Der Eichhörnchenpark in Machida

An einem Samstag Morgen im Februar packte Kei und mich die Lust, etwas bei uns in der Umgebung zu unternehmen. Ich befragte Google nach Tourispots und Empfehlungen und stieß auf den Eichhörnchenpark in Machida, den machida risuen 町田リス園 , einen Park, der einem erlaubt, seine Eichhörnchen zu füttern. Wie hätte ich dazu Nein sagen können? 😉

Der Eichhörnchenpark ist nicht sehr groß, das Gelände für die Eichhörnchen jedoch ausladend. Die Tiere, bei denen es sich übrigens nicht um unsere roten Eichhörnchen, Sciurus vulgaris, sondern um seine grauen Verwandten, auf Englisch so genannte Pallas’s squirrel (Callosciurus erythraeus), handelt, laufen frei herum und lassen sich mit Sonnenblumenkernen zu 100 Yen (rund 80 Cent) das Tütchen anlocken. Etwa 200 von ihnen sollen auf dem Gelände leben, das ich persönlich sehr schön eingerichtet finde mit all den Kletter- und auch Versteckmöglichkeiten.

Dennoch frage ich mich, ob 200 Eichhörnchen nicht etwas zu viel für eine einzige Anlage sind. Ich kenne mich mit den Tieren nicht großartig aus, aber Territorialstreitigkeiten waren schon zu beobachten. Die anwesenden Besucher haben die Tiere weniger gestresst, als sie sich hier und dort gegenseitig. Satte Eichhörnchen verkrochen sich, hungrige klettern an einem hoch und rissen einem auch schon mal das ganze Tütchen mit Sonnenblumenkernen aus der Hand XD

Es gibt wohl auch drei Streifenhörnchen auf dem Gelände, die haben wir jedoch nicht zu sehen bekommen. Außerdem eine riesengroße Schildkröte, bei deren Fütterung wir zugucken durften. Die Eichhörnchen waren sehr gut darin, der Schildkröte ihr Obst und Gemüse zu mopsen XD

Der Rest des Parks hat bei mir leider absolut keine Begeisterung ausgelöst. Von den Zuständen bei den Meerschweinchen war ich so geschockt, dass ich nicht mal Photos gemacht habe. Da waren ungelogen mindestens 100 Tiere in einem keine 4qm kleinen Käfig untergebracht, der Boden harter Stein. Man konnte Gemüse kaufen, um die Schweinis zu füttern. Damit diese besser ans Futter kommen, hatte man Plastikkübel als Erhöhungen in den Käfig gestellt. Was passierte war, dass sich auf jeder Erhöhung rund 30 Meerschweinchen drängte, die unbedingt ans Futter wollten, und sich gegenseitig von den Kübeln schubsten. Und die waren bestimmt 30 – 50 cm hoch – für ein Meerschweinchen lebensgefährlich! Ich möchte nicht wissen, wie viele von den Tieren sich da tagtäglich verletzten. Das Ganze ist einfach mal unter aller Sau!

Die restlichen Meerschweinchen waren in noch kleineren Käfigen zusammengepfercht und man konnte sie sich zum Kuscheln rausgeben lassen. Den Hasen ging es nicht besser. 2018-03-21 18 38 23Im zu kleinem Gehege mit Verletzungsgefahr oder in kleinen Käfigen als Kuscheltiere gehalten. Eigentlich muss ich sagen, dass alle Tiere bis auf die Eichhörnchen unter katastrophalen Bedingungen untergebracht waren. Die Papageien und Kakadus konnten gerade so ihre Flügel ausstrecken, an fliegen war jedoch nicht zu denken. Die Erdmännchen hatten keine tiefe Erde zum Buddeln. Ich bereute schnell die 400 Yen, die jeder von uns für den Eintritt bezahlt hatte. Aber Hauptsache der Souvenir-Shop hat schön viel Platz, was?

Eigentlich sollte ich es inzwischen aber auch wissen. Die japanische Heim- und Zootierhaltung war schon immer etwas, was mich abgrundtief schockierte. Für das Eichhorngelände kann ich den Park empfehlen, aber bei den Zuständen, die die anderen Tiere dort zu ertragen haben, könnte ich niemals wieder guten Gewissens dort Geld ausgeben -.-

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3 Antworten zu Der Eichhörnchenpark in Machida

  1. Pingback: [Unterwegs in Japan] Im yakushiike-Park | Ein Nagarazoku in Japan

  2. Yoko-chan schreibt:

    Das Gelände mit den Eichhörnchen fand ich auch toll und das Füttern hatte viel Spaß gemacht. Aber bei dem Rest kann ich dir auch nur beipflichten. Die Meerschweinchen & Co. taten mir wirklich so leid. Es war so schockierend… 😦

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