[Unterwegs] Tanabata

Jedes Jahr vom 05. Juli bis zum 07. Juli findet in ganz Japan das Tanabata-Fest, 七夕祭り tanabata matsuri, statt. Das größte Fest feiert dabei die Stadt Hiratsuka 平塚, die von unserer Uni mit dem Bus nur gut 30 Minuten entfernt liegt und in der auch mein Freund wohnt. Wie praktisch 😛 So beschloss ich, mir mit ihm am Samstag die Festlichkeiten doch einmal anzusehen. Eigentlich wollte ich ja traditionell in meinem gekauften Yukata gehen, aber da Kei keinen hatte und ich mir dann als Ausländerin in japanischer Kleidung doch etwas doof vorgekommen wäre, bin ich letztendlich doch in meinen normalen Klamotten hingegangen – und war am Ende mehr als froh darüber.

Das Tanabata-Fest beruht auf einer alten japanischen Fabel über zwei Liebende, die sich nur zu tanabata treffen können.

Mit der Fabel hat dann aber das Fest, das heutzutage in Japan gefeiert wird, nicht mehr viel zu tun. Es handelt sich um eine Aneinanderreihung von Fressbuden und Ständen, an denen man Goldfische oder Schildkröten angeln oder okonomiyaki, soba, yakitori, Frankfurter (die hier als „Frankfurt“ bezeichnet werden und im Höchstfall die Form unserer Frankfurter haben, aber nicht den Geschmack), takoyaki, Schokobananen, Eis und noch vieles mehr futtern kann. Wenn man Platz hat, denn es war wirklich unbeschreiblich voll:

Man kam teilweise nur im Tippelschritt voran und an die Stände gar nicht erst heran O_o Da hieß es Ellenbogen auspacken, wenn man an die Köstlichkeiten wollte!

Ach, so viel Auswahl!

Was mir leider sehr auf den Magen geschlagen hat, waren die matsuri-Spiele in die lebende Tiere involviert waren, wie das Goldfisch- oder Schildkrötenangeln. Plastikbehälter werden mit Wasser und den Tieren gefüllt, Kinder und Erwachsene versuchen letztere da irgendwie herauszufischen, und gelingt es ihnen, werden die Tiere in Plastiktüten gesteckt nach Hause geschleppt. Sollten sie den Weg bei dieser Hitze überleben, werden sie spätestens zu Hause draufgehen, denn wer hat mal schnell eine Aquarium mit allem drum in der Wohnung stehen? Einfach nur grausam!

Kei und ich gingen im Anschluss dann noch zum nahegelegenen Schrein, um unsere Wünsche für dieses Jahr aufzuschreiben.

Irgendwann taten uns allerdings auch die Füße weh, es war superheiß (weshalb ich froh war, nicht im Yukata dort zu sein) und wir machten uns auf den Heimweg, der etwas länger dauerte als sonst, wir uns durch einen Haufen Menschen prügeln mussten. Ehrlich: so voll war es selbst in Tōkyō noch nie O_o

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Eine Antwort zu [Unterwegs] Tanabata

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