… Verarscht!

Um den blöden Jetlag endlich loszuwerden, beschlossen Kei und ich heute halbwegs früh aufzustehen und nach Yokohama zu fahren, denn da sollte es einen deutschen Weihnachtsmarkt geben. Das wollten wir uns mal aus der Nähe anschauen.

Ich hatte echt vergessen, wie anstrengend es ist, in Japan unterwegs zu sein. Und wie teuer. Und wie lange das Ganze dauert. Nach 1 1/2 Stunden waren wir endlich in Yokohama und uns hing der Magen aber auch gleich so in den Kniekehlen, dass erst einmal was zu futtern her musste. Tada:

Aaah, war das lecker! Jetzt weiß auch wieder, wo meine Essenskrise während des Austauschjahres herkam: Die Tōkai-Uni hat mir die Verpflegung einfach selbst überlassen und mich nicht jeden Tag in ein schickes japanisches Restaurant ausgeführt! 😛 Da Kei der japanische Coupon-König ist, war das Ganze auch noch echt billig. Zum Dank habe ich ihn gleich mal volle Kanne blamiert, als ich der Kellnerin ein pampiges „Warum?“ entgegenknallte, als sie mich bat, die Schuhe auszuziehen XD Ja, ja, das letzte Mal schickes japanisches Restaurant in Japan ist halt auch schon eine Weile her ^^;

Gestärkt ging es dann Richtung Weihnachtsmarkt. Unterwegs wurde es richtig natsukashii, denn wir kamen an aus meinem Austauschjahr wohl bekannten Orten wie dem Bücherladen Tsutaya mit integriertem Starbucks, natürlich dem Landmarktower, dem Landmark-Plaza mit DEM Alptraum japanischer Mütter, dem Pokémon-Center, und dem großen Riesenrad mit Uhrzeit vorbei auf unserem Weg zu den Aka-Renga 赤レンガ, wo der Weihnachtsmarkt stattfinden sollte.

Zum Weihnachtsmarkt sage ich vorweg: Verarsche!

Dass Japaner ein halbwegs gespaltenes Verhältnis zu Weihnachten haben, wusste ich ja. Man nimmt sich, was einem gefällt, entreißt es dabei komplett dem Kontext, kitscht es auf und feiert dann einmal im Jahr etwas, dass Japaner Weihnachten nennen (von dem sie übrigens glauben, dass es der Geburtstag des Weihnachtsmannes ist), vor dem jeder Deutsche aber schreiend davonrennt. Und genau diese Gestalt hatte dann auch der „Weihnachtsmarkt“. Zu erst einmal war er winzig, fünf Buden oder so, wenn es hochkommt. Dazu gab es noch eine kleine Schlittschuhbahn, die aber mit Eintritt und Schuhen 10€ gekostet hat. Und da wir ja das Problem von europäischen Füßen in japanischen Schuhen kennen, hab ich für den Preis gleich erstmal Abstand davon genommen.

Der Rest war ein großer Witz. Deutscher Weihnachtsmark? Der Dresdner Weihnachtsstollen und ich waren das einzige, das von sich behaupten durfte, aus Deutschland zu kommen! Es war eher ein „Kommt und kauft, esst und trinkt teures Zeug von dem wir behaupten, es komme aus Deutschland“-Spektakel. „Deutsches“ Bier, Brezeln, Schokobananen, anderen Süßkram … es hätte mich nicht gewundert, wenn es Lederhosen Made in China zu kaufen gegeben hätte.

Das war der gesamte (!!!) Weihnachtsmarkt. Mehr gab es nicht.

Ein Stand verkaufte Glühwein für 600¥ ohne und 800¥ mit Schuss (etwa 6 € und 8 € o.O). Tja, und was macht das Nagarazoku? Drauf reinfallen und zwei Becher kaufen. Zum Glück ohne Schuss, aber immerhin trotzdem 12€. Und was soll ich sagen? … Glühwein? Ihr wollt mich wohl verarschen??? Das Zeug hat geschmeckt, als wäre darin eine Packung Gummibärchen ertrunken oder als hätte man Cola im Topf erwärmt und dann wäre darin noch ein Gummibärchen ertrunken. Es. war. so. eklig!!! Am liebsten hätte ich dem Verkäufer das Zeug ins Gesicht gespuckt!!!

Zum Glück sind wir nicht nur wegen des Weihnachtsmarkts nach Yokohama gefahren. Dann hätte ich denen da die Buden auseinandergenommen und mir mein Fahrtgeld aus ihren Kassen zusammengesammelt 😛 Aber das ist ja wohl mal die Verarsche des Jahrhunderts! Da hat ja das Oktoberfest, auf dem wir damals am gleichen Ort waren, mehr geboten. Da standen wenigstens ein paar Deutsche auf den Bühnen und an einigen Buden. Aber hier?

Warum wir sonst noch nach Yokohama gefahren sind: Kei hat für uns Eintrittkarten für Disney Sea gekauft!!! \(^o^)/ Da soll es dann morgen in aller Früh hingehen. Die Hinfahrt wird anstrengend, aber für den Abend hat uns Kei in ein Hotel eingemietet v(^^) Auf Morgen darf sich also in aller Manier gefreut werden *tanz*

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4 Antworten zu … Verarscht!

  1. sunflower173 schreibt:

    Du kannst dir gar nicht vorstellen, wie sehr ich dich um deinen Aufenthalt in Japan beneide!!! ;_; Wenn man liest, was du so machst, kommen einem echt sämtliche Erinnerungen an das Austauschjahr hoch. Bin gespannt, wann ich es mal in den fernen Osten schaffe. ^.~
    Viel Spaß im Disney-Sea! Hau ordentlich auf den Putz und poste Fotos! Ich trink dafür eine Tasse Glühwein extra für dich mit. ;P

  2. Tabea schreibt:

    Dachte mir schon, als ich vor ein paar Tagen diesen (http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-pacific-12015652) Bericht gesehen habe, dass das alles da recht steril und unweihnachtlich aussieht. Aber es scheint ja noch schlimmer gewesen zu sein. oO

    Und… Pokémoncenter! *__*

  3. nagarazoku schreibt:

    @Tabea
    Der Bericht ist ja wohl mal die Oberverarsche 😛 Wir zeigen alles nur von einer Seite, dann sieht man nicht wie klein und doof unser Weihnachtsmarkt eigentlich ist. Dann darf nochmal der einzige auslänsiche Verkäufer bei uns das Gesicht in die Kamera halten und Tada: Winter-Wonderland-Verarsche 😛

    @Simone
    Das werde ich tun XD

  4. Pingback: Die letzten Tage… « Ein Nagarazoku in Japan – 在日のナガラゾク

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