Mein eigenes kensui und der Kampf mit dem hishaku

2018-02-21 22 22 25In einem meiner vorherigen Einträge habe ich ja schon mal von dem großzügigen Geschenk, das Shoko uns bei unserem vorletzten Besuch bei ihr gemacht hat, erzählt. Einmal komplett alles, was man so für eine Teezeremonie braucht. Richtig angesehen hab ich mir das Ganze erst vorgestern, als Ronja aufgeregt mit dem Kasten von Shoko in unser Zimmer stürmte und mir die ganzen tollen Sachen zeigte. Ich hab zwar, was so was angeht, nicht unbedingt das beste Auge, aber das ganze Zeug im Kasten sah schon recht teuer aus. Nach langem hin und her darüber, was wir mit den Sachen am besten machen, beschlossen wir, sie unter uns aufzuteilen. Nach Losverfahren. Jeder zog eine Nummer und … TROMMELWIRBEL … ich bekam das sogenannte kensui 建水, ein Gefäß in welchem das Wasser, welches zum Ausspülen der Teeschale verwendet wurde, gegossen wird. Ein echt schönes Stück, über das ich mich wirklich gefreut habe.

Gestern ging es dann endlich wieder zu Tsurumi-sensei, um auch mal wieder etwas praktisch Teezeremonie zu machen. Dieses Mal lernten wir etwas Neues: Den Umgang mit dem sogenannten hishaku 柄杓, einfach ausgedrückt eine hölzerne Schöpfkelle. Sonst haben wir das Wasser immer mit einer Teekanne in die Teeschale befördert, dieses Mal sollten wir dafür den hishaku verwenden und das Wasser aus einem Kessel schöpfen. Klingt einfach, ist es aber nicht. Je nachdem, was man schöpft – heißes oder kaltes Wasser – oder wofür man das Wasser gerade verwendet hat – zum Ausspülen der Schale oder zum Schlagen des Tees – greift und hält man den hishaku nämlich anders. Und die Prozedur hat so lange gedauert, dass mir zwischendurch die Beine wirklich aufs Übelste eingeschlafen sind O_o Beim zweiten Durchgang standen sie glaub ich kurz vorm Abfallen. Aber sonst hat diese neue Variante auch sehr viel Spaß gemach! Ich werde mich auf jeden Fall bemühen, in Berlin nach einem guten Lehrer für Teezeremonie zu suchen.

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6 Antworten zu Mein eigenes kensui und der Kampf mit dem hishaku

  1. Gerhild schreibt:

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinem seeeehr schönem Kensui. Dafür lässt man seine Beine doch schon ganz gern mal schlafen, oder? Eine Frag, wie gedenkst Du all die erworbenen schönen Dinge nach Hause zu transportieren? Robben&Wientjes transportieren nicht nach Übersee………
    Gerhild

  2. nagarazoku schreibt:

    Kriegt mein Freund alle in den Koffer, Männer brauchen ja kaum Klamotten 😉

  3. Gerhild schreibt:

    Na dann……
    Geniesse Deine verbleibende Zeit.

  4. nagarazoku schreibt:

    Dankeschön ^^

  5. Bastian schreibt:

    Schicker Spucknapf! 😀

    Ne, Spaß, wirklich schönes Teil, ein Glück hast Du nicht bloß den ollen Löffel abgekriegt! 😀

    Wenn ihr wieder in Deutschland seid, müssen wir die Sachen mal recherchieren, oder ihr fragt Shoko mal.

    Und das mit den Füßen… bei unserem letzten Shihangeiko musste ich 3 Stunden im Seiza auf Parkett sitzen… ich sach also ma nix zu Euren Tatami-verwöhnten Füßchen! 😀

  6. nagarazoku schreibt:

    Ich verneige mich vor euren Füßen 😉 Ne, echt jetzt, 3 Stunden würde ich es im Seiza nicht aushalten *eek* Da muss ich wohl noch üben 😉

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