Vom stressigen Rückflug und Eingewöhnungsschwierigkeiten

Am 14.08. um 22 Uhr ging mein Flug Richtung Deutschland. Keis Eltern spendierten mir die Tickets für den Narita-Express und brachten mich bis zum Abfahrtsbahnhof, so dass sich die Fahrt nach Narita als recht angenehm und problemlos gestaltete. Allerdings fiel mir der Abschied am Flughafen mehr als schwer. Ich hatte mein Leben in Japan in der letzten Zeit doch recht lieb gewonnen, noch viele Plätze entdeckt, die ich besichtigen wollte, und vor allem wenig Lust mir einen neuen Alltag in Deutschland aufbauen zu müssen. Einziger Trost: Schon einen Tag nachdem ich landen würde, würde auch Kei nach Deutschland kommen. Und natürlich wollte ich auch Familie und Freunde nach langer Zeit endlich wiedersehen.

Der Flug allerdings war einfach nur scheiße! Die Klimaanlage war auf gefühlte -17 Grad eingestellt, wir hatten so heftige Turbulenzen, dass ich nicht auch nur eine Minute schlafen konnte und mich einmal übergeben musste, und der nette Steward kippte mir ’ne Ladung Kaffee auf meine weiße Jacke, die ich dann auf dem Flugzeugklo beseitigen konnte. Ich fror die ganzen Zeit und werde mir, so wie ich mich gerade fühle, eine dicke Erkältung eingefangen haben >_<

In Paris angekommen, wollte ich einfach nur nach Hause. Aber nichts da! Aufgrund eines Defekts am Flugzeug starteten wir mit 4 Stunden Verspätung. Es gab keine öffentlichen Telefone, so dass ich meinen Eltern, die die gesamte Zeit in Berlin am Flughafen warteten, nicht einmal Bescheid sagen konnte. Und als Entschädigung gab es ein trockenes Croissant und einen wässrigen Joghurt. Damit steht meine Entscheidung mehr als fest: NIE WIEDER AIR FRANCE!!! Mein Koffer war dann übrigens auch der letzte der vom Band plumpste -__-

Die Begrüßung am Flughafen dann aber verlief mehr als herzlich. Meine gesamte Familie plus Hunde waren da, und auch Katja und Willy waren gekommen, obwohl ich leider nur ganz wenig Zeit für sie hatte, da mein Papa noch arbeiten musste -.-

Den restlichen Tag krepelte ich so vor mich hin, bevor ich dann Abends gegen 22 Uhr ins Bett fiel … um dann um 4 Uhr morgens wieder hellwach zu sein. Na ja, nach japanischer Zeit 11 Uhr morgens, also für meinen Körper ganz normal. Mein Jet-Lag gestaltete sich ordentlicher, als erwartet. Unglaublich nervige Schlafzeiten, ständig flaues Gefühl im Magen, mangelndes Hungergefühl und absolute Verwirrtheit. Heute scheint es sich aber langsam eingependelt zu haben.

Am 16.08. kam dann Kei nach Deutschland und meine Familie und ich holten ihn in Tegel ab. Bei ihm verlief zum Glück alles reibungslos. Auch er leidet ordentlich unter einem Jet-Lag und wohl einer kleinen Erkältung, daher haben wir ihn bisher nur den Erholungspark gezeigt. Aber sobald es uns besser geht, folgt mehr!

Ansonsten hab ich doch stärkere Eingewöhnungsschwierigkeiten, als erwartet. Ich bin erschrocken über das ganze Graffiti, das man überall sieht, rege mich über jeden unfreundlichen Verkäufer auf, bin erschrocken über uns Deutsche (Wer hätte gedacht, dass wir so viele übergewichtige und besonders ungepflegte Menschen hier haben? In Japan sieht jeder aus wie aus dem Ei gepellt, da ist man das nicht mehr gewohnt. Und laut sind die Menschen hier, das glaubt man kaum!), warte darauf, dass sich die U-Bahn-Tür von allein öffnet, nur um dann von rechts angeschnauzt zu werden, dass ich doch endlich mal den scheiß Knopf drücken solle … Nur ein paar Dinge, die mich hier doch etwas verwirrt haben. Wer hätte gedacht, dass einem so vieles nach gerade einmal 11 Monaten so seltsam erscheinen kann, was einem davor doch so normal erschien? Mein Magen reagiert auch noch irgendwie seltsam aufs deutsche Essen, was ich sehr schade finde, da ich mich gerade darauf ziemlich gefreut hatte. Ich muss mich wohl an einiges erst wieder ganz langsam gewöhnen.

Ich muss ehrlich zugeben, dass ich die ersten Tage ordentliches Heimweh nach Japan hatte, aber das ging mir ja damals in Japan auch nicht anders, dementsprechend bin ich ganz zuversichtlich, dass sich das in der nächsten Zeit legen wird!

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2 Antworten zu Vom stressigen Rückflug und Eingewöhnungsschwierigkeiten

  1. Tabea schreibt:

    Wow, das hört sich ja echt nach nem beschissenen Flug an. o__O
    Und ja, die Eingewöhnungsschwierigkeiten sind irgendwie heftig, ne? Trotzdem willkommen (zurück) an dich und Kei! ^-^

  2. fressschnegge schreibt:

    Na jetzt bist da schon wieder ein bisschen hier und hast ja auch den Kei zur Eingewöhnung mit dabei! Wie gefällts ihm in Deutschland/ Berlin?
    Mach dir ne schöne Zeit mit ihm! ^^

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