[Um uns herum] Der Dainenji

Die Gegend, in der Kei und ich wohnen, ist zwar mit dem Bus nur 10 Minuten vom nächsten großen Bahnhof, dem Bahnhof Hiratsuka, entfernt, aber dennoch leben wir recht weit weg vom Schuss. Fußläufig ist bei uns tatsächlich nur wenig zu erreichen, und ohne Fahrrad wäre ich ganz schön aufgeschmissen. Aber trotzdem mag ich unsere Wohngegend, denn sie ist schön ruhig, und in einige Plätze um uns herum bin ich schon ganz verliebt (*^^*)

Einer davon ist ein Tempel, der Dainenji (大念寺), genau um die Ecke bei uns, wirklich keine zehn Schritte von unserem Wohnblock entfernt.

Er ist von einer hohen Mauer umgeben, die wahre Wunder wirkt: Zwar führt direkt an dem Tempel eine vierspurige Straße vorbei, auf dem Tempelgelände selbst hört man von den Autos und Lastwagen allerdings kaum noch etwas. Untermalung in Form von Autolärm macht sich beim Grabbesuch bestimmt auch nicht so bombig …  ^^;

Das ist das Hauptgebäude, in dem gebetet und gespendet wird. Das Gelände des Tempels ist recht groß und hinter dem Hauptgebäude befindet sich zusätzlich ein Friedhof … von dem es kein Bild gibt … weil Kei mir immer die Kamera aus der Hand schlägt, wenn ich sie in Richtung eines Grabes oder eines Friedhofes halte aus Pietät 😛

Es ist wirklich unglaublich ruhig auf dem Gelände – so ruhig, dass ich manchmal auf dem Rückweg von der Uni hier eine kurze Pause einlege, um zur Ruhe zu kommen, wenn der Tag mal wieder arg bescheiden war.

An den Photos erkennt man auch gut, wie neu das gesamte Gelände sein muss:

 

Übrigens hab ich mich früher immer sehr schwer damit getan, allein von der Optik her Tempel und Schreine zu unterscheiden. Dabei ist es eigentlich ganz einfach:

Auf dem Weg zum Schrein gibt es immer ein Tor, das torī 鳥居. Es stellt die Verbindung zwischen unserer Welt und der Welt der Götter dar und kann riesengroß oder, wie hier auf dem Photo, auch sehr klein sein. Das größte, das ich bisher gesehen habe, dürfte das am Meiji-Schrein in Tōkyō gewesen sein. Die torī können zudem in allen möglichen Farben vorkommen, wobei rot aber die typischste ist.

Zudem werden die gerade bei Touristen sehr beliebten Glücksbringer, die omamori お守り, an Schreinen verkauft, und auf ihren Geländen trifft man auf die miko 巫女, die Schreindienerinnen in traditionellen Gewändern, die die in Schreinen anfallenden Arbeiten verrichten und die Glücksbringer verkaufen. Sie lassen sich leider nur ungerne fotografieren und sind sehr gut darin, aus dem Bild zu springen 😛 Schreine gehören zum schintoistischen Bereich des Glaubens, daher werden viele Festlichkeiten für Kinder beginnend bei der Geburt an Schreinen begannen

Tempel verkaufen MEIST keine Glücksbringer. Dafür verfügen sie oft über einen angegliederten Friedhof. Der Tod gehört in Japan zum buddhistischen Glaubensbereich der Japaner und ist damit nicht mit den shintoistischen Schreinen, sondern mit den buddhistischen Tempeln verbunden.

Ansonsten kann man aber auch einfach auf die Namensschilder schauen, dann erkennt man leicht, ob es sich um einen Tempel (endet auf 寺 –ji)  oder um einen Schrein (endet auf 神社 –jinja oder 神宮 –jingū) handelt 😉

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4 Antworten zu [Um uns herum] Der Dainenji

  1. Nori schreibt:

    Das ist echt krass, wie neu das alles aussieht. Irgendwie fast unwirklich…

  2. nagarazoku schreibt:

    Und bei uns in der Nähe wird gerade noch ein neuer Schrein gebaut o.O Ich meine… solche Dinger werden doch nicht gebaut, zumindest jetzt nicht mehr! Die wurden zwar mal gebaut, aber si vor 2000 Jahren!!! Doch nicht jetzt! Jetzt sind die einfach da… schon immer 😄

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