[Unterwegs] Von den blauen Bergen kommen wir, Teil 2

Am 09.07. hieß es dann mal wieder: Klassenfahrt! Letztes Semester ging es ja nach Hakone 箱根, dieses Semester wollte man etwas für unsere Bildung tun und schickte uns zum kabuki 歌舞伎, einer Form des japanischen Theaters (Unwissende mögen Wikipedia zu Rate ziehen 😉 ).

Das Ganze fand in Tōkyō statt und man wollte uns sogar Busse zur Verfügung stellen, nur … unser kam nicht … und kam nicht … Um 8 Uhr sollte Abfahrt sein, weswegen Ronja und ich uns gegen 6 Uhr 30 aus dem Bett gequält hatten, und dann standen wir da und warteten … 10 Minuten, eine halbe Stunde … und der Bus kam nicht. Man besorgte dann für unsere Gruppe einen unieigenen Bus, weshalb wir aber auch mit sehr viel weniger Komfort als unsere anderen Mitreisenden leben mussten. Das war uns inzwischen aber schon egal. Ab in den Bus, angeschnallt und los!

Die Fahrt verging dann recht zügig. War machten nach einer dreiviertel Stunde eine sinnlose Pause von 15 Minuten (da wir ja durch die Busverspätung eh schon spät genug waren), in der jeder schnell mal aufs Klo oder in den Konbini huschen konnte, nur dass die Zeit halt dafür einfach nicht gereicht hat.

Etwa eine halbe Stunde vor Beginn kamen wir an, bekamen von unserem Lehrer die Tickets und durften uns auf unsere bescheidenen Plätze begeben.

Ich versuche hier lieber nicht, die Handlung des Stückes zu beschreiben, denn ich habe nicht EIN Wort verstanden. Ich dachte die ganze Zeit, es ginge um den Streit zweier Brüder um eine Frau, und dann war da auf einmal ein Fuchs, der zu einer Trommel getanzt hat, die aus der Haut seiner Eltern gespannt war … oder so … Das verwendete Japanisch war einfach zu alt und den Gesang sollte man wohl sogar nicht verstehen. Und als ich mich so umsah und feststellte, dass nicht nur die Hälfte der anderen Austauschstudenten, sondern auch fast alle Dozenten tief und fest schliefen, war ich überzeugt, dass nicht ich zu schlecht zum Verstehen des Stücks, sondern das Stück einfach nicht gut war 😛

Aber es war auf jeden Fall eine nette Erfahrung. Jetzt weiß ich endlich mal über was ich in meiner Hausarbeit überhaupt geschrieben habe und kann sagen, dass ich mir wenigstens etwas japanische Kultur angetan habe 😛

Wir kehrten nach dem Stück zu unseren Bussen zurück, wurden mit Essen und Wasser versorgt und machten uns auf zum Bahnhof Ueno. Hier gab man uns zwei Stunden um uns das anzusehen, was wir wollten. Zwei Stunden sind nun wirklich nicht viel und wir wollten aus Bequemlichkeit gerne mit den Bussen zur Uni zurück (Wir hätten natürlich auch länger bleiben und die Bahn nach Hause nehmen können, aber wir waren bereits ziemlich müde). Ronja, Martin und ich entschieden uns für den nahegelegenen Ueno-Park, den ueno kōen 上野公園. Ronja und ich wollten selbigen nach Schreinen absuchen, um noch ein paar Glücksbringer für unsere Lieben zu kaufen. Also los!

Der Park ist sehr weitläufig, grün, angenehm ruhig und voll mit Schreinen, Katzen und Raben. Wir liefen die einzelnen Schreine ab, schossen eine Menge Photos, kauften ein paar Glücksbringer ein.

Und dann waren die zwei Stunden auch schon vorbei. Die Rückfahrt – angesetzt auf 3 Stunden – mit einer Stunde und 10 Minuten sogar noch schneller.

Alles in allem ein schöner Tag, der einem mal kostenlos ermöglicht hat, dem Campus hier zu entkommen.

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2 Antworten zu [Unterwegs] Von den blauen Bergen kommen wir, Teil 2

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