Soweit nichts Neues im Osten

Diese Woche hat das Einführungsprogramm der Keiō-Universität begonnen. Bedeutet für mich: Orientierungsveranstaltungen noch und nöcher. Viel Neues erfährt man dabei als jemand, der bereits einen Austausch in Japan hinter sich hat, wirklich nicht, aber Anwesenheit ist natürlich Pflicht. Eine Selbstvorstellung für jeden im Kreise von 108 Austauschstudenten, was dann schnell mal zwei Stunden dauert, auch. Ich bin zu alt für diesen Scheiß -.-‚

Gestern würden die Studentenausweise ausgeteilt, und eigentlich sollte ich auch die Unterlagen für das Studententicket erhalten. Eigentlich. Uneigentlich muss ich für mein Ticket den vollen Preis bezahlen, da das Forschungsstudenten wohl so machen müssen.  Na, danke! 300 € pro Monat nur für den Fahrschein, mein Konto freut sich jetzt schon.

Eine Campus-Tour auf Gruppen aufgeteilt gab es dann gestern auch noch. Dabei fand ich heraus, dass von allen 108 Stundenten gerade einmal sechs den Status eines Forschungsstudenten haben. Und nur zwei davon kommen nicht aus Korea oder China. Wir sind also eine echte Rarität hier XD Dementsprechend werde ich mit den anderen Austauschstudenten wahrscheinlich gar nicht so viel zu tun haben.

Als nächstes steht die Kurswahl an. Ich würde gerne zwei Kurse oder so belegen, um mir 10 Punkte im affinen Modul anerkennen lassen zu können. Allerdings werden hier nur Einzelveranstaltungen angeboten, keine Module, und auch die Punktevergabe verläuft anders. Zwei Leistungspunkte, egal, was man in dem Kurs gemacht hat. Egal ob Hausarbeit oder nur Referat. Für einen Kurs mit regelmäßiger Teilnahme, Referat und Hausarbeit gibt es an der FU aber bis zu 7 Leistungspunkte. Zudem weiß ich nicht, ob ich im affinen Bereich überhaupt Kurse belegen darf, die Japanbezug haben. Und jetzt ratet mal, wer mir da aus der Misere helfen könnte! RICHTIG. Frau B.-T., Beauftragte für die Masterstudenten. Und ratet mal, wer von mir schon eine E-Mail bekommen hat und nicht antwortet? Ach, ihr seid zu gut! Also auch an dieser Front nichts Neues. Macht ja nichts. Ist ja nicht so, dass ich nur noch zwei Wochen Zeit habe, um mich zu entscheiden. Da kann man sich mit so einer Antwort auch mal gepflegt Zeit lassen. Dabei hängt von dieser Antwort ab, wie ich mein Studium hier gestalte, denn ich habe zwei Möglichkeiten:

1) 10 LP für den affinen Bereich erbringen (an das Hauptstudium will ich mal gar nicht denken, von wegen Furz-Bolognia und international alles anerkennbar *rotz*), freiwillig ein, zwei Kurse Japanisch belegen und nebenbei an freien Tagen in der Bibliothek Recherche für meine MA-Arbeit betreiben. Das letzte Modul in Sozialwissenschaften muss dann neben dem Abschlussmodul und der MA-Arbeit, für die ja aber dann schon recherchiert wurde, belegt werden.

2) Ich pfeife auf die 10 LP (wahrscheinlich dann, wenn sie mir nicht angerechnet werden können) und lege meinen gesamten Fokus auf die MA-Arbeit. Zur Leistungsüberprüfung belege ich die Einheit „Freies Forschen“ unter Aufsicht meines Dozenten und recherchiere meine MA-Arbeit nicht nur, sondern schreibe sie auch gleich. Im 4. Semester wird dann an der FU alles belegt, was ich dieses Semester hätte machen müssen und im Anschluss meine MA-Arbeit im Höchstfall noch mal ergänzt oder mit neueren Daten gefüttert.

Jaaa, Frau B.-T., what to do???

