Der Umzug und die neue Wohnung

So, wo waren wir denn stehengeblieben? Ach ja, Wohnungssuche abgeschlossen und Tonnen an Geld bezahlt, um einzuziehen. Den Umzug hatten wir für das Wochenende der Golden Week geplant. Am 03.05. noch die letzten Reste zusammenpacken und am 04.05. dann in einem Ruck der Umzug. Keis Firma lieh uns einen Lastwagen, Keis Eltern wollten uns eines ihrer Autos zur Verfügung stellen und jeweils ein Freund von Kei und eine Freundin von mir wollten zum Helfen kommen. Da wir ja nicht unbedingt viel Zeug haben, wollten wir nicht so viele Leute da haben, da steht man sich schnell gegenseitig auf den Füßen.

Und nachdem wir alles so richtig schön geplant hatten, wurde ich am 01.05. krank. Und zwar so richtig. Mit Fieber und Husten und laufender Nase. So krank, dass ich einen meiner 3 Urlaubstage aufbrauchte und den Freitag zu Hause blieb. Vielleicht würde es mir ja bis Sonntag wieder besser gehen, wenn ich mich nur gut genug ausruhe …? Verschieben ließ sich der Umzug auf gar keinen Fall. Der LKW war gebucht, unsere alte Wohnung gekündigt und sollte am Wochenende darauf übergeben werden, der Umzug MUSSTE am 04.05. stattfinden. Tat er dann auch.

Den 03.05. hatten wir noch lange mit Packen verbracht – ich vom Bett aus. Am nächsten Tag quälten wir uns unglaublich müde aus den Federn, aber sowohl Keis Kumpel als auch der Herr, der Samstag unsere Klimaanlage abmontieren sollte aber Freitag kurz vor 22 Uhr absagte und sich nur mit viel Gemecker auf den Sonntag verlegen ließ, hatten sich für 7 Uhr angekündigt. Keis Kumpel kam, der Klimaanlagen-Herr auch, aber mit 2 Stunden Verspätung! Also von der Firma waren Kei und ich von vorne bis hinten absolut nicht begeistert!

Keis Kumpel hingegen war wirklich eine riesige Hilfe. Der Herr hatte Ahnung von Umzügen, das merkte man, und der hat die Waschmaschine (!!!) alleine (!!!) zum und in den LKW getragen. Mein kleines Umzugssorgenkind war innerhalb von 3 Minuten verpackt!

Leider hatten Kei und ich unsere Masse an Zeugs etwas unterschätzt und es wurde knapp mit dem Platz im LKW. Aber gut, wir hatten ja noch das Auto. Einer fährt den LKW, Kei und ich nehmen das Auto, passt. Jahaha, wenn denn alles so eingehalten worden wäre, wie abgesprochen. Denn auf einmal wollte man uns das Auto nicht anvertrauen, sondern Schwiegereltern bestanden drauf, dass sie es zur neuen Wohnung fahren. Ich hatte meine Freundin extra direkt nach Machida bestellt, weil ich mir von Anfang an gedacht habe, dass der Platz zum Mitfahren etwas knapp werden könnte, und jetzt wollten auf einmal zwei Personen mehr mit. Rechnen wir mal durch und ja, ihr kommt von selbst drauf: Das KRANKE Nagarazoku musste mit Bus und Bahn in die neue Wohnung fahren. Ich hatte SO klasse Laune. Aber der schwiegerelterliche Sturkopf musste durchgesetzt werden, und obwohl es ja allen ja ach so leid tat, dass ich da jetzt mit Fieber in den Bus musste, hat sie nichts in Erwägung ziehen lassen, dass die erste Absprache, die wir bezüglich des Autos hatten, eventuell die bessere war. Und die Fahrt hat gedauert, meine Güte.

Aber ein Gutes hatte es: Ich konnte meine Freundin gleich am Bahnhof aufsammeln und wir konnten uns so zu zweit  in die neue Wohnung wuseln. Ich hatte natürlich absolut keine Ahnung, wie man zu ihr läuft, aber Smartphone sei dank fanden wir sie ohne Probleme. Und nachdem wir uns auf dem Weg ein Eis gekauft hatten und als ich ankam bereits alles aus dem LKW in die Wohnung transportiert war – über das „System“, wie welche Kisten in welches Zimmer gelangten, will ich mal lieber kein Wort verlieren – steigerte sich meine Laune auch wieder. Vielleicht lag es aber auch an der Erkältungsmedizin, die langsam ihre Wirkung zeigte 😛

