Wir waren in Hakone …

… und DAS war unser Wetter:

Blick aus unserem Hotelzimmer

Zum Glück war unser Hauptziel nicht das Sightseeing, sondern mal in anderer, entspannter Umgebung in Keis Geburtstag reinfeiern. Auf Arbeit läuft es bei ihm derzeit dank einer dummen Kollegin nicht so sonderlich und ich wollte, dass er mal ein wenig vom Kopf her von der Arbeit loskommt. Dass man ihm dafür auch Papier und Stifte klauen muss, damit er in einem unbeaufsichtigten Augenblick keine Wochenpläne für die Produktionsanlage erstellt, das lernte ich dann später am Abend XD

Hakone 箱根 ist ein beliebtes Urlaubsziel zum Wandern und vor allem bekannt für seine heißen Quellen. Bei mir sind diese eher weniger beliebt, aber eher aus dem Grund, dass ich weibliche Begleitung bräuchte, damit ich ohne Brille nicht aus Versehen ins Becken plumpse, und die hatte ich bisher leider noch nicht ^^;

Bei den meisten Hotels in der Umgebung handelt sich daher um sogenannte ryokan 旅館, was übersetzt eigentlich auch nur so viel wie Hotel bedeutet, inzwischen aber als Oberbegriff für traditionelle japanische Hotels mit spartanischer Einrichtung und tatami-Matten verwendet wird. Einerseits mag ich diese Art von Hotels – ich liebe tatami und futon, schlüpfe mit Freude in die auf jedem Zimmer bereitgelegten yukata und liebe das japanische Abendessen. Andererseits komme und komme ich einfach nicht mit traditionell japanischem Frühstück. Reis, miso-Suppe und ein zu den Seiten aufgeklappter Fisch glotzten mich da um 7 Uhr morgens schon auf meinem Frühstücksteller an …*urgs*

Und was macht man in Hakone, wenn das Wetter bescheiden ist und das Hotel am Arsch der Welt liegt und sogar einen 20minütigen Fußweg bergab zum nächsten Combini entfernt ist? 20 Minuten bis zum nächsten Combini laufen, sich mit allem eindecken, was man braucht, 20 Minuten den Berg wieder zum Hotel zurückklettern (genug Bewegung für einen Tag!) und dann saufen, sich vom Kei im UNO-Spielen fertig machen lassen (ich hab ihn gewinnen lassen, das ist die offizielle Version 😛 ), an den Regeln für koikoi verzweifeln (ein traditionalles japanisches Spiel, fragt mich nichts, aber ich gebe noch nicht auf), hinamatsuri-Kuchen als Ersatz für einen Geburtstagskuchen mampfen (ひな祭り, das Prinzessinnenfest) und nerviges japanisches Fernsehen gucken, das mit viel Alkohol im Blut gar nicht mehr so nervig war XD

DSCF2914 Ich würde ja auch gerne Bilder vom Zimmer zeigen, aber leider sind die aufgrund mangelnder Beleuchtung nichts geworden -.-‚ Aber es war schön 😀

Am nächsten Tag „klarte“ es ein wenig auf …

Derselbe Blick aus unserem Hotelzimmer

… und so entschieden wir uns für ein klitzekleines bisschen Sightseeing und viiieeel Shopping 😀

Etwas weiter fußläufig vom Zentrum der Stadt entfernt fanden wir einen Tempel, in dessen Grabanlage sich neben anderen Berühmtheiten die Gebeine einiger Abkömmlinge der hōjō-Familie befanden.

Eine ellenlange Beschreibung zu jedem einzelnen der fünf hier Beerdigten – für den Durchschnittstouristen muss reichen, dass es sich um fünf Feudalherren handelte 😛

Wer sich übrigens noch erinnert: Ich war vor fast genau 4 Jahren auf dem hōjō godai matsuri in Odawara mit Kei, Tabea, Simone und Martin, und JETZT weiß ich also, was das da eigentlich genau war XD So lernt man dazu!

