Endspurt

Der letzte Monat meines Praktikums hat begonnen. Es ist erstaunlich wie unglaublich schnell die Zeit vergangen ist. Die letzten zwei Monate verliefen deutlich besser. Ich hatte ein neues interessantes Projekt und saß meine Zeit nicht mehr nur ab, sondern hatte wirklich etwas zu tun. Eine richtige und wichtige Aufgabe. Ich glaube einige Leute unterschätzen, wie man sich als Praktikant fühlt, wenn man ausschließlich die Scan- und Druckaufträge erhält, und hier und da noch mal ein paar Aufgaben, die sonst keiner machen will … oder es ist ihnen egal.

Letzte Woche habe ich mit einer anderen Praktikantin eine unserer Fabriken besucht – man muss doch mal schauen, wo die Produkte, mit denen wir hier arbeiten, herkommen. Es war unglaublich interessant und ich habe seitdem eine bessere Vorstellung davon, was ich hier treibe. In meinem letzten Monat, wohlgemerkt. Den Besuch musste ich allerdings von vorn bis hinten allein auf die Beine stellen. Schön, dass mein Unternehmen so bemüht ist, den Mitarbeitern das Produkt näher zu bringen …

Totarbeiten werde ich mich in diesem Monat übrigens mit höchster Wahrscheinlichkeit nur schwer, denn HR hat mich letzte Woche informiert, dass ich noch 4 Urlaubstage offen habe und diese doch bitte auch nehmen soll. Na, wenn man mich so nett bittet 😛 Da wir diesen Monat sowieso zwei lange Wochenenden haben, werde die Urlaubstage so legen, dass ich aus ihnen zwei lange Miniurlaube mache. Erholung, yeah!!!

Sobald das Praktikum vorbei ist, geht es ohne große Pause an die Masterarbeit. Ich habe dann noch einen Monat hier in Japan, vielleicht finde ich doch noch ein wenig Material. Eine Kollegin hat mir einen Termin mit einem Herren besorgt, der selbst einmal Bürokrat war und nach seiner frühzeitigen Pensionierung eine Anstellung in einem der großen Unternehmen in der Privatwirtschaft gefunden hat – genau das, was ich als Interviewpartner brauche 😀

Dennoch, so einfach wird das alles nicht. Seit dem letzten Gespräch mit meiner Zweitkorrektorin habe ich ein fettes Brett vor dem Kopf, was die MA-Arbeit angeht, so verunsichert hat sie mich. Wenn ich jetzt an mein Thema nur denke, wird mir körperlich schlecht. Das, was sie mir da an den Kopf geklatscht hat, bekommt man eben auch nicht alle Tage zu hören. Es gibt einen kleinen, ganz feinen Silberschein am Horizont der Zweikorrektur, aber bevor in dieser Hinsicht nicht alles abgeklärt und in Sack und Tüten ist, will ich mich gar nicht zu früh freuen.

Und jetzt noch mal eine kurze Story zur allgemeinen Erheiterung (der ein oder andere mag sie vielleicht schon von mir gehört haben 😛 )

Bei uns im Büro wurde ja die letzten Wochen renoviert und nun war man nach diesem Wochenende also endlich fertig und wollte das mit einer großen Zeremonie feiern. Zu dieser Zeremonie sollte auch gleichzeitig unsere neue Lounge eingeweiht werden. Da ich im Projektteam für die Lounge war, bedeutete die Feier für mich einfach nur unglaublich viel Arbeit und Stress: Essen organisieren – der Chef bestand auf Pizzen und ein Kollege und ich mussten daher 50 (!) Pizzen mit dem Auto abholen und danach 16 Stockwerke nach oben schaffen – ein Programm aufstellen, alle Mitarbeiter zu rechten Zeit am rechten Ort versammeln usw. Aber als wäre das noch nicht genug für den Tag hatte man noch eine GANZ fantastische Aufgabe für uns: Für unsere Lounge hatte ein bekannter Getränkehersteller einen Getränkeautomaten spendiert. Für den sollte während der Eröffnungsfeier etwas Werbung gemacht werden, also bestand eben dieser Getränkehersteller darauf, dass alle Getränke für die Feier an diesem Automaten gekauft werden sollten. Zur Feier sollten rund 160 Leute kommen, und nach Reden und Fotoshootings und dem ganzen Rest würden wahrscheinlich rund 30 Minuten zum Essen bleiben. Etwas knapp und wahrscheinlich würde nicht jeder Zeit haben, sich tatsächlich ein Getränk am Automaten zu ziehen. Also bekam ich mit einer anderen Praktikantin im Gepäck die Aufgabe, die Getränkeflaschen bereits vor der Feier aus dem Automaten zu ziehen. Aber nicht, dass man uns den Automaten dafür geöffnet hätte, damit das alles schnell von der Bühne geht. Nein, mit einer Getränkekarte bewaffnet mussten wir JEDES GETRÄNK EINZELN aus dem Automaten ziehen. 160 Leute, 160 Flaschen! 160 Mal Karte rein, Getränk ausgewählt, Getränk rausgesammelt, Karte raus – sonst gab es eine Fehlermeldung – und alles wieder von vorn. Der ganze Spaß dauerte 30 Minuten. Und was passiert bitte, wenn man 160 Flaschen an Getränken aus dem Standardgetränkeautomat zieht? Richtig, am Ende ist alles ausverkauft. Das Erste, was die Mitarbeiter vom neuen Getränkeautomaten also sahen, waren rund 20 Ausverkauft-Lichter. Und dass die Getränke auf dem Tisch aus dem Automaten waren, wusste ja auch niemand. Wenn das nicht mal BOMBIGSTE Werbung für den Getränkeautomaten ever war!

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2 Antworten zu Endspurt

  1. Michelle schreibt:

    Yep, die beste Werbung, die es hätte geben können. Arbeitszeitvernichtung, echt! 😀
    ich erwarte jetzt Blogposts über die Fabrik und die freien Tage. 😉

    • nagarazoku schreibt:

      Über die Fabrik darf ich leider nichts schreiben – Betriebsgeheimnis (>.<)
      Aber über Ausflüge an meinen freien Tagen auf jeden Fall ;D

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