Mein privater Forschungsaufenthalt in Japan – Der Hinflug

Ich bin wieder in Japan – und es hat mich mit all seiner Hitze und Luftfeuchte begrüßt, die es aufbringen konnte. Aber halten wir doch die Reihenfolge der Ereignisse ein und beginnen erstmal mit dem Flug:

Mein positives Image bezüglich der Lufthansa bleibt bestätigt. Ich glaube, das einzige Mal, dass ich im Nachhinein froh bin, eine andere Fluggesellschaft gewählt zu haben als die Lufthansa, war im März letzten Jahres, als die Lufthansa aufgrund der Dreifachkatastrophe erst ganz Japan und später eine ganze Weile Tōkyō nicht mehr angeflogen ist – DAS hätte mir zu dem Zeitpunkt gar nicht gepasst.

Das einzige, was sich derzeit wieder ein wenig verbessern könnte, ist die Filmauswahl. Ich höre von Freunden, die im gleichen Zeitraum mit British Airways fliegen immer, welche tollen Filme sie so schauen konnten, und bei der Lufthansa kann man neuerdings dankbar sein, wenn EIN halbwegs aktueller Film dabei ist. In meinem Fall war das „Mirror, Mirror“ und für die japanischen Passagiere vielleicht noch „Avengers“ – in Deutschland lief dieser ja bereits schon vor Monaten.

Schlafen konnte ich im Flieger leider nicht eine einzige Sekunde – Schnarchkonzert aus allen umherliegenden Sitzen. Das ist einer der wenigen Nachteile, wenn man in einem Flieger sitzt, der zum Großteil mit Japanern besetzt ist. Keine heulenden Kinder, kein lautes Gequatsche, man fühlt sich nicht doof, wenn man an seinem Platz ein wenig für seine Haut sorgt, denn um einem herum tragen mindestens 50% der Damen eine Feuchtigkeitsgesichtsmaske und einen Lockenwickler im Pony, an der Toilette geht es ordentlich nach Reihenfolge vor, ABER besonders japanische Männer, aber teilweise auch ihre Angetrauten, können schnarchen, dass es einem fast das Trommelfell pierct. Zum Glück hatte ich meine PSP dabei und bei  „Game of Thrones“ noch 200 Seiten vor mir. Das Entertainment-System allein hätte mich nicht über die 10 Stunden Flug hinweg gerettet.

Ich saß übrigens neben einem japanischen Ehepärchen, das irgendwann natürlich mitbekam, dass ich Japanisch spreche, u.a. dadurch, dass die Stewardessen mit mir ausschließlich auf Japanisch sprachen, was seltsam war, aber dazu später noch mal – und mich offensichtlich am liebsten adoptiert hätte XD Ich bekam am Ende die Visitenkarten des Herren zugesteckt und fiel am Immigrationsschalter bei näherer Betrachtung fast aus allen Wolken: Firmenpräsident O.o Na, den halte ich mir warm!

Der Immigrationsschalter war voll wie Sau, aber nur ein Schalter war geöffnet. Mindestens 1 Stunde Wartezeit wurden vermeldet. Und nachdem ich bereits die Hälfte dieser Zeit abgestanden hatte, wurde ich aus der Reihe geschickt, weil ich keinen Immigrationsschein ausgefüllt hatte!!! BITTE???

Gut, ich hatte mich ja auch schon gewundert, denn normalerweise bekommt man den ja schon im Flieger zum Ausfüllen um sich GENAU DAS zu ersparen. Ich hatte mir aber auch nicht großartig was dabei gedacht. Die Prozeduren hier werden ja auch das ein ums andere Mal geändert. Beim Ausfüllen des Scheins jedoch fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Der Zollschein, den mir die Stewardess in die Hand gedrückt hatte, war auf Japanisch gewesen. Normalerweise gibt es die Dinger auch auf Englisch und Deutsch, aber ich hatte den japanischen Zollzettel und KEINEN Immigrationsschein bekommen O.o Die hatten mich für eine Japanerin gehalten! Anders kann es nicht sein! Wahrscheinlich weil ich mich mit Herr und Frau T. so angeregt auf Japanisch unterhalten hatte – Herr T. war unglaublich an meinem Abschlussthema interessiert – und den Stewardessen auch auf Japanisch geantwortet habe, wenn sie mich auf Japanisch angesprochen haben. Vermutlich dachten sie sogar noch, ich wäre die Tochter meiner charmanten Sitznachbarn XD

Japanerinnen-Tarnlevel: 80%

Muahahaha!!! … Nee, eigentlich nicht, das hat mir 1 1/2 statt eine Stunde Wartezeit am Immigrationsschalter eingebracht, wo ich dann auch noch ziemlich unhöflich ausgefragt wurde, weil ich genau 90 Tage in Japan bleibe: „3 Monate? Sie meinem 90 Tage! Sind es auch wirklich 90 Tage? Haben sie nachgezählt? Sie wissen, dass Visumsverletzungen geahndet werden! Auch wenn es nur ein Tag länger ist!“ Ich erklärte dem Herren, dass ich als Deutsche mein 90 Tage-Visum ja einmalig um erneute 90 Tage verlängern könnte und wurde daraufhin angepflaumt mit: „Sie können ja wohl nicht als Tourist für 90 Tage einreisen und jetzt schon wissen, dass Sie verlängern werden!“ Ähm … DOCH! Sicher kann ich das! Dafür ist der Scheißkrams ja wohl da! Damit ich, wenn ich will, auch 180 Tage bleiben kann! Das ich verlängern muss ist doch nur dafür da, dass ich mich zwischendurch mal bei euch melde und ihr wisst, dass ich nicht untergetaucht bin! Vollidiot! Aber da ich keinen Bock auf lange Diskussion und am Ende vielleicht sogar noch die Verwahrstation des Flughafens hatte, brachte ich alle japanische Höflichkeit und mein schönstes Lächeln auf und erklärte ihm in einer zuckersüßen Stimme, dass ich mehrmals nachgezählt hätte und es auf keinen Fall mehr als 90 Tage sind. (Hihihi, mehrmals my ass!) Und dann wurde mein Touristenvisum endlich abgestempelt und ich durfte meine Koffer aufsammeln gehen (Ja, meine Koffer, danke an Lufthansa für so viel Gepäck 😛 ) Kei und seine Eltern warteten bereits und ich wurde bequem mit Auto bis vor unsere Wohnungstür gebracht – und in der Wohnung konnte ich mich dann ganz meinem Jet-Lag hingeben 😉

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