[Unterwegs] Where Dreams Come True

Ich hatte ja aufgrund meines akuten Geldmangels schon gar nicht mehr daran geglaubt, dass ich es hier nach Disneyland schaffen würde. Und ich hatte mich darüber auch unglaublich geärgert: Da liegt Disneyland mit der Bahn gerade einmal anderthalb Stunden von mir entfernt, und ich komm trotzdem nicht hin *grummel* Dachte ich zumindest, bis mir die Mama von Kei eröffnete, sie wolle mir und Kei als so eine Art Abschiedgeschenk die Karten für Disneyland spendieren. Juhuuuuuuuuuuuuuuuuu!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Und am 10.08. war es dann soweit: In aller Frühe (wir wollten gegen 9 Uhr morgens ankommen) machten wir und auf nach Disneyland. Mit dem Wetter hatten wir echt Glück: Es war super bewölkt. So sind die Bilder, die ich gemacht hab, zwar alle etwas dunkel geworden, aber wenigstens hab ich es so gut den gesamten Tag in Disneyland ausgehalten, ohne einen mittelschweren Sonnenstich zu bekommen.

Das Disney Resort in Japan in der Präfektur Chiba 千葉 besteht aus zwei Komplexen: dem traditionellen Disneyland und dem seit 2001 bestehenden Disney Sea. Mit über 17 Millionen Besuchern pro Jahr ist das Disney Resort in Japan der meistbesuchte Vergnügungspark der Welt.

Bei der Wahl, welchen der beiden Komplexe wir nun besuchen würden, entschieden wir uns dann für Disneyland, denn ich wollte unbedingt Cinderellas Schloss sehen. Disney Sea wird dann nachgeholt, wenn ich wieder mal nach Japan komme.

Tōkyō Disneyland ist ein riesiger Komplex unterteilt in verschiedene Themenbereiche. Überall gibt es einen Haufen Attraktionen, viele Restaurants und noch mehr Geschäft mit allem Nötigen und Unnötigen von Disney. Absoluter Trend waren Ohren von Disney-Charakteren, und nicht nur fast jede Frau in Disneyland trug sie, nein, auch zumindest jeder fünfte Mann.

Auf dem Gelände selbst ist wirklich alles mit absoluter Liebe zum Detail gestaltet. Es hat richtig Spaß gemacht, durch die verschiedenen Bereiche zu laufen und die ganzen Kleinigkeiten zu entdecken. Hier mal nur ein paar Eindrücke (Und wie gesagt: bewölkt = Photos sind leider sehr dunkel 😦 ):

 

Eine Horde von Putzleuten sorgt den gesamten Tag dafür, dass Disneyland vor Sauberkeit nur so blitzt. Und tatsächlich habe ich den ganzen Tag nirgendwo auch nur ein Kaugummipapier herumliegen sehen. Japanischer Service ist ja generell sehr gut und japanische Verkäufer immer freundlich, und ich hätte nie gedacht, dass das auf irgendeine Art und Weise überboten werden könnte, aber Disneyland hat es geschafft. Jeder der Angestellten gab einem das Gefühl, dass die bloße Anwesenheit des Kunden das wirklich Allerbeste war, dass ihnen im Leben passiert war 😀 Da könnte ich mich echt dran gewöhnen!

Disneyland machte an diesem Tag gar keinen so vollen Eindruck, da die ganzen Wege recht leer waren. Allerdings wurde man eines besseren belehrt, wenn man sich dann für Attraktionen anstellte. Wartezeiten von 15 – 90 Minuten o.O Und das für im Höchstfall 5 Minuten Spaß? Für das Problem hat sich Disneyland aber ein recht praktisches System einfallen lassen. Alle zwei Stunden kann man sich mit seinem Eintrittsticket einen so genannten „Fast Pass“ für eine bestimmte Attraktion ziehen. Man kommt dann zu der Zeit, die auf dem Pass steht (ein Zeitfenster von einer Stunde) zu der Attraktion zurück, kann sie durch einen gesonderten Eingang betreten und wartet so im Höchstfall fünf Minuten. In der Zeit, bis das Zeitfenster „aufgeht“, kann man sich dann an anderen Attraktionen anstellen. Bisher kann man sich zwar nur an den Attraktionen mit der größten Beliebtheit ein Fast Pass ziehen, aber es ist echt praktisch und auf diese Weise haben Kei und ich alle Attraktionen geschafft, mit denen wir fahren wollten! Hätte ich zwischendurch nicht gedacht.

