[Unterwegs in Japan] Wie die Zeit vergeht …

Als ich den Blogpost von letzter Woche tippte, überkam mich plötzlich der Gedanke: 7 Jahre! Ich bin schon 7 ganze Jahre mit Kei zusammen. Das ist fast so lange wie mein Studium dauerte, und wie wir wissen, hab ich dafür eine halbe Ewigkeit gebraucht ( ̄▽ ̄) Das bedeutet zudem, dass mein Rückflug nach meinem allerersten Austauschstudium in Japan nun bereits auch über 6 Jahre her ist.

Dass das eine Menge an Zeit ist, die da vergangen ist, habe ich so richtig gemerkt, als Kei und ich eben dieser meiner Austauschuni von 2007/2008 zum Unigründungsfest, dem kengakusai 建学祭, einen Besuch abstatten.

Der erste Besuch war es seit 2008 wahrlich nicht. 2010 gab es bei meinem Besuch in Japan eine super-natsukashii-Tour mit vielen, vielen Photos, einmal kengakusai 2011 (Und ich bin mir ganz sicher, dass ich noch ein 2. Mal beim kengakusai war, aber ich kann einfach den entsprechenden Blogpost nicht finden) und einen Besuch mit meiner damaligen Tōkai-Zimmergenossin in 2012 (^.^)

Die letzten Male (Und ich bestehe darauf, dass es mindestens 2 Male waren! Wo ist der verdammte Blogpost hin???), das ich als Besucher und nicht als gebeutelter Mitaussteller das kengakusai besuchte, war das Fest eher eine Art Klassentreffen. Man traf Leute, die mit einem auf dem Austausch waren, viele der japanischen Studenten, mit denen man in der Zeit dort zu tun hatte, und vor allem die nächste Generation an Japanologen, die sich durch die Sprachkurse schlug. Dieses Jahr hingegen gab es keinen deutschen Stand. Gibt es etwa keine deutschen Austauschstudenten mehr? Doch, insgesamt 2 soll es wohl auch dieses Jahr an die Tōkai verschlagen haben. Aber entweder sind das nicht genug, um einen Stand zu errichten, oder der Vertrag zwischen der Tōkai und der HU ist wirklich so krass in die Brüche gegangen, dass wirklich nur noch der Studienplatz gestellt wird, mehr nicht. Allerdings steht die Japanologie der HU eh kurz vor der endgültigen Abschaffung (Oder ist bereits abgeschafft?), die Zahl wird also in Zukunft wohl auch nicht mehr steigen. Das hat mich sehr traurig gemacht. Ich habe mich auf dem kengakusai immer sehr gerne mit den nachfolgenden Jahrgängen an HU-Japanologen unterhalten 😦

Dieses Jahr feierte man übrigens das 60. kengakusai, also das 60-jährige Bestehen der Tōkai-Uni.

Es hätte also eine riesengroße Party geben müssen, nicht? Leider war das das kleinste kengakusai auf dem ich bisher gewesen bin O_o Gerade einmal 1/3 des Campus war für die Zelte vorgesehen, und auch die Besucherzahlen hielten sich in überschaubaren Grenzen.

Es hat sich vorher schon abgezeichnet, dass das Fest seit 2007 mit jedem Jahr immer kleiner wurde, aber ein so winziges Fest zum 60-jährigen Bestehen? Einige Unis sind wohl doch bereits vom Rückgang der Geburtenraten und damit der geringeren Zahl an Studenten betroffen. Die Tōkai-Uni ist nun auch keine Eliteuniversität und kostet dennoch einen stolzen Preis von rund 10.000 € pro Jahr (!!!) an Studiengebühren. Wer kann, geht natürlich auf eine Uni mit besserem Ruf. Und je weniger Studenten es gibt, desto mehr müssen sich selbst die Eliteunis um die wenigen Studenten bemühen.

So, also kein deutsches Essen für mich, keine Gespräche mit neuen HU-Japanologie-Studenten, na toll! Dann eben Frust-Shoppen im Bab-Shop! Jawohl!

… … … Also diese Angewohnheit, den Bab-Shop zu schließen, wenn ein Haufen Besucher auf dem Campus erwartet wird, die werde ich wohl nie nachvollziehen.

Tja, was kann man mit so einem Tag noch anfangen? Kei und ich kauften uns yakitori und Schokobananen und spazierten über den herbstlichen Campus (Zu diesem Zeitpunkt hatte ich vom Arzt noch Anweisung, meinen Fuß ein wenig zu benutzen, damit er durch die Verletzung nicht steif wird, inzwischen ist ja wieder ruhig halten angesagt …).

 

Außerdem gab es wieder schicke und günstige Keramik zu kaufen, und dieses Mal wurde ich sogar beim Buchausverkauf fündig: Ich bin jetzt stolze Besitzern von vier akademischen Werken über Jane Austen, die ich wahrscheinlich nie lesen werde. Aber sie sehen schick im Bücherregal aus 😛

Für einen kurzen Augenblick hab ich überlegt, ob ich nicht aufs nächste Mitasai der Keiō-Uni gehen sollte, um zu schauen, wie es dort inzwischen aussieht, aber irgendwie hatte ich zur Keiō nie die Verbindung, die ich zur Tōkai habe. Vielleicht, weil ich an der Keiō nur ein halbes statt ein ganzes Jahr war. Vielleicht, weil ich an der Tōkai nicht nur Unterricht hatte, sondern auf dem Campus auch gelebt habe. Vielleicht aber auch, weil die Keiō für mich ein halbes Jahr sinnloser Unterricht unter bescheuerten Leuten und zum Großteil desinteressierten Dozenten war, während ich an der Tōkai nicht nur lauter Freunde von mir dabei hatte, sondern auch wusste, warum ich den Unterricht belege. Was wird es wohl sein …? 😛

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5 Antworten zu [Unterwegs in Japan] Wie die Zeit vergeht …

  1. Michelle schreibt:

    Das dachte ich beim lesen des letzten Beitrages aber auch: Boah, sieben Jahre! Irre! O.O
    Sicher, dass es diesen Beitrag über 2012 wirklich gibt? Ich kenn den nich… Aber da warst du doch auch voll mit Abschlussarbeit und so beschäftigt, vielleicht ist das dabei untergegangen. Muss toll sein, eine Uni besucht zu haben, auf der es Spaß und Sinn(!) gemacht hat. Ich wünschte, ich wüsste wie das ist. ^^

    • nagarazoku schreibt:

      Ja, du, langsam frag ich mich auch, ob ich mir den Blogpost nicht nur eingebildet habe XD

      Ganz ehrlich, so richtig wusste ich die Tōai erst im nachhinein zu schätzen, ganz besonders nach der Keiō. Und auch an meiner deutsche Uni hab ich mich echt so oft gefragt, was ich hier eigentlich treibe. Gerade die letzten zwei Jahre … Das Arbeitsleben liegt mir derzeit so viel besser!!!

      Was hast (?) du studiert?

      • Michelle schreibt:

        Ich hab Bauingenieurwesen studiert. Das war ganz oft sehr sinnlos. ^^ Und die MItarbeiter der Uni fanden das völlig normal, während ich mir die Haare gerauft habe. Schön, dass es vorbei ist!

      • nagarazoku schreibt:

        Dabei klingt das doch nach einem richtig anwendbarem Studienfach! Schade!

  2. Pingback: The same procedure as last year, Miss Sophie? | Ein Nagarazoku in Japan

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