Ein viel zu heißer Tag des Meeres

Heute ist umi no hi 海の日, Tag des Meeres, in Japan. Und was macht man in Japan an solch einem Tag? Wahrscheinlich ans Meer fahren. Denn der Feiertag wurde 1995 eingeführt, um die Marine und das Meer zu würdigen – und um die feiertagslose Zeit zwischen Mai und September ein wenig erträglicher zu gestalten 😛 Aber wie das in Japan so ist: Wenn man macht, was man an solch einem Tag tun sollte, dann tut man es mit Milliarden von anderen Leuten zusammen. Und darauf hatte ich heute keinen Bock. Hinzu kommen die unerträgliche Hitze (35 Grad bei bestimmt rund 70% Luftfeuchte) und jegliche Aktivitäten draußen kamen für heute einfach nicht infrage. Ach ja, ich werde alt. 2008 hat mir die Hitze zwar nicht weniger ausgemacht, aber ich habe öfters die Zähne zusammengebissen und mich trotzdem nach draußen gewagt 😛

Stattdessen sind Kei und ich heute zum yakiniku 焼き肉 gegangen. Yakiniku bedeutet übersetzt eigentlich nicht mehr als „gegrilltes Fleisch“. Ursprünglich von koreanischen Einwanderern nach Japan gebracht (so heißt es), wurde der Geschmack über die Zeit an den japanischen angepasst und hat sicher nicht mehr viel mit dem ursprünglichen koreanischen gemein – letzteren Stelle ich mir recht scharf vor ^^;

Beim yakiniku hat man entweder tabehōdai 食べ放題, „iss so viel du willst“, bei der man Fleischportion um Fleischportion bestellen kann bis man platzt, ein festes Menü oder man bestellt einzelne Fleischteller. Gegrillt wird auf dem im Tisch eingelassenen Grill von jedem Kunden selbst.

Yakiniku ist meist einer der teureren Restaurantspäße, die man sich in Japan geben kann, aber auch einer der für mich persönlich leckersten. Neben verschiedensten Sorten Fleisch gibt es auch immer Gemüse und oft auch Muscheln zum Grillen. Rein in die leckere Soße, falls vorhanden noch in ein Salatblatt einwickeln, und am besten schon die nächsten drei Teller Fleisch nachbestellen 😛

Und mit Muscheln hab ich dann ja auch irgendwie die Verknüpfung zum Tag des Meeres wieder hergestellt, nicht wahr? XD (Die Fotos stammen übrigens alle von verschiedenen Besuchen beim yakiniku, das haben wir nicht alles heute gegessen 😉 )

Wie man bei diesem Wetter yakiniku ertragen kann? Keine Sorge, in Japan übertreibt man es mit den Klimaanlagen sehr gerne. Unser Restaurant heute war auch so kalt, dass ich froh war, als uns der Kellner endlich den Grill anzündete und mich das Feuer wieder etwa enteiste *seufz*

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6 Antworten zu Ein viel zu heißer Tag des Meeres

  1. altesweibsbild schreibt:

    Ahhh, lecker…..wieder wunderbar hemmungslos Essen fotographiert 😀 herrlich

    • nagarazoku schreibt:

      Ich bin meinem Mann sehr dankbar dafür, dass er noch nicht genervt davon ist, dass ich immer erstmal alles fotografieren muss, bevor er mit dem Essen anfangen darf XD

  2. Claudia schreibt:

    Das Yakiniku (Bulgogi glaube ich?) in Korea ist nicht scharf – die ganzen kleinen Gerichte, die dazu kommen sind es. Ich konnte tatsächlich nur das Fleisch und eine Suppe essen, alles andere war viel zu scharf.

    • nagarazoku schreibt:

      Dann gäbe es in Korea ja tatsächlich etwas, das ich essen könnte: bulgogi ohne die Beilagen 😂 Ich ertrage wirklich absolut kein scharfes Essen 😓

  3. Pingback: [Unterwegs] Was lange währt, wird endlich gut. | Ein Nagarazoku in Japan

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