The Fossil of the Day

Ein anstrengendes Wochenende geht zu Ende. Ronja und ich vertraten auf einer Klimagipfel-Simulation für einen unserer Uni-Kurse Japan. Ziel: Eine Übereinkunft über ein Nachfolgeprotokoll zum Kyōto-Protokoll, welches ja 2012 ausläuft, zu erreichen. Ein harter Kampf stand uns also bevor.

Die Sessions liefen am Freitag von 16 bis 20 Uhr, am Sa von 9 bis 18.30 Uhr und am So von 10 bis 16.30 Uhr. Ich war nach dem zweiten Tag schon komplett matschig im Hirn. Wenn ich überlege, dass die echten Klimakonferenzen über zehn Tage laufen und was-weiß-ich-wie-viele Länder umfassen, und wir uns nur drei Tage lang mit 15 Ländern herumschlagen mussten … … … Eine Übereinkunft zu finden war trotzdem mehr als schwer, und ich bin sehr überrascht, dass wir es wirklich geschafft haben, alle drei Resolutionen zu verabschieden. Wahrscheinlich wollten alle Länder am Ende einfach nur noch fertig werden … wie bei den richtigen Konferenzen XD

Die japanische Delegation kann mit ihrem Ergebnis sehr zufrieden sein:

– Keine Weiterführung des Kyōto-Protokolls, sondern die Errichtung eines neuen Rahmens. Dieses Mal windet sich die USA da nicht raus!!!

– Atomenergie als Clean Delevopment Mechanismus (Die CDM erlauben es Industrienationen für Unterstützung, die sie Entwicklungsländern zur Verfügung stellen, Punkte zu bekommen, die sich auf ihre eigene CO2-Emission aufrechnen können, um so ihre CO2-Reduzierungsziel zu erreichen. Atomenergie war hiervon bisher ausgeschlossen, Japan spricht sich jedoch trotz Fukushima schon lange dafür aus, dass auch diese in diesen Rahmen aufgenommen werden sollte, denn Atomkraftwerke produzieren ja keine Treibhausgase.)

– Eine niedrigere Emissionsreduzierungsprozentzahl als angestrebt.

– Dabei kaum Zugeständnisse an die Entwicklungsländer.

Ein schandvoller Tag für uns als Personen, ein glanzvoller für die japanische Delegation XD Ehrlich gesagt hatte ich es mir ein wenig schwieriger vorgestellt für Japan einzutreten, besonders was die Atom angeht. Aber wenn man die Position seines Landes gut kennt, kann man leicht dafür einstehen ohne sich mit ihr identifizieren zu müssen. Außerdem fand ich gerade diese kontroversen Ambitionen Japans interessant an unserer Rolle. Und als „Belohnung“ gab es den „Fossil of the Day“-Award, der Ländern verliehen wird, die allzu rückständige Ansichten bezüglich der Klimapolitik vertreten. Wir waren also ein gutes Japan XD

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2 Antworten zu The Fossil of the Day

  1. Bastian schreibt:

    Als Japanologin darf man Kyôto auch ruhig nur mit einem Makron schreiben… 😉

  2. Nagarazoku schreibt:

    Als Japanologe darf man ruhig auch was anderes kommentieren, als eine in Eile verpatzte Umschrift 😉

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