Zimmerübergabe mit nervigen Hindernissen

Aus unserem Wohnheim ausgezogen bin ich ja schon letzte Woche Freitag. Zurück zum Putzen musste ich dann allerdings doch noch ein paar Mal. Ein Mal am Dienstag. Da war unsere Oma-Hausmeisterin da und hatte auch gleich eine Bitte an mich. Sie kam bis zu mir ans Zimmer, um mir zu sagen, dass ich ja noch den Kühlschrank abtauen müsse. Kein Problem, hatte ich eh vor. Ich sagte ihr, ich würde eine Schüssel reinstellen und das Ding abtauen lassen, solange ich da bin. Nein, nein, das würde nicht gehen, bekam ich da zu hören. Ich müsse den Kühlschrank auf den Balkon stellen und ihn da abtauen. Okay, erstens ist dieses Ding für seine winzige Größe scheiße schwer und zweitens ist es für ein Elektrogerät wahrscheinlich nicht so gut, bei dieser Hitze draußen zu stehen. Alles egal, ich durfte mich mit dem Ding abmühen, brach mir fast den Rücken und die Oma stand neben mir und schaute zu. Danke!

Gestern kam ich dann noch mal ins Wohnheim, um den ganzen Rest zu erledigen. Und seltsamerweise war schon wieder die Oma da. Und sie sollte mir an diesem Tag noch gewaltigst auf die Nerven fallen.

Alle Sachen, die wir für die Leute nach uns lagern wollten, mussten ins Zimmer 301 geschleppt werden. Mit den Kisten kam ich ja noch ganz gut klar, aber für den Kühlschrank bat ich dann doch Martin, mir zu helfen. Alleine hätte ich das nie geschafft. Martin bekam dann auch gleich eine Sondergenehmigung zum Zimmerbetreten im Frauenknast der Tōkai, und in Begleitschutz der Oma schaffte er den Kühlschrank ins Zimmer 301. Und da fing es dann an. Die Oma sah das ganze Zeug, das wir für unsere Nachkömmlinge lagern wollten, und sagte die ganze Zeit nur: „Das ist viel zu viel. Also so viel können sie hier nicht lagern. So was (Medizin) dürfen sie hier eigentlich nicht lagern. So was (Hefter und Stifte) eigentlich auch nicht.“ Auf meinen Hinweis hin, dass etwa 70% des Zeugs von den Leuten vor uns stammt und die das ja auch lagern durften, meinte sie, sie würde dann für dieses Mal ein Auge zudrücken, knöpfte uns aber das gelagerte Speiseöl ab, da das ja Essen wäre und das dürfe man nicht lagern. Mir egal, für mich war die Sache damit erledigt. Ich haute mich mit Martin noch zum Quatschen in die Lobby, da kam auf einmal eine Durchsage: „Frau J., Sie müssen noch ihr Bettzeug abgeben!“ Ich hatte noch 4 Stunden, bevor ich aus diesem Wohnheim raus musste, und bei jedem anderen hat es gereicht, wenn er dem Hausmeister das Bettzeug 5 Minuten vor Abfahrt vor die Tür warf. NEIN, ich muss es 4 Stunden vorher abgeben. Genauso wie ich die einzige war, der der Router innerhalb der Frist abgeknöpft wurde. 2 bis 3 Tage vor Abfahrt. Die Russinnen wollten am nächsten Tag abfahren und hatten ihn trotzdem immer noch. Mir wurde er während er Kühlschrankaktion gleich mal abgeknöpft *grummel*

So, Bettzeug abgegeben, dann wird sie endlich Ruhe geben, oder? Denkste! Die Hausmeistern kam noch mal in die Lobby, um sich zu vergewissern, dass ich auch WIRKLICH gegen 18 Uhr abfahre, und dann noch einmal, um mir zu sagen, dass ja eine Flasche des Speiseöls noch nicht angebrochen wäre, wir das lagern dürften und sie diese Flasche dann jetzt ins Zimmer 301 stellen würde. MACH DOCH WAS DU WILLST!!!

