O2 will mich unbedingt behalten

War es schon immer so nervtötend, Handyverträge zu kündigen? Ich habe doch schon einmal einen infolge meines ersten Austauschs nach Japan gekündet, und ich kann mich nicht erinnern, dass mir der Mobilfunkverein damals so sehr auf den Sack gegangen wäre. Aber damals war es, glaube ich, auch E-Plus.

Nun steht ab Mitte August ja mein zweiter Austausch nach Japan an. Logische Folge also: In Deutschland alles, was ich von Japan aus nicht benötigen werde, kündigen. Also auch meinen Mobilfunkvertrag mit O2 und meinen Internetvertrag, den es zu meinem O2-Stick dazu gab. Alles fristgerecht im Mai für den September beantragt. Aber O2 hat es offensichtlich nicht gerne, wenn man kündigt, egal aus welchem Grund.

Schritt 1: Es gibt da ein paar Punkte zu klären.

Drei Tage nach Absendung meiner Kündigung erhielt ich morgens in aller früh eine SMS mit dem Inhalt, man hätte die Kündigung erhalten, jedoch noch ein paar Fragen und ich solche mich doch bitte unter der folgenden Nummer melden. Fragen? Habe ich ein falsches Datum angegeben? Und warum um alles in der Welt muss das um 8.30 Uhr morgens sein? Um mich in aller Müdig- und damit Wehrlosigkeit zu erwischen? Egal, schnell hinter mich bringen, also angerufen. Die „paar Fragen“ waren dann nur eine Frage:

„Welchen Grund gibt es denn für ihre Kündigung?“

Okay, klar, Statistik und so, von mir aus. Ich erklärte also, dass ich ein Auslandssemester antrete und daher weder meinen Handy- noch meinen Internetvertrag für diesen Zeitraum benötige.

O2: „Aber das können Sie doch auch im Ausland nutzen, besonders das Internet. Das hat ab 50 € auch einen Kostenairbag.“

Ich: „Ja, vielleicht, aber ich hole mir lieber vor Ort einen Handyvertrag. Ich will mich nicht in Unkosten stürzen.“

O2: „Aber das Internet hat ja einen Kostenairbag, da können Sie sich nicht in Unkosten stürzen. Und es funktioniert ja auch im europäischen Ausland.“

Ich: „Ich gehe aber nicht ins europäische Ausland.“

O2: „Ach so, wo soll es denn hingehen?“

Ich: „Nach Japan.“

O2: „… Ja, da funktioniert das mit dem Internet nicht. Aber vielleicht entscheiden Sie sich nach ihrer Wiederkehr ja noch einmal für uns, das würde uns sehr freuen.“

Joa, vielleicht. Bis dahin fand ich es zwar schon etwas dreist, da es O2 ja eigentlich egal sein kann, warum ich kündige, solange es fristgerecht ist, aber da stand ich noch drüber.

Zwei Tage später fing dann an eine ominöse, noch sie gesehene Nummer an, mein Handy zu terrorisieren. Nachdem diese Nummer gefühlte 200 Mal als verpasster Anruf auf meinem Display erschienen war, schaffte ich es endlich mal, dranzugehen, und wer war es? Richtig: O2!

Schritt 2: Der Rückholanruf

Man wolle mich als Kunden nicht verlieren! Was könne man denn tun, damit ich bleibe? MICH AM ARSCH LECKEN! Ich erklärte dem Herrn höflich, dass ich ja seinem Kollegen schon erklärt hätte, dass ich kündige, da ich ins Ausland gehe, und meine Verträge dort nicht mehr brauche.

O2: „Und da gibt es nichts, was wir da tun können?

