Unifrust

Ich muss es einfach mal hier an dieser Stelle loswerden: Die Uni nervt! Und das finde ich sehr schade, denn ich hatte mich mehr als nur auf ihren Beginn gefreut. Aber das gesamte Semester verläuft einfach so unprofessionell und chaotisch, dass ich kurz davor stehe, einige Kurse komplett zu schmeißen. Kann ich aber eigentlich nicht, sind ja Pflicht! Fangen wir mal am Anfang an:

Norwegisch: Ich rief extra im Büro an, um zu erfahren, wann denn die erste Stunde beginnt. Nein, noch nicht in der ersten Woche, da wäre der Montag auf jeden Fall frei, sagte man mir. Wie gesagt, tat ich es dann auch, machte den Montag frei, nur um eine Woche später zu erfahren, dass der Kurs SEHR WOHL statt gefunden hatte. Mit einer Stunde und einer Menge Informationen (besonders zum Ablauf und zur Planung) weniger mussten wir also unseren Norwegisch-Kurs starten. Okay, kann man alles aufholen, ist aber ärgerlich.

Praktische Übungen: Streberhaft warteten wir da in der ersten Stunde auf Frau U., nur um gesagt zu bekommen, dass diese noch in Japan wäre und der Kurs somit zwei Wochen später anfangen würde. Ach, kein Problem, steh doch gerne zwei Stunden früher auf als gemusst. Wäre ja auch nicht so, dass wir eine E-Mail-Liste hätten, über die man das hätte mitteilen können. Und ach ja, an einem Samstag würde Frau U. die zwei verpassten Stunden dann gerne nachholen. An einem Samstag – sicher. Aber heute dann mit der Moralkeule im Unterricht stehen: „Bitte versuchen Sie, nicht krank zu werden, damit stören Sie den Unterrichtsablauf.“ Ja klar, aber sie stört den Unterrichtsablauf natürlich nicht, wenn sie zwei Wochen zu spät kommt. NEIN, sie ist ja nur die Dozentin.

Politikwissenschaften: Diese Vorlesung ist von Anfang bis Ende eine Farce. Unser Dozent ist erkrankt, weshalb die erste Vorlseung verkürzt, die zweite gar nicht (Was uns natürlich auch erst vor Ort mittgeteilt wurde – Computermitteilungen sind ja auch immer so unpersönlich!), die dritte zusammengefasst, die vierte von einem Dozenten mit Migräne und die fünfte dann heute recht uninformativ statt gefunden hatte. Der 1000-Seiten dicke Reader, der zu bearbeiten ist, macht die ganze Sache nur noch schlimmer. Während alle anderen Studierenden einen erklärenden Kurs zu den Texten haben, dürfen wir Beifach-Studenten zusehen, wie wir nur mit der verhunzten Vorlesung und allein mit den Texten klarkommen. Auch kein Problem! Politische Texte – mein Steckenpferd! Die heutige Dozentin schlug vor, man könne ja versuchen, einen Dozenten für ein erklärendes Tutorium für uns zu gewinnen – Schöne Idee, aber es wird sicher an der Umsetzung scheitern. Mal davon abgesehen, dass wir Beifach-Studenten IMMER über den Rand geschoben werden und eigentlich niemand über uns Bescheid weiß – ey, wir sind wie die Schulgeister! – WIE in Gottes verdammten Namen soll ich diese Klausur schaffen??? Vorlesung scheiße, Texte ZU VIEL für ein BEIfach (es soll nebenBEI laufen, deshalb BEIfach), bei mir absoluter Leerlauf im Hirn – ich sehe schwarz.

Auch die fachbezogenen Kurse haben mich bisher nicht unbedingt vom Hocker gerissen. Der eine vermittelt zumindestens Techniken für Historiker, aber wenn der Herr dann anfängt am spezifischen Beispiel Indiens oder so zu erklären, versteh ich auch nichts mehr. Von dem anderen Kurs ganz zu schweigen. Da reden wir gerade über Warlords – vielleicht interessant fürs Allgemeinwissen, aber ich soll doch mal irgendwann ein Spezialist auf meinem Gebiet sein! Und wenn es nach mir geht für Japan!

Mann oh mann, da verplempert man seine Zeit mit unwichtigem Kram, wo der wichtige Kram bereits an die Tür klopft: JLPT, abzugebende Hausarbeiten, Abschlussarbeiten … Ich weiß gar nicht, wo ich all die Zeit dafür hernehmen soll. Aber wie heißt es so schön: „Das macht nichts, das kann ich auch.“ In diesem Sinne setz ich mich doch gleich mal an meine Aufgaben. Schönen Abend noch!

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