DSCF2957

Was das Mitbringsel-Shopping angeht, so ist Hakone bekannt für Schwefeleier, manjū gefüllt mit weißen, süßen anko-Bohnen, und folgende Kästchen, die sich nur durch das Einhalten einer bestimmten Reihenfolge, in der einzelne Teile an den Kästchen bewegt werden müssen, öffnen lassen:

Ich habe so ein Kästchen Zuhause in Deutschland auch stehen und – wie sollte es anders sein – die Anleitung zum Öffnen verloren, so dass ich jedes Mal wie wild an dem Kästchen rumdrücke, immer mehr in Rage gerate und es, glaube ich, seit 1 Jahr nicht mehr aufgemacht habe ^^; Die Art, das Kästchen zu öffnen, unterscheidet sich auch noch von Kästchen zu Kästchen und von Hersteller zu Hersteller …

DSCF2986Das Muster des Kästchens erfreut sich übrigens so großer Beliebtheit, dass man es inzwischen auf fast allem findet, was man sich so vorstellen kann: Schlüsselanhänger, Teller, Ohrenstäbchen, Postkarten, Kämmen … Bei der Teetasse hier links hier bin ich schwach geworden 🙂

Da ein Schwefelei die Lebenserwartung um 7 Jahre verlängern soll, haben Kei und ich uns auch noch einen Packen Schwefeleier gekauft:

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Ich hatte ja auf unserer „Klassenfahrt“ vor vier Jahren schon einmal Schwefeleier und sie vom Inneren her als ganz normale Eier in Erinnerung, allerdings muss das hier eine andere Sorte gewesen sein, denn das Innere blubberte mir nur so entgegen und war halb roh. Aber auf der Packung stand, dass man es so essen solle o.O

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Die Eier damals KÖNNEN nicht so gewesen sein, sonst hätte ich sie 1) nicht während der Busfahrt essen können und sie 2) als so eklig in Erinnerung behalten, dass ich sie mir nie wieder gekauft hätte. Ich weiß, dass der Durchschnittsjapaner nichts gegen halbrohe Eier hat und sich gerne auch nochmal ein rohes Ei auf den Reis schlägt, aber iiihhh, ich stehe ja mal so gar nicht auf rohe Eier!!!! Kei hat mir noch Salz und Sojasoße drübergekippt, aber es wurde nicht besser. Ein teurer Preis für sieben Jahre längeres Leben 😛

Hier übrigens eine Antwort auf die Frage, warum ich weder ika noch tako mag:

Weil eklig!!! Deshalb!!!

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3 Antworten zu Wir waren in Hakone …

  1. Nori schreibt:

    Na, wenn das keine Aufforderung war, ins nächste Flugzeug zu steigen und mit dir das nächste heiße Bad unsicher zu machen….. Muäh, nur leider habe ich kein Geld dazu.
    Noch nicht, aber bis wir beide 35 sind, schaffen wir das sicherlich!
    Die Eier sehen ja wirklich grenzwertig aus. Ich steh ja auch auf halbrohe Eier auf dem Reis, aber das hier sieht selbst auf dem Foto nicht so doll aus. Wenigstens musst du erst in sieben Jahren das nächste essen, wenn du sicher am Leben bleiben willst. Also ist jetzt der glücklichste Moment für die nächsten sieben Jahre, weil bis dahin der nächste Verzehr eines solchen Eichens immer näher rückt…
    Viel Spaß!
    Mochte Kei seinen Gürtel?

    • nagarazoku schreibt:

      Oh ja, er mochte ihn und hat ihn seit er ihn ausgepackt hat nicht mehr abgelegt 😀 Da hab ich mich natürlich auch sehr gefreut ;D

      Ahahahahaha……. wir haben noch drei dieser schwarzen Pestbeulen im Kühlschrank liegen… ich glaub Kei kriegt jetzt jeden Abend eins zum Reis dazu ^^; Er ist Japaner, der überlebt mich sowieso, da machen ein paar Schwefeleier den Kohl auch nicht mehr fett :9

      Na, bis wir 35 sind haben wir noch eine Menge Zeit, das wird doch sicher mal klappen ;D

  2. Pingback: [Unterwegs] Eine Spazierfahrt durch Hakone | Ein Nagarazoku in Japan

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