[Unterwegs] Der Narita-san

Kommen wir zum 10.11. und damit dem Tag vor meinem Rückflug.

Kei und ich hatten gut geschlafen und durften uns danach über ein fantastisches Frühstück freuen. Dass das nicht selbstverständlich ist, durften wir schon oft genug feststellen – trocken Brot und nur ein Aufstrich, Misosuppe ohne Inhalt und Reisbälle ohne Füllung waren dabei wohl der Tiefpunkt unserer Hotelfrühstückserfahrungen. Aber dieses Mal gab es alles und noch mehr. Und so konnten wir gestärkt in den Tag starten.

Und zwar Richtung: narita-san 成田山 oder eigentlich korrekter dem shinshōji 新勝寺, einer riesengroßen Tempelanlage in Narita. Dazu muss ich erstmal sagen, dass ich persönlich Narita ausschließlich mit dem Flughafen in Verbindung bringe. Das ist wie mit Tegel: Flughafen und sonst nichts. Dabei ist Narita ja eine eigene Stadt mit Sehenswürdigkeiten, Einkaufsmöglichkeiten und mehr, wenn auch alles sehr touristisch ausgelegt ist. So ist die Straße vom Bahnhof Narita zum narita-san auf altes Japan getrimmt, aber auf stark touristisches altes Japan, in dem es nur Verkaufsläden, Hotels und Fressbuden gibt und in dem alle Schilder auf Englisch waren 😉

Gut, wo waren wir? Ach ja, riesengroße Tempelanlage. Dann erfreue ich euch doch mal mit ein paar Bildern:

 

Es heißt ja eigentlich, dass man seine an einem Schrein oder inzwischen auch vielen Tempeln gekauften Glücksbringer nach einem Jahr den Göttern zurückgeben soll, da sie dann ihre Wirkung verloren haben – ein Brauch, dem ich NIE nachkomme, dafür liebe ich alle meine omamori お守り viel zu sehr! Aber genau für diesen Zweck gab es in der Tempelanlage das Fließband, das ihr auf dem rechten Bild bewundern könnt. Omamori drauf und abtransportiert … wer weiß wohin? Hach, diese Pragmatiker!

Innerhalb der Tempelanlage gab es auch einen Schrein, der dem Fuchsgott gewidmet war. Erklimmt man die Stufen zu ihm, so ist der berufliche Erfolg garantiert und für alle, die ganz sicher gehen wollen, gibt es noch die Möglichkeit, seine Visitenkarte dazulassen (links) oder dem Fuchsgott ein Stück inari 稲荷 – frittierter Tofu – zu opfern (rechts). Denn den mag der er bekanntlich ganz besonders und ganz praktisch gab es diese Leckerei auch am Schrein zu kaufen 😉

Ich glaube, an den Photos ist absolut nicht zu erkennen, wie groß diese gesamte Tempelanlage ist. Der Haupttempel, mehrere kleinere Tempel und Schreine, andere Gebäude, u.a. ein Museum, viele Wege und ein riesengroßer Garten – alles haben wir letztendlich nicht geschafft. Meine Füße waren vom Tag im Disney Sea in den falschen Schuhen noch arg geschunden und irgendwann knurrte uns der Magen.

Als regionale Spezialität entpuppte sich unagi 鰻, Aal, von dem mir viele Leute schon vorgeschwärmt haben. Jedes Mal jedoch lässt mich der Preis zurückschrecken. unagi ist schweineteuer! Für ein Menü mit unagi muss man mit rund 20 € rechnen. Und ich weiß ja nicht mal, ob mir unagi schmeckt. Ich habe neben den vielen Lobgesängen nämlich auch desöfteren von Klagen, der Fisch sei zu fettig, gehört, und dann bin ich doch nicht gewillt so viel Geld für etwas auszugeben, was ich danach meinem Freund auf den Teller schaufel. Also haben wir uns auch an diesem Tag gegen unagi und für ein leckeres Nudelrestaurant entschieden. Vielleicht ein anderes Mal 😉

Wenn man eine Sache in Japan ganz besonders gut machen kann, dann ist es Shopping, und auch das hatten wir vor und tuckerten mit einem Shuttle-Bus zu einem nahegelegenen Einkaufszentrum, wo ich mich im Muji noch mit ein paar Nützlichkeiten für den Flug eindeckte – Schlappen, eine Schlafmaske, ein Nackenkissen und Ohrenstöpsel! Ich brauch’s gemütlich!!!

Ich liebe Muji und finde es so schade, dass die Filiale am Hackeschen Markt hier nur ein blasser Abklatsch davon ist. Indem man die gesamte Küchenutensilien und Fressecke weglässt, sowie die Preise gleich mal verdreifacht, nimmt man dem Muji einfach alles wofür es in Japan steht!

Wir waren früher fertig als von uns geplant, aber an den letzten Tagen vor meinem Rückflug heißt es immer, mich beschäftigt halten, ich werde sonst zum emotionalen Vollkrüppel -.- Also mit dem Taxi zurück, da der Shuttle-Bus noch über eine Stunde auf sich warten ließ, und ab ins Hotelrestaurant zum Abendessen und besaufen. Und das Besaufen war arg notwendig, denn wir saßen am Fenster und ratet mal, was alle 5 Minuten von dort aus fantastisch zu sehen war: Startende Flieger O_____o Na danke! Drei Gläser Wein aufs Haus und ein paar Cocktails später störten die mich aber nicht mehr 😛 Ich bin im Nachhinein nur froh, dass der hoteleigene Pool schon geschlossen hatte, denn ohne Scheiß, Kei und ich waren so knülledicht wie wir waren trotzdem absolut fest entschlossen, jetzt noch schwimmen gehen zu müssen O_o Manchmal ey! So hieß es zum Glück unverrichteter Dinge zurück aufs Zimmer und auf dem Bett rumjammern bis der Schlaf uns übermannte. Naaa, liest man „zwischen den Zeilen“ heraus, wie verfickte Scheiße schwer mir JEDER verdammte Abschied aus Japan fällt? Gut!

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2 Antworten zu [Unterwegs] Der Narita-san

  1. Tabea schreibt:

    Wow! Narita ist mehr als ein Flughafen! o_O

    • nagarazoku schreibt:

      Ich war auch ganz baff, aber ja, da gibt es ordentlich was zu sehen *lach* Den Naritasan kann ich wirklich nur empfehlen, ich fand ihn ganz toll! Überalle uralte japanische Artefakte, und dann aber ein Garten, der mich total an Sans Soucis erinnert hat XD

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