Martin machte sich gegen 15 Uhr ab und ich tingelte zum Conbini, um mir was zu essen zu besorgen. Als ich zum Essen ins Wohnheim zurückkam, dann sie nächste Überraschung: Die Oma hatte sich mit den anderen Hausmeistern beratschlagt und es wäre doch zu viel, was da in Zimmer 301 gelagert werden würde, ich möge bitte aussortieren. Ich hatte da schon so die Faxen dicke, dass ich einfach alles, was ich schön und ordentlich auf kleine Pakete verteilt hatte, in ein großes warf OHNE irgendwas auszusortieren und dann die leeren Päckchen wegwarf. Das schien ihr zu reichen. Und da sie auch gerade oben war, wollte sie dann auch gleich mal mein Zimmer kontrollieren. Toll, da war ich auch wieder die Einzige! Egal, hatte ja nach meinen Möglichkeiten alles sauber gemacht. Mit den Regalen und Ablagen und so war sie auch ganz zufrieden, aber der Boden sagte ihr so gar nicht zu. Ich möge doch bitte saugen. Ich erklärte ihr, dass ich das bereits getan hätte, aber da der Staubsauger hier eigentlich NIE sauber gemacht wird und sich da wahrscheinlich der Dreck von 20 Jahren drin tummelt, sah der Boden natürlich nicht unbedingt aus wie geleckt. Okay, dann möge ich bitte den Besen benutzen. Zur Info: Unser Besen ist alt, kaputt und die Borsten stehen schief. Also nein! Nach einer kurzen Diskussion machte mir die Oma dann den Staubsauger sauber (seh ja gar nicht ein, dass ich das machen muss) und ich saugte ganz brav unser Zimmer. Das gefiel dann auch der Oma. Und zwar so gut, dass sie mich bat, doch bitte auch das Zimmer 301 zu saugen, da das die anderen Mädels wohl vergessen hätten. Auf meinen Hinweis hin, dass das erstens nicht mein Zimmer wäre und die anderen Mädels das zweitens sicher gemacht hätten, wahrscheinlich nur das gleiche Problem mit dem Staubsauger hatten, bekam ich als Antwort: „Aber ihr Deutschen seid doch untereinander alle Freunde!“ Leck mich doch an meinem kleinen, pelzigen Hintern! Also auch noch Zimmer 301 gesaugt! Mädels, ihr könnt mir so die Füße lecken, wenn ich nach Deutschland komme 😛

Gegen 17 Uhr kam dann Grummel-Hausmeister um noch mal (!) mein Zimmer zu kontrollieren. Nachdem er jeden (!!) Schrank und jede (!!!) Schublade geöffnet hatte, was insgesamt 10 Minuten dauerte, ließ er sich von mir alle Spinde in der Küche zeigen, untersuchte penibel den Kühlschrank und führte dann noch eine lustige Diskussion mit mir um den Schuhschrank:

Grummel: „Da steht ja noch ein Paar von Ihnen drin!“
Ich: „Ja, das will ich nachher anziehen.“
Grummel: „Das können Sie hier nicht lagern.“
Ich: „Will ich auch nicht, ich will die nachher anziehen.“
Grummel: „Sie müssen die da rausnehmen, Sie können hier nichts mehr lagern, wenn Sie ausgezogen sind.“

Faxen komplett dicke! Hauslatschen weggeschmissen, Schuhe aus dem Spind, Schlüssel abgegeben, rein in die Schuhe, noch kurz gehört, dass der Hausmeister die Zimmer der Russinnen nicht (!) kontrollieren wird, da sie ja so früh (5 Uhr morgens) abfahren, und dann weg! Weg! Weg!! WEG!!! Noch eine halbe Stunde bei Martin ausgekotzt und anschließend vorerst der Tōkai endgültig den Rücken gekehrt!!! Ich bin frei!!! FREI!!!!!

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4 Antworten zu Zimmerübergabe mit nervigen Hindernissen

  1. Tabea schreibt:

    Oh Gott, es tut mir sooo scheiße leid, dass du das alles machen musstest!! o___O Ich hatte das Zimmer doch wirklich sauber gemacht…. was hab ich denn da nachts noch alles übersehen gehabt?
    Und selbst wenn – warum lässt sie DICH denn bitte UNSER Zimmer sauber machen? Ey, das ist doch echt… *Kopfschüttel*

    *dir die Füße leck und an deinen Beinen rumkriech*
    Nur weil du die Letzte bist, musst du hinter uns alles wegmachen! Entschuldige… ;____;

  2. nagarazoku schreibt:

    Da kannste ja nichts dafür, die haben hier einfach alle den Arsch offen 😉

  3. Bastian schreibt:

    Ganz ehrlich, wann immer ich in den letzten Wochen von Japanern so genervt wurde, dass es reicht, hab ich gesagt, dass es jetzt gut so ist.

    Im Endeffekt hätten sie Dir doch garnix mehr gekonnt… was wollen sie denn machen, Dich rausschmeißen? 😀

    Bist tapfer gewesen Diana, kriegst nen Keks!

  4. nagarazoku schreibt:

    *mampf* Danke *schnief*
    Na ja, wir Deutschen haben in dem Wohnheim einen guten Ruf zu verteidigen. Wollte nicht, dass es nachher heißt: „Die Deutschen sind wie die Ferkel!“

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