[Unterwegs] The other side of the Kengakusai

Wer selbst einen Austausch an die Tōkai-Uni gemacht hat, wird sich selbst gut erinnern, und wer jemanden kennt, der einen Austausch an die Tōkai-Uni gemacht, wird die Geschichten inzwischen auch auswendig mitsprechen können. Ich rede vom Alptraum aller Tōkai-Austauschstudenten: dem Unigründungsfest, dem kengakusai 建学際 !

Wie haben wir es gehasst in all seiner Stressigkeit -.- Ich selbst hatte vor vier Jahren nicht einmal mehr die Energie, über den ganzen „Spaß“ zu schreiben, aber Ronja hatte sich in diesem und Simone sich in diesem Blogpost die Zeit und die Muse genommen, und ich habe da eigentlich nichts mehr hinzuzufügen 😉

Besucht man das kengakusai jedoch als Besucher selbst, bietet sich einem ein ganz anderes Bild. Und da heute der Tag der Kultur, bunka no hi 文化の日 und damit frei war, entschlossen Kei und ich, aus Nostalgie dem kengakusai einen Besuch abzustatten. Tabea, Winonah, Christoph und ein paar Japaner vom ehemaligen Staff aus unseren Wohnheimen waren auch da, und gemeinsam warfen wir uns ins Getümmel.

Ich wollte wirklich gern ein paar Photos von den einzelnen Ständen machen, aber an der Hauptstraße war es sooo voll – klar, Feiertag! – dass letztendlich alle Photos so aussahen:

Eigentlich ist das kengakusai eine Ansammlung von Fressbuden, die japanische Leckereien verkaufen, durchmischt mit einigen Buden von Austauschstudenten, die für ihr Land typisches Essen anbieten. Überall stehen Anwerber mit Schildchen, auf denen die Angebote des jeweiligen Ladens stehen, und versuchen einen an ihren  Stand zu brüllen. Die Anwerber gibt’s dabei von „normal“ bis recht eigenwillig gekleidet XD Was man nicht alles tut, um die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich und damit den Verkaufsstand zu ziehen 😛

Der Laden, der unser aller größtes Interesse hatte, war natürlich der Stand der derzeitigen deutschen Austauschstudenten. Ja, ihr Anwerber war ein übergroßes Pikachu. Nein, das war bei weitem nicht das bekloppteste Kostüm, das ich an diesem Tag gesehen habe XD Das war mit Abstand ein Herr, der nur in Schlüpper bekleidet durch die Mengen lief O_o

Der deutsche Stand dieses Jahr bot Nudelsalat, Maultaschen und Pfannkuchen (die runden, nicht die platten 😉 ). Alles gegessen, Maultaschen übrigens zum ersten Mal in meinem Leben XD In die Pfannkuchen hab ich mich so verliebt, dass auf dem Rückweg noch zwei in meine Tasche wanderten *yummy* Als ich den Deutschen an dem Stand erzählt, dass ich vor vier Jahren diesen „Spaß“ auch hatte, platze aus einer Dame die unterdrückte Wut der letzten Tage nur so heraus, und ich fühlte mich wieder so an uns erinnert – was haben wir damals geflucht XD Es gibt genau zwei Worte im Bezug auf mein Auslandsjahr an der Tōkai, die mir bis heute jegliche Gesichtszüge entgleisen lassen können, und kengakusai ist eines davon … (Das andere ist kyūdōka 弓道家, Bogenschützen – schaust du hier und hier). Aber ist man selbst Besucher auf dem Fest, sieht das alles gleich anders aus 😉

Auf unserem Rundgang habe ich mich in einen Stand ganz besonders verliebt: Dort verkauften Studenten ihre im Töpfer-Club selbstgetöpferten Sachen:

Es gab wirklich sehr schöne Gegenstände unter den angebotenen Sachen, und die Preise waren sehr günstig, wenn man weiß, was so etwas normalerweise kostet. Und da konnte ich natürlich nicht nichts mitnehmen XD

Ein Gefäß zum Erwärmen von sake 酒, japanischem Reisschnaps Sake, sowie zwei passende Trinkschälchen, und eine Teetasse, die mir aufgrund der tollen Farbe sofort ins Auge gesprungen ist 😀

