Der Flug, von dem ich erst 2 Tage vorher wusste, ob ich ihn antreten kann

Meine gesamte Woche hier hat bisher aus Rumsitzen und Warten bestanden. Und weil das so viel Spaß gemacht hat, sitze ich nun schon wieder rum und warte. Auf eine Kontoeröffnung. Seit einer Stunde. Aber da ich inzwischen ein Smartphone habe, kann ich ja mal versuchen einen Blogeintrag darauf zu schreiben – mal schauen wie viel Spaß mir das mit der Handytastatur macht ^^;

Mein Flug war also auf den Freitag 2 Tage nach meiner mündlichen Prüfung gebucht und ich hatte mit Packen und Zimmerausräumen wirklich noch gut zu tun. Madamchen hier war keine große Hilfe und musste zudem noch alle 2 Stunden raus 😛

Aber irgendwie hab ich zu Freitag früh alles geschafft. Und dann stand der Abflug bevor. Und auf einmal fiel der mir unglaublich schwer. Denn schlagartig wurde mir bewusst, dass dies das erste Mal überhaupt ist, dass ich nicht weiß, wann ich das nächste Mal in Deutschland sein werde. Vom Urlaub mal ganz abgesehen – wir haben vor meine Eltern im Dezember zu besuchen, mal schauen ob das mit Urlaub und den dafür benötigten Finanzen alles klappt – weiß ich dieses Mal nicht wann und ob ich überhaupt wieder einmal für längere Zeit in Deutschland leben werde. Und so sehr ich mich auf Japan freute, das machte mir den Abflug auf einmal wahnsinnig schwer. Aber ich weiß ja auch, dass ich mit sich ändernden Lebensumständen immer hardere – man sollte meinen ich hätte mich inzwischen dran gewöhnt, aber nein – und dass ich ein paar Tage Eingewöhnungszeit in Japan brauche, aber dann schon wieder alles in einem anderen Licht dastehen würde. Also auf zum Flughafen!

Zumindest die deutschen „Manieren“ zeigten sich mir zum Abschluss noch mal in all ihrer Pracht. Gleich noch in Tegel!

Mit der tollen Option des Online-Check-in gibt es an fast allen Schaltern ja die Möglichkeit, sein Gepäck an einem Drop-off-Counter abzugeben und sich dafür nicht in die ewig lange Schlange an Leuten, die am Flughafen auch noch ihren Check-in machen, einreihen zu müssen. Und ich stand an eben diesem Drop-Off-Counter an, neben mir eine Dame am Check-in-Counter. Das wusste sie wohl aber nicht und schob zeitgleich mit mir ihr Gepäck vor, als der Drop-off-Counter öffnete. Kurze Verwirrung. Sie: „Warum kommen Sie denn jetzt bitte von rechts?“ Ich habe sie also über die beiden Reihen aufgeklärt, da ranzt sie mich an: „Das weiß hier außer Ihnen wahrscheinlich niemand, was?“ Ich daraufhin: „Dafür kann ich ja nichts!“ Sie: „Ja, also wollen Sie mir jetzt sagen, Sie wollen vor oder was? Dann sagen Sie mir das doch!“ Da mischte sich meine Mutter ein: „Sie will Ihnen nicht sagen, dass sie vor will, sie will Ihnen sagen, dass Sie offensichtlich falsch anstehen und Sie damit jetzt nicht dran sind!“ – „Wenn Sie vor wollen, dann sagen sie es doch einfach!“ Da hat sie schon fast ganz hysterisch gebrüllt und guckte dann bockig zur Seite. Meine Mutter daraufhin ganz cool: „Ja, wir wollen vor!“ und schob meine Koffer an den Schalter XD Ganz ehrlich, diese Dusselkuh stand falsch an und machte trotzdem SO einen Aufriss? Hätte sie ein „Huch, das wusste ich gar nicht, da hab ich mich glatt falsch angestellt!“ von sich gegeben, hätte ich sie ja vielleicht sogar netterweise noch vorgelassen – bin ja kein Unmensch – aber so??? Damit war ich nun aber die Erste am Drop-Off-Counter und sie blieb stur auf ihrem Platz stehen und musste noch mindestens eine Viertelstunde warten.