Ich denke: „Klar, ihr könnt meinen Letter of Acceptance abfangen, meinen Flug stornieren, meinen Flieger abschießen oder meine Datenbank in Japan um ein paar Morde erweitern, dann klappt’s vielleicht mit dem Hierbleiben.“

Ich sage: „Ich mache einen Austausch, was wollen Sie denn da tun?“

O2: „Gibt es kein Angebot, mit dem wir Sie umstimmen können?“

Ich: „ICH GEHE INS AUSLAND! Ich bin dann weg! Ich brauche dann hier keine Verträge, die mir nichts bringen! Und nein, Sie können dagegen nichts tun!“

O2: „Das ist schade, aber vielleicht entscheiden Sie sich nach ihrer Wiederkehr ja noch einmal für uns, das würde uns sehr freuen.“

Ääähhhmmm … Vielleicht nicht.

Aber damit soll doch nun alles durch sein, dachte ich mir. Jetzt nur noch die Kündigungsbestätigungen abwarten und fertig.

Schritt 3: Die halbe Kündigungsbestätigung

Diese hatte ich heute in meinem Briefkasten. Ja, nur eine halbe, denn sie bestätigte ausschließlich die Kündigung meines Handy-, nicht aber meines Internetvertrages. Aber mit ganz viel Herzschmerz. Und mit ganz viel Wunsch, dass ich mir meine Entscheidung noch mal überlege, ich kann mich auch immer melden.

Okay, also NOCH MAL anrufen, um zu fragen, ob ich für meinen Internetvertrag auch noch eine Kündigung erhalte.

O2: „Ja, die müssten (Wie ich dieses Wort liebe!) Sie demnächst erhalten.“

Ich: „Vielen Dank, das war’s auch schon.“

O2: „Ja, dürfte ich denn fragen, was Sie zu dieser Kündigung bewogen hat?“

Ich: „Nein, dazu habe ich mich bereits zwei Mal bei Ihren Kollegen geäußert, das muss reichen.“

Und damit habe ich aufgelegt.

Ich war bisher eigentlich immer sehr zufrieden mit dem Service von O2. Freundliche Mitarbeiter, meistens halbwegs kompetente Auskünfte (telefonisch zumindest sehr viel kompetenter als im O2-Shop), aber in letzter Zeit … Nicht nur, dass die Hotline bei O2 inzwischen kostenpflichtig ist (0,30€ pro Anruf kann ich nicht nachvollziehen, ging doch früher auch umsonst), jetzt wird man hier terrorisiert, wenn man sich sein Recht rausnimmt, zu kündigen. Und dann vernetzten die sich nicht mal? Ich sage Person A, dass ich in Japan bin und mir die ganzen Verträge gar nichts nützen, und muss das Person B dann noch mal erklären? Und dann noch Person C? Vernetzung? Austausch? Kundendatei???

So wenig Austausch unter den einzelnen Parteien kann ganz schön ins Auge gehen. Ich weiß nicht, wie gut es ankommt, wenn jemand den Anschluss eines verstorbenen Verwandten kündigt und dann echt so dreist genervt wird und das alles dreißig Mal erklären soll. Nee, O2, schickt mir mal die andere Hälfte meiner Kündigungsbestätigung und dann ist auch erst einmal gut mit euch!

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2 Antworten zu O2 will mich unbedingt behalten

  1. nagarazoku schreibt:

    Bei O2 kann man das leider nur für Angebote abstellen, jedoch nicht für Service-Anrufe. Ich find das echt nervig! Wäre es was Wichtiges, okay, aber so fühlt man sich echt belästigt!

  2. nori schreibt:

    Klingt ja furchtbar.

    Bei mir ging das damals bei T-Mobile, dass man in seinem Online-Konto angibt, ob man telefonisch von denen bzgl. Angeboten etc. kontaktiert werden darf und soll.
    Da hab ich das auf „Nein“ gestellt. Als ich dann gekündigt habe, hab ich damit gerechnet, dass ich trotzdem diese nervigen Anrufe bekomme. Hab ich aber nicht. Das rechne ich T-Mobile tatsächlich hoch an. Aber ich sag dir, das ist jetzt mit meinem PrePaid-Handy echt super. Ich lade es ab und an auf und ansonsten lässt man mich einfach nur in Ruhe.
    Herrlich.

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