So viel Pech muss man mal haben. Wir mussten dann ganz umständlich auf Metro und Co. umsteigen, um nach Hause zu kommen, und brauchten so statt der üblichen 45 Minuten rund 2.5 Stunden in denen wir schlimmer gequetscht waren als zur Rush-Hour. Bahnen sind ja immer schon voll genug, wenn es irgendwo ein Feuerwerk gibt, aber wenn dann zusätzlich noch ein komplettes Netz ausfällt UND Feierabend-Rush hinzukommt … In dem Augenblick war ich recht froh, nicht im yukata gekommen zu sein. Ich wäre gestorben! Zuhause fielen wir einfach nur noch tot ins Bett. Und trotz allem kann ich sagen: Für so ein Feuerwerk immer wieder gern 😀

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