Keis Kumpel musste dann leider schon los, aber er hatte auch wirklich genug geholfen. Irgendwann, wenn der sehr geschäftige Herr mal Zeit hat, laden wir ihn zum Essen ein. Mit Lenas Hilfe schafften wir es, die Wohnung soweit in Ordnung zu bringen, dass wir abends unser Bett stolperfrei finden und am nächsten Morgen auf der Couch vor dem Fernseher frühstücken konnten. Zum Dank ging es abends zum yakiniku, und wie durch Zauberhand war meine Erkältung am nächsten Tag verschwunden 😀

Und ein paar Möbellieferungen später ist unsere Wohnung eigentlich so gut wie eingerichtet. Wir haben nun ENDLICH ein Bett! Ich hatte seit 8 Jahren kein Bett mehr, immer nur Futons, selbst bei meinen Eltern in Deutschland. Und ich habe endlich *trommelwirbel* einen eigenen Schreibtisch! Hatten wir in der alten Wohnung einfach keinen Platz für. Außerdem haben uns Schwiegereltern einen neuen Kühlschrank spendiert. Einen richtig großen. Mit Gemüsefach und so. Vorbei die Zeiten des Tetrisspielens nach dem Wochenendeinkauf 😛

Und nach über einem Monat in der neuen Wohnung kann ich sagen: Ich vermisse die alte kein Stück! Nicht nur aufgrund der Fahrzeiten, das spielt auf jeden Fall eine große Rolle. Aber wir haben hier auch so viel weniger Luftfeuchte – unsere Wäsche wird tatsächlich trocken – und die umliegenden Einkaufsmöglichkeiten sind so praktisch! Ich kann endlich auf dem Weg nach Hause noch einkaufen, zumal ich es jetzt auch zu einer Uhrzeit zurück schaffe, zu der die Läden noch geöffnet haben. Kei hat sich inzwischen auch an seine Fahrtzeiten gewöhnt. Was jetzt krass ist, sind die Zeiten, zu denen er nach Hause kommt, wenn er Überstunden macht O_o Aber tja, das steht mir ja nach vielen Ankündigungen auf Arbeit demnächst vielleicht auch noch bevor … Willkommen im japanischen Arbeitsleben orz

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5 Antworten zu Der Umzug und die neue Wohnung

  1. bommel schreibt:

    Die Wohnung ist soooo, soooo schick! Ich bin schwer begeistert. Und auch wenn sie kleiner ist, habt ihr beim Einrichten viel Wert auf Funktionalität gelegt, und es hat sich gelohnt. Der Platz wird optimal genutzt. Prima!
    Ich glaube auch, Washitsu ist etwas schwieriger einzurichten als Parkett, was? Jedenfalls sieht alles so gemütlich und heimelig aus, dass ich mich direkt auf die Couch knallen möchte.

    • nagarazoku schreibt:

      Vielen Dank 😀
      Ja, washitsu ist einmal wegen der tatami unpraktisch, weil man sich letztenendes doch nicht traut, da ein Bett oder sowas draufzustellen (Vielleicht halten tatami das sogar aus, wer weiß?), und in unserem Fall ja auch noch, weil das washitsu keine einzige freie Wand hatte! Eine Front war komplett Fenster, eine andere der oshiire, die nächste war die Tür zum Flur und die letzte Wand waren die beiden Schiebetüren ins Wohnzimmer. Wir hatten also nicht eine einzige Wand, an die wir was stellen konnten, ohne irgendwas zu verstellen. Da war weder ein richtiges Bett noch ein Schreibtisch für mich drin. So ist das jetzt wesentlich praktischer!

  2. Malina Nakuata schreibt:

    Ich bin schon sehr lange auf der suche nach so einem auf klappbaren schreibtisch. Und hier werde ich fündig! Wo hast du denn deinen Schreibtisch her?

    • nagarazoku schreibt:

      Der ist von IKEA – leider weiß ich nicht mehr, wie das gute Stück heißt und kann es auch gerade nicht im Katalog finden :/ Aber ich hab ein kleines bisschen entfernt von den anderen Schreibtischen gefunden, so zwischen den Abteilungen „Arbeitsbereich“ und „Badezimmer“ – bestimmt wegen dem Spiegel XD

  3. Pingback: [Einkaufen in Japan] Nitori | Ein Nagarazoku in Japan

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