Das waren sie also, …

… die letzten Kurse, die ich in meiner Unilaufbahn je belegen musste. Und ein Highlight waren sie nicht gerade. Das Seminar fiel wieder mehrmals aus und die Texte der letzten vier Sitzungen standen bis zum Schluss nicht online, so dass eine Vorbereitung auf den Kurs unmöglich war. Die Übung zum Seminar war immer irgendwie unkoordiniert und einschläfernd. Das Kolloquium stieß nicht nur bei mir, sondern wohl auf bei der zweiten Professorin unseres Instituts auf Naserümpfen. Klar, nicht ein Student hatte die Möglichkeit, seine Forschungsarbeit ordentlich vorzustellen und konstruktive Kritik und Hinweise zu erhalten, da die Sitzungen fast ausschließlich aus Gastvorträgen bestanden. Und die paar Sitzungen, für die ausnahmsweise kein Gastdozent angekündigt war, arteten ausschließlich in eine BA-Absolventen-Beratung aus. Wie formuliert man eine Fragestellung? Wie baut man ein Argument auf? Wenn ich das nicht wüsste, wäre ich wohl kaum im Master! Warum haben die Kulturwissenschaftler getrennte Kolloquien für MAs und BAs und warum sind es wieder wir, die ohne jeglichen Mehrwert aus ihrem Kolloquium herausgehen? Auf dass sich Frau B.T. vor die nächsten Studienanfänger stellen und ihnen erzählen kann, wie schlecht ausgebildet ihre Vorgänger doch in jeglicher Hinsicht sind.

Der Sprachkurs hingegen gestaltete sich sehr viel besser als erwartet, und zumindest hier hatte jeder die Chance, sein Forschungsthema einmal einem etwas größerem Publikum vorzustellen. Auf Japanisch zwar, aber besser als gar keine Chance mehr zu haben.

Das waren sie also, alle Kurse meines Unilebens. Was hab ich in ihnen gelernt? Merken tust du dir nur die Sachen, die Eingang in eine deiner Hausarbeiten gefunden haben und vorzubereitende Texte werden nur dann besprochen, wenn man sie einmal nicht vorbereitet hat. Nicht viel?  Na ja, die gerne uns Geisteswissenschaftlern als so angehaftet bezeichneten Soft Skills sicher auch, aber doch vieles eher Zuhause in Eigenarbeit als in den Kursen in der Uni, auch wenn diese die Richtung und das Thema vorgegeben haben. Aber so ist das Studieren halt.

Aber gut, ganz fertig bin ich ja noch nicht. Eine Hausarbeit und die MA-Arbeit habe ich noch vor mir, und dann will ich erstmal etwas Abstand zwischen mich und die Uni bringen. Und dann, ja dann wird der Schleier des Vergessens geschmückt mit viel Nostalgie meinen Blick auf die Unizeit verschleiern und mich sagen lassen: „Ach ja, Uni, das waren noch Zeiten!“ Aber dahin wollen wir erstmal kommen 😛

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uni-Alltag veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.