Viel Spaß hatte ich auch wieder an den Werbetafeln, die die einzelnen Clubs der Tōkai an diesen Tagen aufstellen, denn das Kengakusai dient ihnen als eine Möglichkeit, sich dem geneigten Publikum vorzustellen und neue Mitglieder zu rekrutieren 🙂

Links ein Club mit irgendwas mit Live-Musik (manchmal erkennt man an den Werbeplakaten nicht unbedingt, um was für einen Club es sich handelt XD). Trotz des Namens Angela und der offensichtlichen Verwendung der Farben der deutsche Flagge hatte dieses Club mit Deutschland NICHTS zu tun XD Und dann haben wir rechts noch einen Gitarrenclub … was auch immer der Hund mit dem angeschraubten Knochen damit zu tun haben soll XD

Ob die Tōkai-Uni den Teezeremonie-Club damals schon hatte, als wir noch Austauschstudenten waren? Wenn ja, habe ich nie etwas davon mitbekommen O_o Den hätte ich ja schon gerne besucht! Aber gut, wir haben damals dann ja auf andere Art und Weise Teezeremonie gelernt – und wahrscheinlich mit sehr viel weniger Druck als in einem Universitäts-Club so herrscht XD

Ich habe das Steinchen mit dem Zickzack (das neben dem Dreieck und schräg über dem X) gezogen

In einem Raum, in dem sich die Nordeuropastudien vorstellten, wurde uns noch wahrgesagt. Ich hatte das gleiche Ergebnis wie bei meiner letzten Weissagung an einem Schrein: Die Masse an Problemen, die sich mir in nächster Zeit in den Weg stellt, muss ich durch tägliche Anstrengung Stück für Stück überwinden … … … Was soll denn da jetzt bitte noch kommen??? o.O Irgendwann ist doch mal gut!!! … Oder etwa nicht …?

Am Ende ging es noch aufs Dach des 1. Gebäudes. wo sich auch der Fuji die vernebelte Ehre gab 😉

Nach vielen Gesprächen, viel Umhergelaufe, Aus-dem-Weg-gespringe, wenn die Anwerber mal wieder allzu aufdringlich waren, und viel, viel Essen, machten Kei und ich uns dann auch langsam auf den Rückweg – wir waren noch bei seinen Eltern zum Abendessen und Tetsu-Knuddeln eingeladen 😀

Keis Papa ist leider erkältet, und somit werden wir am Wochenende wohl nicht nach Nikkō fahren, aber vielleicht das Wochenende darauf – je nach Wetter und Gesundheitszustand – aber spätestens im neuen Jahr 😀 Mal schauen, was wir am Wochenende dann als „Ersatzbeschäftigung“ finden 😉

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6 Antworten zu [Unterwegs] The other side of the Kengakusai

  1. Nori schreibt:

    WHOA, diese Teetasse!!! Einfach nur tolltolltoll.
    Du bemühst dich aber auch echt, mich leiden zu lassen mit deinen Einträgen. Das Kengakusai aus der entspannten Besucherperspektive, wie toll!

    Und dann auch noch diese Wahnsinnskatze!
    (Hat er schon mit Maruko dicke Freundschaft geschlossen? :)))

  2. nagarazoku schreibt:

    Da weder Tetsu aus seinem Haus noch Maruko aus unserer Wohnung zu bewegen ist, haben sich die beiden bisher noch nicht getroffen, aber wie ich den Angsthasenkater kenne, würde ich bei der kleinsten Bewegung von unserem Hamster das Weite suchen XD

    Ach ja, das Kengakusai war sooo natsukashii!! Wir hatten irgendwann als Sarah P. und Felix M. auch noch kurz da waren ganze 5 Generationen (!!!) von deutschen Tôkai-Austauschstudenten da … irgendwie kommen alle immer wieder zurück XD

  3. Tabea schreibt:

    Angela waren übrigens ziemlich cool, haben sie abends noch auf der Bühne gehört – hatten aber wirklich asolut gar nichts mit Deutschland zu tun. ^^

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