Die Dame am Drop Off-Counter hat dann mein gesamtes Gepäck nur bis München eingecheckt. Das habe ich natürlich erst gemerkt, als ich schon durch die Sicherheitskontrolle durch war und drinnen durch Zufall noch mal meine Tickets anschaute. Ich musste also wieder raus. Aber mit all dem Handgepäck? Ich bat also eine nett aussehende Dame neben mir, doch bitte für 5 Minuten ein Auge auf mein Gepäck zu haben, und huschte nach draußen. Schalter leer, super, gleich ran! Ich erklärte der Dame mein Problem, woraufhin sie ganz pikiert meinte: „Ja, wo haben Sie denn bitte eingecheckt?“ Ich ganz verdutzt: „Online.“ – „Wie online? Sie werden den Koffer ja wohl kaum online abgegeben haben!“ Ich dann schon etwas angepisst: „Nein, den habe ich natürlich nicht online abgegeben, den hat eine Ihrer Kolleginnen am Drop Off-Schalter bearbeitet!“ Daraufhin druckte Sie mir das Ticket aus und meinte „Das nächste Mal können Sie das auch gleich kontrollieren!“ An meinem Gesichtsausdruck muss sie dann schon gemerkt haben, dass das nicht so gut war und fügte schnell in einer süßlichen Stimme hinzu: „Ist ja für Sie auch unpraktisch, wenn Sie nochmal herkommen müssen!“ Ich beendete das Gespräch mit einem „Wäre nicht nötig gewesen, wenn ihre Kollegin aufgepasst hätte!“ und huschte zurück durch die Sicherheitskontrolle. Mein Gepäck noch da, alles gut bewacht, hab ich mich brav bei der netten Dame bedankt und mich hingesetzt. Was glaubt ihr, wer da auf einmal um die Ecke kommt und sich als beste Freundin meiner Gepäckhüterin entpuppt? Ja, die „Sagen Sie doch, wenn Sie vor wollen!“-Schnepfe!!! What are the odds??? Wir haben uns zum Glück gegenseitig ignoriert.

Die Flüge an sich verliefen recht unspektakulär, außer dass wir 30 Minuten zu spät in München ankamen und ich nur eine halbe Stunde Umstiegszeit hatte. Als ich gebucht habe, hatte ich 3 Stunden, aber Lufthansa hat über 5 Monate meinen Flugplan 5x geändert, so dass ich eine Woche vor Abflug mit gerade einmal 1 Stunde dastand. Und jetzt kam also auch noch eine halbe Stunde Verspätung hinzu. Aber irgendwie habe ich es geschafft. Und ich habe bei beiden Flügen einen Platz am Notausgang erwischt – meine Beine dankten es mir!

Das Entertainment-System überraschte mit Oscargewinnern wie „Gravity“ und „12 years a slave“, sowie beiden Hobbit-Filmen, „Frozen“ und einer Folge „Game of Thrones“ – obwohl ich nie verstehen werde, warum random Folgen aus irgendeiner Staffel genommen werden. Das nützt doch nur Leuten, die die Serie sowieso kennen!

Das Essen war okay. Das Mittagessen war besser als das Frühstück – ich mag einfach keine Eier und Pilze in der Economy zum Frühstück ^^; Trotzdem muss ich sagen, dass der Service, den die Lufthansa bietet, nicht unbedingt den doch recht hohen Preis rechtfertigt. Besonders nicht, wo man jetzt auch wieder nur einen Koffer à 23 kg mit nach Japan nehmen darf. Das macht auch der reduzierte Preis für Gepäckaufbuchungen nach Japan für 75 € nicht mehr gut. Und besonders nicht, wenn man den „tollen“ Service von Drop-Off- und Check-in-Counter mit bedenkt.

Und dann landete ich also in Japan. Über den Spaß am Einwanderungsschalter und die ersten Tage hier in Japan dann im nächsten Beitrag.

P.S: Auf der Handytastatur tippen lutscht! Aber bei DEN Arbeits- und Fahrtzeiten, die ich ab jetzt vorerst gambatten muss, beiße ich mal in dem sauren Apfel, sonst gibt es hier eventuell nie wieder einen Beitrag 😛

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Flug-Erlebnisse, Neues zum Japan-Aufenthalt veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s