Lady Oscaaar, Lady Oscaaar

Kindheitserinnerungen – hach, wir alle lieben sie. Meine sind, und da wird es wahrscheinlich vielen so gehen, voll mit fantastischen Anime, und mit einem ganz besonders: „Lady Oscar – die Rosen von Versaille“. Und dank der lieben Tabea, die Freikarten für mich und Kei übrig hatte, konnte ich am Sonntag auf der Ginza in einem Meer aus „Lady Oscar“-Nostalgie schwimmen, denn zum 40-jährigen Jubiläum des Erscheinen der Mangareihe fand im Matsuya Ginza eine Ausstellung statt. Sie verteilte sich auf vier Räumlichkeiten – einer zum Manga, einer zu den Aufführungen durch die Takarazuka Revue, einer für den Anime und einer für verschiedene anderweitigen Adaptionen, zu denen ich nachher noch mal komme. Interessante Erfahrungen/Feststellungen des Tages (leider war Fotografieren verboten):

1.) Ich teile meine Kindheitserinnerungen mit Japanerinnen im mittleren Alter. Kei war nicht nur einer der wenigen anwesenden Männer, sondern Tabea und ich zogen den Altersdurchschnitt der Damen auch noch mal ordentlich nach unten. Während Manga und Anime in Japan nämlich in den 70ern erschien, schaffte es der Anime erst mit 15 Jahren Verspätung im Jahr 1995 nach Deutschland, und der Manga sogar erst vor ein paar Jahren.

2.) Im Raum, der sich mit den Manga beschäftigte, waren viele Originalarbeiten der Mangaka Ikeda Riyoko 池田理代子 zu sehen. An ihnen konnte man erkennen, dass damals alle Fehler im Bild noch mit Tip-Ex bearbeitet und alle Sprechblasen ausgedruckt und eingeklebt wurden. Am Computer hat man wohl nur ein paar wenige Ausbesserungen vorgenommen/vornehmen können. Was für eine Arbeit!

3.) Während bei uns das beliebteste Paar natürlich Oscar und André ist, stehen in Japan Marie Antoinette und ihr Geliebter Graf Hans Axel von Fersen ganz hoch im Kurs. Tabea und ich haben uns lange über das Warum den Kopf zerbrochen – wir beide konnten nämlich weder die weinerliche Marie noch ihr Verhältnis mit ihrem schwedischen Lustknaben ab – und kamen zu dem Schluss, dass in Deutschland ja doch eher das Ideal der „reinen“, von Anfang an bestehenden Liebe hochgehalten wird, in Japan hingegen vielleicht etwas pragmatischer an die Sache herangegangen wird: Ist man, wie Marie, nicht gerade zufrieden in seiner Ehe, sucht man sich das Vergnügen halt woanders. Und da ja, wie erwähnt, eine Menge Damen mittleren Alters anwesend waren …

4.) Die Takarazuka wird „Lady Oscar“ nächstes Jahr erneut auf die Bühne bringen, aber bei dem Andrang, der da jedes Mal auf die Tickets herrscht (die Tickets für „Romeo und Julia“ waren letztes Jahr innerhalb von 2 Minuten ausverkauft), kann ich mir das wohl leider gleich mal in die Haare schmieren. Aber natürlich werde ich mein Glück trotzdem versuchen!

Im Anschluss an die Ausstellung befand sich natürlich noch eine große Verkaufsfläche, und wenn sich in der Ausstellung teilweise schon mit Ellenbogen durchgekämpft wurde, so wurde das hier auf die Spitze getrieben O.o Ich hatte genau EIN Produkt, das ich unbedingt haben wollte: eine Adaption des Mangas mit Charakteren im chibi-Format namens 「ベルバラKids」. Es handelt sich dabei um eine Sammlung von lustigen 4-Panel-Comics, von denen man einige im letzten Raum der Ausstellung sehen konnte.

Viele der Manga beruhen auf Szenen, die so im Manga vorkamen, für diesen Comic dann aber einen lustigen Twist bekamen. Insgesamt gibt es 6 Bände, Tabea und mir sollte zum Anlesen Band 1 vorerst genügen. Ich kämpfte mich zu den Manga vor und huch, der Stapel mit dem ersten Band war schon recht klein. Da hatten wohl ein paar mehr Leute diese Idee. Ich schnappte mir den obersten Manga und bemerkte, dass der Manga darunter dann auch der letzte Band 1 war, und Tabea hatte doch auch Interesse bekundet! Also griff ich mir den auch, und als ich ihn schon in der Hand hielt, packte ihn auf einmal eine faltige Hand von links und wollte ihn mir wegreißen! Zum Glück kann ich in Null-Komma-Nichts in den Schraubgriff umschalten und hielt das Teil fest! Die faltige Hand gab recht schnell auf und machte sich aus dem Staub – ich habe bis zum Schluss nicht gesehen, wer das dreiste Stück war! Aber gut, sowohl Tabea als auch ich konnten nun jeder ein Band sein eigen nennen :3 (Ja, ich weiß, dass man die Dinger auf Amazon kaufen kann, aber ich wollte ihn nun mal dort gekauft haben, der Erinnerung wegen :P)

In der Ausstellung selbst war fotografieren ja verboten, aber draußen durfte man die Uniformen von Oscar und André (sicher aus dem Kostümfundus der Takarazuka) knipsen (*^.^*)

Tabea und ich im Glück (Liebe Tabea, ich habe mir dreist das Foto von dir „geklaut“, falls dich das stört, sag mir bitte Bescheid 😉 )

Ach ja, ein wunderschöner, aber durch die Massen auch etwas anstrengender Tag.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof und unserer Suche nach einem Eis wurden wir dann noch vom Magazin Zip interviewt – da das Thema der Sendung noch nicht feststand zu 3 verschiedenen Themen: Gesten, Murakami Haruki und Politik. Mal schauen, ob wir auf Sendung kommen!

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4 Antworten zu Lady Oscaaar, Lady Oscaaar

  1. Tabea schreibt:

    Es war wundervoll! ♥
    Vielen Dank nochmal für den knallharten Einsatz am Mangastand. 🙂

    Haha, warum sollt ich da was dagegen haben? Is ja nich so, als könnt ich mit dem Foto Geld machen oder so. XD

    • nagarazoku schreibt:

      Ha, das sagst du jetzt! Warte mal, bis wir beide nach unserem Zip-Interview internationale Berühmtheiten sind und man sich um Fotos von uns beiden nur so reißt!

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