Herbst, Masterarbeit und das Ehegattenvisum

Eigentlich sollte hier nach meinem letzten Tag auf Arbeit ein unglaublich triefender Eintrag über meine letzte Woche und all die Abschiedsfeiern, die ich hatte, stehen. Eigentlich. Denn uneigentlich bin ich mit einem ziemlich guten Gefühl von meinem letzten Arbeitstag nach Hause gekommen, nur um eine Woche später mein Praktikumszeugnis in den Händen zu halten, und sagen wir mal so: Begeisterung sieht anders aus. Ich habe es mir natürlich nicht nehmen lassen, mit der verantwortlichen Person einen Termin auszumachen, um der Sache noch mal auf den Zahn zu fühlen. Aber das Ganze hinterlässt einen ziemlich bitteren Geschmack und auf einmal mag ich gar nicht mehr so begeisternd und wehleidig von meiner letzten Woche schreiben. Also lasse ich es und arbeite die vielen anderen Themen ab, die auf meiner Blog-To-Do-Liste stehen.

Wir sind im Herbst. Ich LIEBE japanischen Herbst! Die Temperaturen sind unglaublich angenehm, zwischen 20 und bis zu 30 Grad, und das Mitte Oktober! Die Sonne scheint fast ununterbrochen, da kann sich der nasskalte Herbst in Norddeutschland wirklich mal eine Scheibe von abschneiden. Bis auf ein paar Taifune eigentlich die perfekte Zeit, in Japan zu sein und Ausflüge zu unternehmen :3 Haben wir auch gemacht, Eintrag folgt 😉

Ich habe aber leider nur noch weniger als 3 Wochen hier in Japan. Die Erkenntnis traf mich gestern wie der Blitz. Ein halbes Jahr erscheint so lang und zack, ist es vorbei. Wenigstens musste ich wie andere Praktikanten aber nicht gleich einen Tag nach meinem Praktikum zurück nach Deutschland, sondern hatte hier dann noch insgesamt einen Monat – gut, dass ich bei der Botschaft auf stur geschalten und auf ein 1-Jahres-Visum bestanden habe! Zurück in Deutschland erwartet mich wieder der Alltag mit meiner Masterarbeit, die bis Ende des Jahres fertig sein sollte, und um mir selbst noch ein wenig mehr Druck zu machen, habe ich vorhin einen Flug für nächstes Jahr März gebucht. Ich brauche einen festen Stichtag, meine Dozentin erst recht, und wenn bis dahin nicht alles in Sack und Tüten ist, schwöre ich, dass ich ohne Masterabschluss nach Japan auswandere. Es kann nicht sein, dass dumme Unibürokratie bestimmt, wann das Zusammenleben auf Zeit mit meinem Mann endlich ein Ende hat. Und ja, Tickets für das Disney Resort sind bereits gekauft, in dieser Hinsicht ist auf mich Verlass 😛

Meine restliche Zeit hier werde ich bereits mit meiner Masterarbeit verbringen. Ob sie bis Ende Dezember fertig wird, kann ich aber noch nicht so genau sagen. Ich hab über den Praktikumszeitraum doch weniger geschafft, als ich vorher gedacht habe – klassischer Fall von Selbstüberschätzung ^^;

Nebenbei sitzen Kei und ich auch noch an der Beantragung meines Ehegattenvisums. Gar nicht mal so einfach, wenn man vom Papierstapel fast erschlagen wird und die ganzen benötigten Dokumente noch nicht auf den neuen Namen umgeschrieben wurden. Schön auch der 8-seitige Bogen, in dem wir Fragen zu unserer Beziehung beantworten und einen 1-seitigen Aufsatz über die wichtigsten Ereignisse unserer Beziehung verfassen müssen. Dann hätten die Damen und Herren auch noch gerne Photos, Liebesbriefe und Nachweise über Auslandstelefonate von uns. Sicher. Kann ich noch weiter Auskunft geben? Jemand interessiert an unseren liebsten Stellungen im Bett oder wie wir verhüten? Nein? Aber was soll’s, da müssen wir durch und das Ehegattenvisum ist dann auch nicht zu verachten: 1 oder 3 Jahre Visum, nach dem 2. Visum kann man sich meist schon für das Permanent Residence Visum bewerben und man kann Vollzeit in fast jeder Berufssparte arbeiten. Gerade ein Arbeitsvisum hat ja immer den Nachteil, dass man schon einen zugesagten Job haben muss, um es zu erhalten, und ein Verlust des Jobs auch den Verlust des Visums bedeutet.

So weit also erstmal als kleines Update 😉

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3 Antworten zu Herbst, Masterarbeit und das Ehegattenvisum

  1. Anika schreibt:

    Ach du meine Güte, das hört sich ja nicht schön an..
    Es gibt Beschränkungen, was die Arbeit angeht mit dem 1. Spousevisum?
    Wo kann man denn nachsehen, was man damit arbeiten darf?
    Ich sollte mich mal besser informieren^^;;

    Ich wünsche dir, dass alles reibungslos klappt! 🙂

    • nagarazoku schreibt:

      Soweit ich weiß darfst du mit dem Spousevisum nur nicht im „Amüsiergewerbe“, also als Hostess oder Lustdame arbeiten 😉 Das haben die Japaner nicht gern, wenn Ausländer hier auf Visum herkommen und dann „schmutzige“ Arbeit machen. Das war es aber soweit ich weiß mit den Beschränkungen!

      Vielen Dank, ich werde mich sehr bemühen, alles pünktlich zu schaffen und dann noch einmal die Woche bei meiner Dozentin im Büro zu stehen, damit sie nicht vergisst, dass ich bereits ein Abflugdatum habe und NICHT 5 Monate auf meine mündliche Prüfung warten kann, wie es einige Kommilitonen von mir tun mussten -.-

      • Anika schreibt:

        Also wie Working Holiday, ok. Danke 🙂
        Dann drück ich dir die Daumen, dass deine Dozentin das genauso sieht wie du ^_-

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