Es gibt viel zu tun!

Noch etwas mehr als zwei Wochen, bevor ich mich auf den langen, langen Flug Richtung Deutschland mache. Vorher gibt es aber noch eine ganze Menge zu tun:

Am Samstag begleiteten Tabea und ich Ronja und Simone nach Honatsugi 本厚木, wo ihr Bus Richtung Flughafen Narita abfahren sollte. Die beiden hatten kein Taxi mehr bekommen, und Tabea und ich erklärten uns natürlich bereit, ihnen beim Gepäck zu helfen. Die Hitze an diesem Tag war echt unerträglich und vollkommen fertig kamen wir in Honatsugi an, wo wir nach kurzer Orientierungslosigkeit dank Tabea dann letztendlich den Bus fanden. Und damit machten sich Ronja und Simone auf nach Berlin, wo es den beiden jetzt hoffentlich gut geht und sie nicht zu sehr unter Jet-Lag leiden 😉 Eure Namensschilder sind schon ab, am Putzplan steht ihr aber noch dran 😛

Tabea und ich machten uns dann zurück ins Wohnheim, und ich begann gleich mal mit meinen Vorbereitungen. Ausmisten, wegschmeißen und für die Studenten nach uns nützliches Zeug dalassen … Was für ein Haufen Arbeit das ist! Manchmal hab ich das Gefühl, die deutschen Austauschstudenten vor uns haben einfach ALLES dagelassen, was sie nicht mehr brauchten -.- Ich bin gut vorangekommen, aber fertig bin ich lange noch nicht …

Gestern beschlossen Tabea und ich dann, das Großreinemachen hier im Wohnheim zu schwänzen. Wir haben schon am letzten teilgenommen und werden sicher nicht für nur noch drei Tage, die wir hier wohnen werden, die Besen schwingen. Wir trafen uns zum Mittagessen in der Mensa und gingen danach noch ins 15. Gebäude, um nach unseren Zeugnissen zu fragen. Auf dem Rückweg gabelten wir noch Kei auf und machten uns auf dem Weg ins Wohnheim. Doch kaum setzten wir uns in Bewegung, da wurde Tabea von einem recht seltsamen Herren angesprochen. Er trug eine Maske, die mit seltsamen Kanji vollgeschmiert war und die er beim Sprechen auch nicht absetzte, und fragte sie, ob sie Japanisch sprechen würde. Schon seltsam, denn normalerweise sprechen Japaner NIE Ausländer an, wenn sie es nicht müssen. Auf Tabeas Bejahung fing er auf einmal an, Zeug zu labern, das wir absolut nicht verstanden. Er suchte irgendetwas, keine Ahnung was. Kei schickte ihn dann Richtung Büros und meinte, er hätte einen Ort mit vielen Menschen gesucht O__o WAS??? Wir drehten uns mehrmals um, aber von dem Herren keine Spur mehr … Im Wohnheim angekommen, holte ich mir meinen Schlüssel  von der Hausmeisterin ab (Ja, der muss IMMER abgegeben werden, wenn ich woanders übernachte) und schaute beim Warten aus dem Fenster … und da lief dieser Kerl vorbei! Sofort erzählten wir der Hausmeisterin von der seltsamen Begegnung keine 20 Minuten vorher. Nach ein paar Telefonaten bat man uns, in der Lobby Platz zu nehmen, um von einem Mitarbeiter der Uni zu dem Herren befragt zu werden. Jetzt hängt im Wohnheim ein großes Plakat auf dem steht, man möge sich doch bitte vor verdächtigen Menschen in Acht nehmen. N,a ein Glück, dass mir das mal jemand sagt …

Heute brachten Tabea und ich dann noch den Kessel, den wir dankenswerterweise von Shoko bekommen hatten, aber den wir leider aufgrund seiner Größe und seines Gewichts nicht mit nach Deutschland nehmen können, zu Shoko zurück. Allerdings über mehrere Umwege und mit mehreren Schwierigkeiten. Heute ar auch eigentlich kein idealer Tag dafür, denn es war so unglaublich heiß, schwül und sonnenbrandgefährlich wie noch nie. Wir fuhren erst einmal nach Ebina, damit Tabea ihren Handyvertrag kündigen konnte. Hat alles etwas länger gedauert als erwartet, weshalb wir auch wieder zu spät bei Shoko ankamen – eine Tradition, die wir seid unserem ersten Treffen mit ihr durchziehen 😦 Und dann das Beste: Kaum stiegen wir aus der Bahn aus, ging ein halbstündiger Platzregen los, der einen innerhalb von etwa 30 Sekunden bis auf die Knochen durchweichte. Und natürlich hatten wir keinen Schirm dabei. Ich hätte kotzen können. Wir stellten uns eine Weile unter, aber der Regen schien einfach nicht nachlassen zu wollen. Ich beschloss dann uns zwei Schirme in einem kobini zu kaufen … woraufhin der Regen sofort aufhörte! Na danke!

