Jobwechsel (nicht ich!)

Endlich kann Kei aus seinem jetzigen Job raus. Wie er es so lange in dieser Firma ausgehalten hat, ist mir bis heute ein Rätsel. Ein japanisches Familienunternehmen ist eben prädestiniert für viele, viele Überstunden, guilt trips, wenn Kei sich mal länger als 3 Tage am Stück Urlaub nehmen wollte (und wir reden hier von 3 Tagen inklusive Wochenende), verworrene Strukturen, veralterte Arbeitsweisen, die man aber auf keinen Fall ändern will, denn man hat es ja schon immer so gemacht, und, und, und. Keis Chef und seine Chefin haben ihre Ehestreitigkeiten auch häufig am Arbeitsplatz ausgetragen, und Kei durfte sich dann entscheiden, auf welchen der beiden Streithähne er hört, immer in dem Wissen, dass der Streithahn, auf den er nicht gehört hat, es ihm sehr, sehr übel nehmen wird. Zudem hat Kei in den ganzen 4 Jahren bei der Firma genau eine Gehaltserhöhung von 3000 Yen bekommen … das sind 30 Euro … Das reicht nicht mal, um die Inflationsrate abzudecken …

Ab Mitte dieses Monats fängt Kei dann seinen neuen Job an. In einer deutschen Firma 😄 Die Deutsche landet in einer japanischen, und der Japaner am Ende in einer deutschen Firma 😛 Er verdient nicht nur auf Schlag 1000 Euro mehr im Monat (was zeigt, wie absolut unterbezahlt er bisher war), sondern bekommt auch mehr Urlaub. Und er kann endlich, endlich, endlich seine Deutschkenntnisse zum Einsatz bringen – daran war in seinem alten Job ja nun wirklich überhaupt nicht zu denken. Ich bin schon sehr gespannt, was Kei von seinen ersten Arbeitstagen berichtet.

„Herzlichen Glückwunsch zum Jobwechsel!“

Und zur Feier des Tages habe ich Kei gestern noch einen dieser tollen japanischen Kuchen besorgt, die man mit einer Nachricht versehen lassen kann. Ich kann kaum glauben, dass die da auch Kanji benutzen!!! O_o Ich kann nicht mal Hiragana oder Katakana mit diesen Schokostiften schreiben, von Kanji wollen wir gar nicht erst reden.

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10 Antworten zu Jobwechsel (nicht ich!)

  1. Tabea schreibt:

    Ohhh, wie toll!! Herzlichen Glückwunsch an Kei!! ^o^

  2. Imperiaal schreibt:

    Freu mich auch sehr für euch! 🙂 Von mir auch herzlichen Glückwunsch!! Und der Kuchen ist wirklich toll 🙂

  3. Kitty schreibt:

    *in die hände klatsch* das ist ja super, ich freu mich sehr für ihn und für euch! auch von mir die herzlichsten glückwünsche! und der kuchen sieht ja mal schmackhaft aus…

    • nagarazoku schreibt:

      Danke!!! Richte ihm die Glückwünsche aus – da wird er sich aber freuen 😀

      Und der Kuchen war so schmackhaft wie er aussieht :3

  4. juliakaczmarczyck schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch!!! Das freut mich für, nicht nur mehr Geld und Urlaub, sondern auch weniger Stress, der kann ja doch auf die Beziehung schlagen.
    Seine ehemalige Firma klingt schlimm. Ich kann übrigens nur jedem raten, gut zu überlegen, bevor er mit japanischen Beamten arbeitet, denn da diese so gut wie nicht kündbar sind, treiben sich seltsame Gestalten dort rum und meinen, sie könnten sich alles erlauben – was leider auch stimmt. Die Arbeitsmoral ist auch kaum vorhanden.

    • nagarazoku schreibt:

      Oh Gott, das klingt ja furchtbar O_o Ein wenig hatte ich ja schon immer das Gefühl, wenn ich mal hier mit Beamten zu tun hatte. Zu Anfang dachte ich, das wären nur die, die mit Ausländern zu tun haben, die so gar keine Arbeitsmoral zu haben scheinen, aber nein, Kei kann die Erfahrung auch bestätigen. Das macht also Unkündbarkeit aus der Elite Japans, wie sie sich selbst so schön nennen O_o

  5. Michelle schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch! Ein neuer Job ist was feines. Dort ist immer erstmal alles besser als im alten Job. Mit der Zeit relativiert sich das dann wieder. 😉

    • nagarazoku schreibt:

      Relativieren darf es sich, nur nicht wieder genauso schlimm werden bitte 😛 Nee, ganz ehrlich, der alte Job war dreiste Ausbeute O.O

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