[Unterwegs] Catching up: Harry Potter, Tanabata und Vorsicht vor der Hitze

Der Papierkram für eine internationale Eheschließung scheint und scheint kein Ende zu nehmen. Verheiratet sind Kei und ich also seit April, und 3 Monate später kann ich meine Ehe immer noch nicht als in Deutschland anerkannt bezeichnen, damit Keis Namen immer noch nicht annehmen und auch immer noch keine Ehegattenvisum beantragen. Gut, letzteres könnte ich schon tun, aber wenn ich dann meinen Nachnamen ändere und damit einen neuen Reisepass benötige, müsste ich die ganze Prozedur NOCH EINMAL vollziehen, und darauf habe ich nun wirklich keine Lust. Einmal diesen riesigen Berg an Dokumenten besorgen und ausfüllen reicht für die Verschlankung meines Nervenkostüms fürs Erste aus.

Praktikum läuft. Nicht immer rund, nicht immer zufriedenstellend, nicht immer mit allen einer Meinung, aber ja, es läuft. Eine Kollegin hat mich mit in ihr Projekt geholt und nun habe ich also endlich eine etwas dauerhaftere Aufgabe. Bisher hab ich ja vorwiegend ausschließlich ad hoc anfallende Aufgaben erledigt, was hier und da auch seinen Reiz haben kann, aber eben nicht, wenn diese Aufgaben ausschließlich aus kopieren, scannen, schreddern und eintragen bestehen. Ich bin ja auch zum Lernen da!

Ach, wenn wir schon mal dabei sind, hol ich doch einfach hier alle Beiträge kurz nach, die ich aus Zeitgründen schon so ewig vor mich herschiebe 😛

Ende Juni waren Kei und ich auf der „Harry Potter“-Ausstellung in Tōkyō, und was soll ich sagen? Ich hab auf Hagrids Stuhl gesessen, eine Alraune geerntet, vor dem Hogwarts-Express gestanden und einen Quaffel versenkt und war damit rundum zufrieden (^^)/ Es war sehr schade, dass man keine Photos machen durfte. Andererseits hätte das ein Vorankommen durch die Ausstellung wahrscheinlich komplett unmöglich gemacht – es war knackenvoll und wir kamen nur im Trippelschritt voran – und ich konnte also irgendwie damit leben 😉 Womit ich nicht leben konnte war der Merchandise-Verkauf am Ende der Ausstellung. NOCH NIE in meinem Leben habe ich so schlechte Qualität für SO überteuerte Preise gesehen wie hier. Die reinste Unverschämtheit! Vergoldete Plastikketten für 80 €, Krawatten, die beim Anschauen schon auseinander fielen, für 30 €, EIN EINZIGER KLITZEKLEINER Schokofrosch für 5 €! Hab aus Trotz gar nichts gekauft!!!

Inzwischen auch schon wieder vor 3 Wochen waren wir auf dem tanabata-Festival 七夕祭り hier in Hiratsuka. Das letzte Mal waren wir vor 5 Jahren hier! Habe ich mich damals im yukata 浴衣 noch nicht so richtig unter die Leute getraut, habe ich dieses Mal umso mehr darauf bestanden einen zu tragen. Kei hat sich auch einen besorgt und so machte ich also als gaijin in disguise (die beim Anziehen fast einen dreifachen Nervenzusammenbruch erlitten hat -.-) das tanabata-Festival unsicher 😛 (Ja, ja, nix mit disguise, ich bin natürlich dreimal so krass aufgefallen wie normal XD )

Während die Straßen mit den Fressbuden übervoll mit Menschen waren – die gegen 21 Uhr dann auch schon in den eher sturzbesoffenen Zustand übergingen – war der große Schrein wie leergefegt O.o Wenn man den religiösen Hintergrund dieses Festes bedenkt, ziemlich seltsam, aber ich durfte Enten füttern, wir fanden eine Bank zum Ausruhen, das kakigôri カキ氷 kostete nur einen Bruchteil von dem, was es auf den Straßen mit den Fressbuden kostete …

… und ich konnte omamori お守り kaufen. Yeah! Dann hab ich nichts dagegen, wenn alle vergessen, dass man zu tanabata eigentlich seinen Wunsch an einem Schrein hinterlassen soll. Mehr Schrein für mich 😀

So, letzte Story für heute: Anfang der Woche hat es mich in der Bahn fast umgehauen. Ich weiß nicht zu 100% was es war. Ein leichter Hitzschlag vermute ich, im Nachhinein betrachtet könnte es aber auch Kreislaufprobleme durch den ständigen Warm-Kalt-Wechsel hier sein. Von der einen auf die andere Sekunde ging es mir auf einmal furchtbar schlecht. Magenschmerzen, kalter Schweiß überall am ganzen Körper, meine Sicht verschwamm und irgendwie hatte ich das Gefühl, ohnmächtig zu werden. Ich befand mich praktischerweise auch gerade stehend in der Bahn zwischen den Bahnhöfen Yokohama und Totsuka, da ist man erst mal 10 Minuten am Stück unterwegs und hat keine Möglichkeit kurz auszusteigen O.o Ich bekam langsam Panik, meine Sicht verschwamm immer mehr und panisch bat ich den Mann, der vor mir saß, mir seinen Platz zu überlassen. Der Herr schaute mir ins Gesicht, sprang mit einem Satz auf und überließ mir seinen Sitzplatz. Meine Güte muss ich scheiße ausgesehen haben XD Ich war dem Mann so dankbar, hab mich bestimmt 10 Mal bei ihm bedankt, während es mir langsam, langsam wieder besser ging. Bis zum Aussteigen erkundigte er sich auch mehrmals, ob alles in Ordnung sei, und ja, in Hiratsuka ging es einigermaßen wieder. Ich war trotzdem froh, dass Kei darauf bestanden hatte, mich abzuholen und ein Taxi nach Hause spendierte :3 Also ganz ehrlich, noch mal brauche ich den Spaß nicht, aber da ich ja auch nicht genau weiß, woran es lag, weiß ich gar nicht, was ich anders machen soll >.< Getrunken hab ich an dem Tag definitiv genug. Sollte es der ständige Wechsel zwischen warm und kalt sein, hm, dagegen kann ich ja leider nichts machen -.- Bah, in dieser Hinsicht geht mir der Sommer hier echt auf die Nerven!

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3 Antworten zu [Unterwegs] Catching up: Harry Potter, Tanabata und Vorsicht vor der Hitze

  1. Tabea schreibt:

    Du sahst wunderschön aus im Yukata! *__* Ich komm nächstes Jahr wieder vorbei, allein um dich zu sehen!

    Und WTF, Hitzeschlag? o__O
    So was ähnliches hab ich mal nach dem Schwimmen erlebt – aber da hatte ich mich vermutlich einfach so sehr angestrengt und vorher nicht gut genug gefrühstückt gehabt. Hattest du ordentlich gegessen?

    • nagarazoku schreibt:

      Ja, ordentlich gegessen, ordentlich getrunken, von der Warte her also eigentlich alles okay. Aber vielleicht war der staendige heiss-kalt-Wechsel an dem Tag einfach wirklich zu viel fuer meinen Koerper -.- Ich hoffe auf jeden Fall, dass ich erstmal davon verschont bleibe -.-

      Naechstes Jahr will ich aber einen anderen Yukata haben, einen weissen oder so (*^.^*) Das heisst du musst auf jeden Fall vorbeikommen und ihn dir anschauen – falls ich Kei nochmal zum Yukatatragen bekomme XD

  2. Pingback: Vom Löwen gebissen | Ein Nagarazoku in Japan

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