Eigentlich hätte ich ja auch noch gerne ein gemeinsames Photo mit irgendeinem Disneycharakter geschossen, aber die stehen anscheinend nur nach Anstehen zur Verfügung. Und da ich keinen Bock hatte, zwei Stunden auf ein Photo zu warten, schoss ich halt von Weitem welche 😛 Sobald man das Gesicht des Charakters sehen konnte, handelte es sich bei den Mitarbeitern übrigens ausnahmslos um Ausländer 😉

Über den Tag verteilt fanden mehrere Shows und am Abend dann eine wunderschön Lichterparade statt. Und nach der letzten Parade beobachtete ich noch ein Phänomen, das man so wohl nur in Japan vorfindet: Mitbringsel einkaufen. In Japan gibt es den Brauch, wenn man irgendetwas Besonderes unternommen hat – Reise, Vergnügungspark und Co. – jedem, aber auch wirklich jedem, den man kennt oder dem man davon erzählt hat, eine Kleinigkeit mitzubringen. Was das kosten muss! Alle Japaner stürmten nun also gleichzeitig in die Mitbringsel-Akarden und lieferten sich eine Schlacht um die besten Mitbringsel. Warum hatten die nicht schon über den Tag welche gekauft? Würde ja stören, dann lieber alles am Abend. Wie ihr meint 😛 Einige Japaner liefen mit so vielen Tüten rum, dass sie gestapelt größer wären als ihr Besitzer o.O Ein wahrscheinlich doch sehr teurer Brauch.

Disneyland schloss gegen 22 Uhr seine Pforten, und so mussten wir uns – obwohl ich wirklich kein Stück wollte, der Tag war einfach zu schön und das Gelände gefiel mir einfach zu gut – auf den Heimweg machten *schnief* Ich möchte wirklich, wirklich gerne noch einmal hin. Ein Ticket kostet rund 35€, also verschmerzbar. Es gibt übrigens Jahrestickets für rund 270 € – aber da muss man schon mindestens alle zwei Monate hin, damit sich das lohnt, und dann wird’s ja auch irgendwann langweilig XD

Auf der Rückfahrt verpassten wir natürlich den letzten Bus und mussten noch eine halbe Stunde nach Hause laufen. Insgesamt waren wir 18 Stunden (!) auf den Beinen, bevor wir uns in unser Bett hauen konnten. Mein linker Fuß hat es mir auch gleich gedankt, indem er bis heute morgen ordentlich weh getan hat …

In dieser Hinsicht: Disneyland, ich komme wieder!

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4 Antworten zu [Unterwegs] Where Dreams Come True

  1. Bastian schreibt:

    Man, ne halbe Stunde laufen mit Deinem Schatzi… das ist doch wohl keine Qual! 😀

    Am besten von den Disney-Charakteren hat mir der Klapperstorch aus „Dumbo“, der gleich neben dem Aschenputtel steht… ich versteh nur nicht warum der ne Kamera in der Hand hat. Und Du hast Unrecht, schließlich wird dieser Charakter ja wohl offensichtlich von einem Japaner verkörpert!

    😀

  2. nagarazoku schreibt:

    Nö, eigentlich mach ich das gern, aber nicht, wenn ich vorher schon 15 Stunden gelaufen bin 😉

  3. Pingback: The last days in Japan – Disneyland « Ein Nagarazoku in Berlin

  4. Pingback: Alle Jahre wieder | Ein Nagarazoku in Japan

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