Wie es NICHT sein sollte

Am 20.03. war shunbun no hi 春分の日, Frühlingsbeginn, und Kei musste „zum Glück“ „nur“ den halben Tag arbeiten … obwohl offizieller Feiertag war … aber in seiner Firma lief mal wieder alles so verplant ab, dass Arbeit übrig geblieben ist und alle am gesetzlichen Feiertag noch mal antanzen mussten. Ja, toll, danke.

Den kümmerlichen Rest vom Tag wollte ich mit den Kei dann aber doch noch irgendwie schön verbringen, und da die Sonne schien, entschieden wir uns für einen Spaziergang im Park. Jaaa … Ich hätte es besser wissen sollen.

Der Park war zum Kotzen voll! Nicht nur hatten alle Familien ganz Hiratsukas entschieden, es uns gleich zu tun und Erholung im Park zu suchen, sondern es fand auch noch ein Fußballspiel zwischen Kleinverein Bummelsdorf gegen Kleckerverein Krümelfurz statt, und zumindest um die kleine Arena sammelte sich, was sich sammeln wollte. Gut, es hätte schlimmer sein können, es hätten deutsche Fußballfans sein können 😛

Alle anderen Plätze waren vollgestopft mit Familien und ihren heulenden bis schreienden Kindern. Ich erinnere mich gerne an Frau B., die einmal sagte, dass seit der Erfindung des Game Boys in Japan kein Kind mehr geheult hätte, und ja, auch jetzt sind Nintendo DS und die PSP die Nummer 1 bei der Wahl des Unterwegsbabysitters, aber heulende Kinder hab ich für mein Leben hier wahrlich genug gesehen.

Nach Entspannung haben wir vergeblich gesucht. Ein paar der frühblühenden Kirschblüten und die Pflaumenblüten waren bereits zu bewundern, …

… aber auf die konnte man sich kaum konzentrieren. Und was dann noch sehr gestört hat, war ein unglaublich penetranter Geruch von Frittiertem in der Luft. Wahrscheinlich waren die neben der Arena aufgestellten Fressbuden …

… und das nahegelegene Restaurant schuld. Der Geruch klebte förmlich überall in der Luft.

Also, wenn ich als Deutsche meinem Freund vorschlage, bei schönem Wetter in den Park zu gehen, dann suche ich nach Erholung, Ruhe und frischer Luft. Sicher hängen auch ein paar bis viele Familien mit ein paar bis vielen Kindern herum, aber nirgendwo in Deutschland kann das, was ich hier ertragen musste, übertroffen werden. Es geht einfach nicht, so viele Kinder leben nicht in Deutschland!!! Erholung und Ruhe fielen damit also unter den Tisch, und der Frittiergeruch nahm mir auch die frische Luft. Alles in allem ein eher lehrreicher denn erholsamer Tag: Willst du in Japan erholen, bleib Zuhause. Die Flucht in das nächste Café, ein großes Stück matcha-Kuchen und eine Tasse Zimt-Kaffee konnten die mir zugefügten seelischen Schäden jedoch schnell wieder beheben :3

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5 Antworten zu Wie es NICHT sein sollte

  1. Nori schreibt:

    Whoa.
    Was für ein Kuchen!

    Wenigstens der war an dem Tag schön 🙂

    Wenn du wieder hier bist, können wir ja mal einen Wölkchen-Park-Tag machen.

    • nagarazoku schreibt:

      Ein geiles Stück Kuchen, gell? Und er war köööööööööstlichst!!!!!

      Oh ja, ein Wölkchen-Park-Tag \(^^)/ In letzter Zeit träume ich ständig von Spaziergängen mit dem Wölkchen ó.ò Letztens hat sie sich dabei in ein Pferd verwandelt XD

  2. Tabea schreibt:

    Hatten am Wochenende auch kurz überlegt, in den 平塚総合公園 zu gehen (wegen der schönen Pflaumen und so). War wohl die richtige Entscheidung, nur zu Yamada Denki zu fahren. oO

    • nagarazoku schreibt:

      Jedenfalls wenn ihr nach Ruhe und Erholung gesucht habt -.-‚ Ich brauche wohl doch meinen eigenen Garten!!! Der Garten meiner Eltern fehlt mir total, und dabei war ich doch ob penetranter Nachbarn nur selten draußen ó.ò

  3. Pingback: [Um uns herum 2.0] Im Sagamihara-Park | Ein Nagarazoku in Japan

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