Und heute bin ich dann auch noch für ganze 950 Yen (etwa 9 €) in die Uni gefahren, um mir ein Handbuch vorlesen zu lassen, das ich gestern Abend schon selbst durchgelesen habe. Ach ja, der Heimweg hat auch nochmal 950 Yen gekostet. Ist Japan nicht angenehm teuer? Und damit es sich so richtig lohnt, gibt es das erste Stipendium auch nicht, wie für ein September-Stipendium zu erwarten, im September, sondern erst am 15. Oktober. Nur dank Kei nage ich hier nicht am Hungertuch!!!

ABER, um mal hier nicht nur in Kotzarien zu verfallen:

Der Mita-Campus ist echt schön! Im Höchstfall halb so groß wie der Campus der Tōkai, aber mit schöneren Gebäuden, sehr sauber und die Mensa hat ganz akkurate Preise. Außerdem habe ich genau den Tōkyō Tower um die Ecke und kann ihn jetzt jeden Morgen begrüßen 😀

Mit meinem Bibliotheksausweis kann ich auch die Bibliotheken der Waseda-Uni nutzen und bezahle für Drucke und Kopien nur 5 Yen (das dürften so 5 Cent sein).

Weiterhin scheine ich eine der wenigen unter den Austauschstudenten zu sein, die kein Problem mit der Eröffnung eines Bankkontos für sein Stipendium hatte. Hm, VIELLEICHT, weil ich auf den Rat der Damen im International Center gehört habe und zur Mutsui Sumitomo Bank in der Nähe des Campus gegangen bin. Zitat aus der Orientierungsveanstaltung: „Die kennen das schon und kennen sich mit allem aus, was Konten für Austauschstudenten angeht. Da werdet ihr keine Probleme haben und braucht auch keinen Namensstempel. Bei anderen Banken gibt es manchmal Mindestlaufzeitdauern für Konten, da wird das dann schwierig.“ Einige sind da echt zur kleinsten Pupsbank bei ihnen um die Ecke gegangen und beschwerten sich nun, dass sie da einen Namensstempel brauchen würden oder die Laufzeit bei mindestens einem Jahr läge. Aber jeder wie er will -.-Ä Ich habe heute zumindest innerhalb von 30 Minuten mein erstes japanisches Konto eröffnet und freue mich auf meine erste Stipendienzahlung 😉

Dann war ich heute noch im Rathaus und bin nun endlich ein vollständig registriertes Alien.

Ich bin gespannt, was die nächste Uniwoche bringt. Vielleicht eine E-Mail von Frau B.-T. und damit die Antwort auf alle meine Fragen?… Neee, bleiben wir mal realistisch 😛

Ende Oktober findet an einem Wochenende übrigens DAS Deutschland gegen Holland der japanischen Hochschullandschaft statt: Die Keiō- gegen die Waseda-Universität im Baseball! Dafür werden alle Kurse am Sa gestrichen, damit die Studenten Zeit haben, ihr Team zu unterstützen. Wird ein dritter Spieltermin am Mo angesetzt, werden auch an diesem Tag alle Kurse gestrichen. Ach ja, Unisport XD

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2 Antworten zu Soweit nichts Neues im Osten

  1. nori schreibt:

    5 Yen sind weniger als ein Cent? Hehe, da hab ich wohl was beim Umrechnungskurs nicht mitbekommen…. :DDDD
    Schön wär’s, dann könnte ich viel mehr shoppen 🙂

    Schön, dass bei dir alles gut läuft!
    Dieser Post hat mir mal wieder bestätigt, warum ich kein unbezahltes Praktikum in Japan machen werde. Das ewige Fahren ist ja viel zu teuer. Und mal im Ernst: 300 Euro für eine Monatskarte? Es HACKT wohl!!!

    Viel Spaß beim Sportwettkampf, ich wünschte, ich könnte dabeisein 😀

  2. nagarazoku schreibt:

    Ah, du hast Recht, da hatte ich aber wohl einen großen Zahlendreher im Kopf XD Ist geändert ;D Aber DAS wäre mal ein Wechselkurs!!!!

    Ja, 300€ sind echt kein Pappenstiel, besonders nicht, wenn man weiß, dass man es eigentlich zum halben Preis bekommen kann -.-‚ Aber wir Forschungsstudenten sind halt in jeder Hinsicht eine Ausnahme….

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