[Unterwegs] Auf den Takao-san

Nachdem wir erfolgreich den Tsukuba-san bestiegen hatten, peilten wir mit Flo gleich noch den nächsten Berg in unserer Umgebung an: den Takao-san 高尾山. 200 Meter niedriger als der Tsukuba-san und etwas zentraler gelegen soll er jährlich sehr viel mehr Touristen anlocken. Wir hätten es also von Anfang an ahnen sollen … -.-‚

Es schoben sich MASSEN den Berg hinauf! Eine richtige Völkerwanderung! Der einzige Teil, den man halbwegs in Ruhe hochlaufen konnte, war der Teil, den man sich auch mit dem Lift hochfahren lassen konnte – ich brauche euch sicher nicht zu verraten, was der Großteil der Leute gemacht hat. Was bitteschön ist der Sinn darin zu einem Berg zu fahren, wenn man sich das einzige Stück, das ein wenig Muskelleistung beansprucht, dann auch noch hochkutschieren lässt? Der Rest des Weges bis zum Gipfel war nämlich nur noch ein laues Lüftchen. Überall Fressbuden, fast schon kerzengerade Wege, gepflastert. Hallo? Berg und gepflastert? Ich glaube, Norwegen hat mich verwöhnt O.o Und überall, überall Menschen, Menschen, Menschen! Frittiergeruch in der Luft, jedes kleine bisschen an Platz zugestellt, laute Stimmen, alles, bloß keine Natur. Das hatten wir drei aber so nicht erwartet …

   

Sieht das nach Bergsteigen aus? Irgendwie nicht, was? Wir waren zugegebener Maßen alle drei recht enttäuscht und ziemlich genervt von den Touristenströmen. Also haben wir uns eine Karte besorgt und geschaut, ob es für den Rückweg nicht noch irgendeine andere Route gab. Und das gab es! Natur pur, und weil viele Japaner offensichtlich NICHT für den Berg und seine Natur zum Bergsteigen fahren, sondern zum Liftfahren und Essen, hatten wir diesen Pfad fast ganz für uns. Was für eine Erholung! Hat den ganzen Stress vom Aufstieg fast schon wieder wett gemacht.

Da fühlt man sich ja fast wie im Dschungel! 😀

Leider läutete sich der Sonnenuntergang bereits ein, und so liefen wir nur die halbe Strecke auf diesem Weg herunter und schwenkten dann auf den Hauptweg zurück, um uns mit dem Lift nach unten fahren zu lassen. Dass man dafür bis zu 40 Minuten warten muss, erfuhren wir erst nach dem Kauf der Tickets. Da wären wir zu Fuß doch schneller gewesen. Aber gut, die Liftfahrt hat Spaß gemacht und man hatte eine schöne Aussicht 😀

Allerdings waren die Teile recht wacklig und eigentlich hat uns nichts vor dem Runterplumpsen geschützt – für japanische Verhältnisse ja richtig gefährlich! XD

Unten angekommen hatten wir Hunger! Hunger auf soba! Von Flo habe ich erfahren, dass soba früher zu 100% aus Buchweizenmehl gemacht wurden, da das aber sehr teuer ist, immer mehr soba-Läden dazu übergegangen sind bis zu 80% des Buchweizenmehls mit normalem Weizenmehl zu ersetzen O.o Aber das sind dann doch nur udon! Wir fanden einen Laden, der damit warb, dass 80% seines Mehl noch ordentliches Buchweizenmehl ist und ja, ich finde, die soba haben anders geschmeckt. Es lohnt sich also mal im Restaurant nachzufragen, wieviel sobako sie verwenden und sich einmal richtige soba schmecken zu lassen, auch wenn sie ein kleines bisschen teurer sind.

Fazit des heutigen Tages: Der Hauptweg hoch zum Takao-san ist gemacht für Leute, die eigentlich gar nicht Bergsteigen sondern Essen wollen. Ein paar schöne Schreine gibt es, die sind aber vollkommen überlaufen. Ein großartig angekündigter Affenpark war nur ein Affenzoo, für den man Eintritt bezahlen musste. Wer Natur will nimmt die Wege, die mit „schwierig“ gekennzeichnet sind – schwieriger als der Tsukuba-san war zumindest der, den wir genommen haben, auch nicht.

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Eine Antwort zu [Unterwegs] Auf den Takao-san

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