Damit das Aua-Aua ganz schnell weggeht

Eigentlich wollten Kei und ich gestern unser 7-jähriges nachfeiern. Uneigentlich rammte mir mein Arzt bei einer erneuten Untersuchung eine Kortisonspritze in meinen immer noch stark schmerzenden Fuß und setzte mich damit für den Rest des gestrigen und eventuell auch noch heutigen Tages außer Gefecht. Denn inzwischen behandeln wir keine Verstauchung mehr, sondern eine Entzündung in meinem Fußgelenk. Wie schön. Sollte die Spritze wider Erwarten nicht anschlagen, dann müssen wir wohl langsam in Betracht ziehen, dass ich mir bei dem Sturz die Bänder verletzt oder sogar gerissen haben könnte. Schön, wo man mir doch vier Arzttermine lang erzählt hat, das wäre absolut ausgeschlossen. Ist mein Arzt nicht eine Wucht?

Dass ich bei mir jetzt eine Entzündung des Gelenkes vermutet wird, das hat mir mein lieber Arzt übrigens auch nicht persönlich erklärt, natürlich erst recht nicht, was sich in der Spritze befindet. Das überhörte ich nur durch Zufall als ich im Nebenzimmer auf die Spritze wartete und er der Krankenschwester Anweisungen über die in meiner Krankenakte zu tätigen Einträge gab. Seine Erklärung etwas vorher beinhaltete ungefähr die Worte „Die macht, dass das Aua-Aua ganz schnell weggeht“, und wäre Kei nicht dabei gewesen, wäre ich davon beinahe beleidigt gewesen. Aber so muss ich wohl der Tatsache ins Auge sehen, dass Ärzte hier generell nicht der Meinung sind, ihre Patienten würden mit diesen ganzen komplizierten Worten und Erklärungen was anfangen können.

Nach der Spritze gab man mir dann den Hinweis, heute nicht zu baden. Das war alles. „Muss ich das Bein heute ruhig halten?“, „Soll ich nächste Woche noch zur Therapie kommen?“, „Verträgt sich das, was auch immer in der Spritze war, mit Schmerzmitteln?“, die ganzen wichtigen Fragen, musste ich noch mal extra nachfragen lassen oder Zuhause selbst recherchieren. Und die Verträglichkeit mit Ibuprofen hätte sich mit „Spritze, die das Aua-Aua wegmacht“ bestimmt so viel zuverlässiger herausfinden lassen als mit „Kortisonspritze“.

Den gestrigen Tag verbrachte ich im Bett, im ständigen Wechsel zwischen GRRMartin-Buch, Hörbuch, 3DS und komatösen Zuständen hin und her. Und heute? Meine Zehen kann ich wieder schmerzfrei bewegen, aber der Rest meines Fußes fühlt sich doch noch ziemlich taub an. Na, Hauptsache ich bin morgen wieder fit für Arbeit … -.-

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9 Antworten zu Damit das Aua-Aua ganz schnell weggeht

  1. Michelle schreibt:

    Aaah, solche Spritzen bekomme ich in den Arm. Ich glaube, dieser immense Schmerz kommt daher, dass das Zeug sich erst verteilen muss und vorher eben drückt. Aber ich finde, die helfen ganz gut. 🙂 Und die zweite Spritze tut dann gar nicht mehr so weh. Woran das wieder liegt… keine Ahnung.
    Gute Besserung! Gib deinem Aua Aua eins auf die Nuss, dann geht es bald weg. 😉

    • nagarazoku schreibt:

      Das beruhigt mich jetzt aber, dass ich mal von jemandem lese, dass die Dinger helfen! Wenn man im Internet rumsucht (ich musste ja gucken, ob ich schmerztabletten nehmen darf), findet man echt nur Leute, die kurz vor der Fußamputation standen O_o

      Vielen Dank, ich hoffe auch, dass mein dämliches Aua Aua bald mal das Weite sucht :p Ey, 2 Monate schon O_o

      • Michelle schreibt:

        Ich will deine Begeisterung ja nicht dämpfen, aber die helfen langsam. Ich bekomme seit ein paar Monaten diese Spritzen in den Arm. Es ist besser geworden (nur noch der Ellenbogen tut weh, nicht mehr der gesamte Arm bis in die Fingerspitzen), aber es ist nicht weg. Hast du versucht, die schmerzende Stelle zu massieren? Wärmflasche? Warmes Bad? 🙂
        Und nach den Spritzen hilft auch Wärme gegen den Schmerz und Bewegung. Ja, Bewegung. Auch wenns weh tut.

      • nagarazoku schreibt:

        Bewegen tu ich den Fuß schon länger, schon seit der 2. Woche der Verstauchung, damit er nicht steif wird, aber Massagen wurden mir strengstens untersagt ^^; Aber Wärme ist gut, da sollte ich mehr drauf achten! Danke dür den Hinweis 😀
        Solange die Spritzen irgendwann ihre Wirkung entfalten, bin ich zufrieden, auch wenn es etwaa dauert 😉 Heute Morgen jedenfalls bin ich so schmerzfrei wie seit 2 Monaten nicht mehr 😀

  2. Claudia schreibt:

    Das regt mich bei einigen japanischen Ärzten auch unglaublich auf – wozu muss ich denn wissen, was ich habe? 😀 Letztes (?) Jahr wurde ich auch erst im Glauben gelassen ich hätte eine normale Erkältung und dann beim nächsten Mal war es plötzlich eine Sinusinfektion. Da hilft es eigentlich nur den Arzt zu wechseln und darauf zu bestehen, dass einem die Diagnose mitgeteilt wird.

    • nagarazoku schreibt:

      Der einzige Arzt, den ich bisher hatte, der mir alles ordentlich erklärt und gezeigt und beschrieben hat, ist unser Tierarzt O____o Wenn ich mal so einen „Menschenarzt“ finde, dann knutsch ich den vor Erleichterung noch während der Behandlung ab! Bisher hab ich echt immer nur Ärzte gehabt, die einfach machen und nichts erklären. Was wäre denn gewesen, wenn ich auf Kortison allergisch reagieren würde und daran aber beim Ausfüllen des lustigen Fragebogens vor zwei Monaten nicht unbedingt gedacht habe? O_o

  3. Tabea schreibt:

    Sorry, aber so langsam möchte ich dem Herrn mal ein Aua-Aua verursachen!

  4. Pingback: [Alltag] Wie man einen japanischen Arztbesuch überlebt | Ein Nagarazoku in Japan

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