♪ Keiner kann ihn bremsen, keiner macht ihm was vor ♫

In Japan ist man gerne nostalgisch, aber auf so eine unbeschwerte „Hach, war das alles schön“-Art und Weise. Das japanische Wort dafür ist 懐かしい natsukashii, ein Adjektiv, das sich irgendwie nicht so richtig ins Deutsche übersetzen lässt. Deshalb benutzen es viele Leute, die Japanisch gelernt haben, einfach so unübersetzt. Ich auch. „Ach, das war aber natsukashii!“ ist ein Satz, den man nicht selten von mir hört 😛

Besonders, was meine Kindheitserinnerungen in Sachen Fernsehprogramm angehen, kann ich mich in Japan sehr oft natsukashii fühlen. Vor 2 Jahren zum Beispiel, als ich dank Tabea zur Lady Oscar-Ausstellung in der Ginza konnte. Pünktlich zur WM dann habe ich vor 3 Wochen auf einer Ausstellung in Ueno 上野 einem weiteren meiner damals so heißgeliebten Anime huldigen können: „Captain Tsubasa“, oder wie er im deutschen Fernsehen hieß: „Die tollen Fußballstars“ – NEIN, was für ein kreativer Titel XD

Ich weiß gar nicht mehr, wo ich von der Ausstellung gelesen hatte, aber kaum wusste ich davon, waren die Tickets gekauft. Kei musste mit, obwohl er weder Manga noch Anime kannte, der Banause 😛 Und so wandelte er zwar interessiert aber doch etwas planlos neben mir, die mit viel „Aaaaah, guck mal, das ist aus der und der Szene“ zwischen den Exponanten hin und her lief, her XD Letztendlich war die Ausstellung mehr über den Manga als über den Anime, aber die beiden unterscheiden sich ja nur unwesentlich voneinander.

Man hatte sich die Mühe gemacht, ein kleines Modell der fiktiven Stadt Nankatsu mit all den wichtigen Plätzen und Gebäuden, wie der Schule, Tsubasas Haus, dem Fußballplatz, dem Bahnübergang, an dem sich die Jungs heldenhaft den Ball unter der Bahn zugespielt haben, und, und, und anzufertigen 😀

Der Schreibtisch, an dem der Manga entstand. Diese Klapperkiste erinnert mich doch ziemlich stark an die Schreibtische, die wir im Wohnheim der Tōkai-Uni hatten.

Was auf der Ausstellung eigentlich am interessantesten war, aber leider nicht fotografiert werden durfte (und da standen Aufpasser aufmerksam wie die Wachhunde rum), waren Originalzeichnungen des Manga. Einzelne Szenen, ganze Kapitel, viele Illustrationen, ausgefeilte Charakterbeschreibungen … Mir ist erneut aufgefallen, wie unglaublich toll ich das bei den alten Anime fand, dass die Charaktere auch optisch altern. Bei Lady Oscar war es so, bei Captain Tsubasa auch. Das hat man heute nicht mehr oft bei Manga und Anime, selbst wenn die storytechnisch ein paar Jahre abdecken.

Was man an den Originalzeichnungen noch gut erkennen konnte: der Mangaka Yōichi Takahashi 高橋 陽一 hat gerne mit Kaffee gekleckert XD Na, da musste dann am Ende wohl eine Menge rausgeweißt werden 😉

Was übrigens auch nicht fehlen durfte: Die internationalen gegnerischen Mannschaften und ihre jeweiligen Topspieler. Und hier habe ich dann doch dreist ein paar Schnappschüsse gemacht, es war einfach zu lustig:

Karl Heinz Schneider – einen NOCH deutscheren Namen gab es wohl nicht! XD Natürlich sprachen die alle fließend Japanisch, man musste sich auf dem Spielfeld ja irgendwie dramatisch miteinander unterhalten 😛 Der Topspieler der argentinischen Mannschaft war übrigens eins zu eins Maradona nachempfunden, da gibt’s nichts zu leugnen!

Leider war man nach rund einer halben Stunde schon durch die Ausstellung durch und die Shoppingecke war mehr als lächerlich, dabei hätte ich mir doch sehr gerne eines dieser Trikots besorgt:

Leider gab es die nicht zum Verkauf oder sie waren schon aus verkauft. Tja, dann eben nicht! Ich durfte den megaschweren schwarzen Ball anheben, mit dem Hyūga gelernt hat, Löcher in Betonwände zu schießen, mir konnte nichts den Tag verderben 😛

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10 Antworten zu ♪ Keiner kann ihn bremsen, keiner macht ihm was vor ♫

  1. bommel schreibt:

    Bis heute ist das für meine Eltern die Serie, wo Fußball über den riesigen Berg gespielt wurde – nie sah man das Tor auf der anderen Seite, weil der Hügel dazwischenlag!
    Da werd ich gleich wieder nostalgisch… Ich war fast immer auf der Seite der Gegner Tsubasas. Die waren irgendwie als Charaktere immer ausgereifter als er selbst. Umso schöner fand ich es, dass er nicht ständig und immer alle übertrumpft hat, sondern sie einander durchaus spannende Gegner blieben und man auch immer erfuhr, was die alle so machen und wie sie sich weiterentwickeln.
    Ich muss dringend wieder mal in die Serie reinschauen…

    • nagarazoku schreibt:

      Das hat ja damals auch den Charme der Kickers ausgemacht: diese sympathischen Loser, die eben nicht über Nacht plötzlich alle ganz toll waren und einen Sieg nach dem anderen nach Hause brachten! Und auch bei Captain Tsubasa hab ich einiges an Herzschmerz ertragen müssen, wenn dann doch mal ein Spiel nicht gewonnen wurde. Aber wir haben was drauß gelernt: Noch mehr gambatten!

  2. Claudia schreibt:

    ハ〜〜〜懐かしい♪
    ;P

  3. Michelle schreibt:

    Ich hab immer nur die Kickers geguckt. 😀

    • nagarazoku schreibt:

      Die hab ich auch immer geguckt!!! Diese sympathischen Loser XD Leider scheinen die hier nicht ganz so bekannt zu sein …

  4. Pingback: Der Ueno Kōen | Ein Nagarazoku in Japan

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  6. viktor643 schreibt:

    Eine der tollsten Anime, die ich kenne!
    Kennst du: Ein Supertrio (Katzenauge)? Ist auch ein sehr schöner Anime. Wirklich zu empfehlen.

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