T – 13 Tage

Ich weiß noch, wie ich vor meinem Japan-Aufenthalt vor inzwischen 4 Jahren ständig gefragt wurde, ob ich denn schon nervös sei. Meine Antwort war immer: „Nö, gar nicht!“ „Wirklich gar nicht?“, wurde oft ungläubig nachgehakt. „Du kommst doch da in eine total unbekannte Kultur! So in ein total fremdes Land! Also ich würde nervös werden!“ Kurzes Nachdenken meinerseits … „Nein, ehrlich, kein bisschen nervös!“ Ich weiß noch, dass ich es bis zu meiner Landung nicht wurde – und auch danach nicht.

Inzwischen werde ich nicht mehr gefragt, ob ich denn schon nervös sei in Anbetracht meines in weniger als zwei Wochen bevorstehenden Austauschsemesters. Denn ich war ja schon mal da. Mehrmals. Ein Jahr und zweimal zwei Wochen. Und ich habe ja auch meinen Freund dort. Warum also nervös sein?

Aber scheiße, ich bin es! Und ich weiß nicht warum! Ich freue mich auf Japan. Besonders freue ich mich auf die gemeinsame Wohnung mit Kei. Aber ich werde scheiße nervös, wenn ich an die Uni denke. Ist es, weil ich dieses Mal den Unialltag alleine bewältigen muss und nicht meine Freunde zur Unterstützung gleich ins Handgepäck gesteckt und mitgenommen habe? Weil sich „Forschungsstudent“ sehr viel gewichtiger anhört als „Sprachstudent“? Weil sich auch gleich die Keiō doppelt so wichtig anhört als die Tōkai? …

Ich weiß es nicht, aber würde ich dieser Tage gefragt werden, ob ich denn schon nervös sei, wäre meine Antwort ein dickes, fettes: „JA!!! Und wie!!!“

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