Die Freuden und Leiden meines neuen Jobs

Gestern habe ich mein erstes Gehalt erhalten. Nicht wirklich mein allererstes Gehalt in meinem Leben – ich hatte ja in der Vergangenheit reichlich Nebenjobs und auch ein Praktikum -, aber eben das erste Gehalt als Angestellte eines Unternehmens, als endlich fertig studierter Mensch. Es war reichlich, weil mir eine üppige Pauschale für meinen Umzug hier nach Japan, sowie mein Flugticket bezahlt wurden. Und das nehme ich doch mal zum Anlass, um hier ein paar Worte über meinen derzeitigen Arbeitsplatz zu verlieren.

Bisher macht mir meine Arbeit unglaublich Spaß. Übersetzen, was mir sowieso viel mehr liegt als das, was ich in meinem Praktikum damals gemacht habe, und dann auch noch in einem Bereich, der seit Jahren zu meinen Hobbys gehört. Besser hätte ich es doch gar nicht treffen können! Ich habe auch gleich ein Projekt zugewiesen bekommen, was mich sehr freut, denn nutzlos rumsitzen, wie es einige Leute machen müssen, die zeitgleich mit mir angefangen haben, aber für die noch kein Projekt gefunden ist, das liegt mir ja so gar nicht. Und so konnte ich auch gleich mein Team kennenlernen und mit dem Einarbeiten anfangen. Bisher ein ganz toller Monat …


… wären da nicht meine Fahrtzeiten. 2 1/2 Stunden brauche ich derzeit für EINEN Weg. Ich verbringe also pro Tag nicht nur 9 Stunden auf Arbeit, sondern auch noch 5 Stunden in Bus und Bahn. Daher auch schnelle der Umzug. Morgens hier um 7.20 Uhr los, abends um 21.20 Uhr erst wieder zurück, da wird doch das Huhn in der Pfanne verrückt! Klar, wenn ich einen Sitzplatz erwische, kann ich lesen, zocken und nun auch endlich auf meinem Smartphone surfen, aber viel lieber würde ich das alles zu einer gemäßigten Zeit zu Hause in Schlumperklamotten auf der Couch, nicht eingequetscht zwischen 1000 anderen Leuten im Abteil machen. Zudem bekomme ich derzeit pro Nacht auch nur 5 – 6 Stunden Schlaf, denn wenn man um halb zehn erst nach Hause kommt, ist man allein durch notwendige Tätigkeiten wie duschen und essen trotzdem meist bis mindestens Mitternacht wach. Und morgens geht es dann erbarmungslos um 6 Uhr wieder raus. Alles schnell, schnell, hab nicht mal Zeit, meinen Morgenkaffee auszutrinken, und dann schon wieder auf zur Arbeit. Zum Glück macht die mir Spaß, ansonsten wäre ich zwischendurch wahrscheinlich einfach mal schreiend in der Bahn zusammengebrochen. Wir haben zwar ein System, bei dem ich im Prinzip anfangen könnte, wann ich will (so RICHTIG frei ist man da dann leider doch nicht, aber 1, 2 Stunden nach vorn und nach hinten gehen wohl schon), aber alles, was ich morgens später anfange, muss ich am Abend ja nach hinten draufarbeiten -.-

Aber nun hat das nach nächster Woche endlich ein Ende! Nach Machida geht es, von dort brauche ich dann „nur“ noch 1 – 1.5 Stunden zur Arbeit. Näher ran ging leider nicht, Kei muss ja auch noch irgendwie in einer verträglichen Zeit zur Arbeit kommen. Eine Wohnung ist schon gefunden, der Vertrag ist unterschrieben, wir sind mehr oder weniger fleißig am Packen und nächstes Wochenende soll der Umzug dann starten.

Ohne Umzugsunternehmen, das war uns zu teuer, sondern auf gute deutsche Art und Weise: mit Freunden, die wir im Anschluss zum Essen einladen, und einem LKW. Ich hoffe es klappt alles. Gerade die Waschmaschine macht mir ja doch ein wenig Sorgen O_o

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2 Antworten zu Die Freuden und Leiden meines neuen Jobs

  1. Bommel schreibt:

    Du hast endlich dein erstes go stop over meadows bekommen. Super! Ich bin ganz stolz auf dich. Weiter so!
    Reichtum, Ruhm, Ehre und die Nennung deines Namens im Abspann erwarten dich.

    • nagarazoku schreibt:

      Wo es sonst immer nur hieß „Gehen Sie ins nächste Semester, aber gehen Sie nicht über Los und ziehen Sie absolut kein Geld ein“ ist das wirklich mal eine tolle Abwechslung!
      Und jeder von euch wird dieses Spiel durchzocken und dann ein Photo von sich neben meinem Namen im Abspann schießen 😛

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