Shoko freute sich riesig, Tabea und mich doch noch einmal wiederzusehen und fütterte uns wieder ordentlich durch. Noch schnell alle möglichen Adressen und ein kleines Geschenk abgestaubt, allerliebste Glückwünsche ausgetauscht, dann mussten Tabea und ich auch leider schon wieder los, denn gerade Tabea hat noch eine Menge zu tun, da sie übermorgen abfliegt. Nicht, dass es Shoko dieses Mal leichter gefallen wäre, uns gehen zu lassen 😦 Ich hoffe so sehr, dass die Gute dieses Jahr Berlin besuchen kann, sie wünscht es sich doch so sehr.

Auf dem Rückweg schafften es Tabea und ich irgendwie nach einem kurzen Toilettengang im kobini die Orientierung komplett zu verlieren und in den Bus in die falsche Richtung (!) zu steigen. Merkten wir auch kein Stück. Zitat: „Ich erkenn die Gegend hier gar nicht wieder. Aber wir sind ja hier sonst immer lang gefahren, wenn es schon dunkel war.“ Wir kamen dann an einem Bahnhof namens Tsurukawa an, der zum Glück auf der Strecke lag, die wir sowieso fahren mussten. Allerdings zwei Stationen weiter von unserem Ziel entfernt. Und wir mussten den kakutei 各停(diese Bahn hält an jeder Station auf der Strecke) nehmen, wodurch die Fahrt merklich länger dauerte. Ziel: noch einmal Ebina, denn Tabea musste noch irgendwas abholen, damit der Vertrag endgültig gekündigt ist. Ist das alles kompliziert ist! Das ging aber sogar relativ schnell und ich konnte auch gleich noch Ronjas Handy zum Recycling (Jaaa, wir sind vorbildlich!) abgeben.

Letzte Station für diesen absolut anstrengenden Tag: Honatsugi 本厚木. Hier wollten wir einen Laden für buddhistischen Bedarf und einen Bücherladen aufsuchen. Natürlich verpeilten wir beide es mal wieder den richtigen Ausgang zu finden, aber sonst ging alles recht fix. Im Laden für buddhistischen Bedarf durften drei absolut knuffige Grundschüler gleich mal ihr neu gelerntes Englisch an uns ausprobieren ^^ Und dann hieß es zurück nach Hause. War ich FERTIG!!!

Auf dem Rückweg trafen wir dann noch Caroline und ihren Freund, die gerade von einem Besuch in einem Vergnügungspark zurückkamen. Japan ist ein Dorf!!!

Morgen geht’s dann erstmal mit Martin zusammen zur Post, der Ronja ihr Päckchen hinterherschicken. Eigentlich wollte ich auch schon probegepackt und mein eigenes Päckchen vorbereitet haben, aber die Waage ist seit Samstag nicht mehr auffindbar. Heute wurde sie per Durchsage zurück ins Bad gerufen, hörte aber nicht und bleibt daher weiterhin spurlos verschwunden. Etwas unpassend, wo Tabea auf jeden Fall spätestens morgen ihr Gepäck fertig bekommen müsste. Mal schauen, vielleicht kann uns Kei seine von Zuhause mitbringen 😉

Und so lichtet sich langsam, aber nur langsam, der Berg an Aufgaben, der noch vor mir liegt. Es gibt viel zu tun, packen wir es an!

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3 Antworten zu Es gibt viel zu tun!

  1. Ro schreibt:

    …ICH habe die Waage…Muahahahaaaaa…nein warte…^^

    Maus, du packst dat! DAS kannst du auch!^^

  2. Elli schreibt:

    Man man, bist du dann alleine dort? Wie lange bleibst du noch? Was machst du mit Kei? Schonmal versucht ihn ins Handgepäck zu stopfen?
    Knuddel

  3. nagarazoku schreibt:

    Also vom Gewicht her würde er ja reinpassen 😉 Aber er ist leider nicht so biegsam, da haben wir ihm einfach einen Flug gebucht und er kommt am 16. für 1 1/2 Monate mit nach Deutschland ^^

    Wenn die Tabea weg ist, hab dann den Martin noch hier, aber im Frauenknast bin ich dann allein 😉

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